Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Alkohole

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Aloe

Sprit  (94^-95  °/o),  Feinsprit  (95—97°/o)  und
absoluten  A.  (98V0I.0/0)  unterschieden.  Auch
der  letztere  enthält  noch  geringe  Mengen  von
Wasser,  von  denen  er  nur  durch  Behandlung
mit  gebranntem  Kalk  befreit  werden  kann.  —
Der  wasserfreie  Äthylalkohol,  CjHjOH,  ist
eine  farblose,  leicht  bewegliche  Flüssigkeit  vom
spez,  Gew.  0,79  bei  15°,  die  bei  78  P  siedet  und
mit  farbloser  Flamme  brennt.  Er  mischt  sich
mit  Wasser  in  jedem  Verhältnis  und  ist  ein  ausgezeichnetes ­
  Lösungsmittel  für  Harze,  ätherische
Oie  und  viele  andere  organische  Stoffe.  In  konzentrierter ­
  Form  und  größerer  Menge  wirkt  er
giftig,  in  Verdünnungen  berauschend,  Mikroorganismen ­
  (Hefen,  Bakterien)  tötet  er  ab.  Zum
chemischen  Nachweise  kleiner  A.-Mengen  erwärmt ­
  man  das  Destillat  mit  etwas  Jod  und
Natronlauge,  wobei  der  Geruch  und  gelbe  Kristalle ­
  von  Jodoform  auftreten,  oder  man  prüft,
ob  beim  Erhitzen  mit  konz.  Schwefelsäure  und
Natriumazetat  Geruch  nach  Essigester  entsteht.
Die 1  Stärke  des  Alkohols  wird  aus  dem  spez.
Gew.  mit  Hilfe  von  Alkoholometern  bestimmt
und  am  besten  der  Tabelle  von  Windisch  entnommen. ­
  Die  Angaben  nach  Tralles  sind  veraltet. ­
  —•  A.  findet  in  großem  Maßstabe  Verwendung ­
  als  Leucht-  und  Heizmittel,  zur  Herstellung ­
  von  Essig,  Chloroform,  Äther  und  zahlreichen ­
  Chemikalien,  als  Lösungsmittel  für  Farben, ­
  Harze,  öle  und  als  Branntwein  (s.  d.)  zu
Trinkzwecken.  Die  deutsche.  Erzeugung  belief
sich  im  Jahre  1913  auf  4,5  Millionen  Hektoliter.
—  Die  Stcuerverhältnisse  sind  unter  Branntwein
besprochen.
Alkohole  (frz.  Alcools,  engl.  Spirits),  Sammelname ­
  für  eine  große  Gruppe  organischer  Verbindungen, ­
  welche  mit  dem  Weingeist  in  chemischer ­
  Hinsicht  gewisse  Ähnlichkeit  besitzen
und  sich  wie  dieser  von  Kohlenwasserstoffen
durch  Eintritt  von  Hydroxylgruppen  an  Stelle
von  Wasserstoffatomen  ableiten.  Technisch  wichtige ­
  Alkohole  sind:  Äthylalkohol  (Weingeist),
Methylalkohol  (Holzgeist),  Amylalkohol
(Fuselöl),  Menthol,  Glyzerin.
Alkoholfreie  Getränke  sind  Erzeugnisse  einer
neuen  Industrie,  welche  der  Mäßigkeits-  und
Enthaltsamkeitsbestrebung  ihren  Ursprung  verdanken ­
  und  als  Ersatz  der  geistigen  Getränke
in  steigenden  Mengen  zum  Konsum  gelangen.
Nach  dem  Ausgangsmaterial  unterscheidet  man
sog.  alkoholfreie  Weine  und  Biere,  Getränke
aus  Apfelsaft  oder  anderen  Fruchtsäften,
Brauselimonaden  und,  von  geringerer  Bedeutung, ­
  alkoholfreie  Milchgetränke.  Die
Glieder  der  ersten  Gruppe,  welche  auf  den  Namen ­
  Wein  und  Bier  streng  genommen  keinen
Anspruch  haben,  werden  durch  Sterilisieren  von
Traubensaft  oder  Bierwürze  oder  durch  Entgelten ­
  von  Bier  und  Wein  hergestellt.  Die
Apfelgetränke  bestehen  entweder  aus  dem  Safte
Bischer  Äpfel  oder  aus  Dörrobstextrakten  und
dürfen  im  letzteren  Falle  nicht  als  Apfe!„saft“
bezeichnet  werden.  Brauselimonaden  sind  Mischungen ­
  von  kohlensäurehaltigem  Wasser  mit
natürlichen  Fruchtsäften  oder  auch  mit  künsthch
  gefärbtem  und  aromatisiertem  Zuckernasser.
  Nachdem  in  der  ersten  Zeit  zahllose
geringwertige  Kunstprodukte  unter  hochtrabenden ­
  und  täuschenden  Bezeichnungen  verkauft

worden  waren,  kommen  neuerdings  verschiedene
vortreffliche  Erzeugnisse  aus  natürlichen  Fruchtsäften ­
  in  den  Handel.  Der  Alkoholgehalt  soll
0,5  Vol.  0/0  nicht  übersteigen.
Alkoholometer  (frz.  Alcoolometres,  engl.  Alkoholometers) ­
  sind  Senkwagen  oder  Aräometer
(s.  d.),  die  zur  leichten  Bestimmung  des  Alkoholgehaltes ­
  wäßrig-spirituöser  Flüssigkeiten
(Branntwein)  dienen  und  sofort  Gewichtsprozente ­
  anzeigen.  Bei  zuckerhaltigen  Flüssigkeiten
(Likören,  Fruchtsäften)  muß  der  Alkohol  vorher ­
  abdestilliert  werden.  A.  werden  hauptsächlich ­
  in  Thüringen  (Mellenbach,  Stützerbach,
Manebach)  und  in  Berlin  fabrikmäßig  hergestellt, ­

Allerheiligenholz  ist  die  in  manchen  Gegenden ­
  gebräuchliche  Bezeichnung  für  Bahiarotholz.
Allerleigewürz  nennt  man  eine  in  manchen
Gegenden  gebräuchliche  Mischung  verschiedener ­
  gemahlener  Gewürze,  welche  gewöhnlich
aus  Piment,  Pfeffer  und  Ingwer  besteht.  Häufig
wird  auch  bloß  Piment  dafür  gegeben.
Allermannsharnisch  (Siegwurzel,  lat.  Bulbus ­
  victorialis,  frz.  Racine  de  victoriale,  engl.
Wild  broad  garlic),  ein  veralteter  Artikel  des
Drogenhandels,  besteht  entweder  als  „langer
A.“  aus  den  Zwiebeln  vonAllium  victorialis
oder  als  „runder  A.“  aus  den  Wurzeln  von
Gladiolus  communis.
Alligatorleder  (Krokodilleder),  die  gegerbte
Haut  des  amerikanischen  Krokodils  oder  Alligators ­
  (Kaiman,  Champsa  lucius),  welche  aus
Mexiko  oder  Mittelamerika  nach  Neuyork  und
San  b  ranzisko  auf  den  Markt  kommt,  ist  bräunlichgelb ­
  und  wird  zu  Sätteln,  Taschen  und  Schuhen ­
  verarbeitet.  Für  Stiefel  ist  es  weniger  geeignet, ­
  da  es  wegen  seiner  zu  geringen  Dicke
die  Feuchtigkeit  nicht  genügend  abhält.
Allylverbindungen  enthalten  die  Gruppe  C 3 H 6 ,
welche  sich  in  der  Natur  besonders  im  Senföl
(s.d.)  vorfindet.  Der  Allylalkohol,  C s H 5 .OH,
entsteht  bei  der  Erhitzung  von  Glyzerin  mir
Oxalsäure  auf  260°.
Almandin  (Alabandine,  orientalischer
Granat),  eine  der  schönsten  Granatsorten,  von
rubinroter  Farbe,  s.  Granat.
Aloe  (lat.  Aloe,  frz.  Alöbs,  engl.  Aloe),  ein
wichtiger  Artikel  des  Drogenhandels,  besteht
aus  dem  eingetrockneten  Safte  verschiedener
Arten  der  Aloepflanze.  Nach  der  äußeren  Beschaffenheit ­
  unterscheidet  man  im  Handel  die
beiden  Hauptformen:  Leberaloe  (Aloe  hepatica)
  und  glänzende  Aloe  (Aloe  lucida).
Die  zu  letzterer  gehörigen  Sorten  sind  stark
glänzend  und  auf  der  Bruchfläche  und  in  dünnen
Schichten  durchscheinend,  während  die  Leberaloesorten ­
  matt  led^rfarben  und  undurchsichtig
sind,  da  die  ganze  Masse  mit  mikroskopisch
kleinen  Kristallen  erfüllt  ist.  Sämtliche  Sorten
besitzen  einen  äußerst  bitteren  Geschmack  und
einen  eigentümlichen  Geruch.  Nach  der  Herkunft ­
  unterscheidet  man  folgende  Sorten:  1.S0-kotrin-Aloe
  oder  türkische  A,  (Aloe  socotrina)
  wurde  früher  auf  der  Insel  Sokotra  im
Golf  von  Aden  gewonnen.  Jetzt  kommt  jedoch
keine  A.  mehr  von  dort,  sondern  man  belegt
mit  diesem  Namen  teils  die  bei  Maccula  unweit
Kosseir  an  der  arabischen  Südküste,  teils  die
auf  Zanzibar  gewonnene  A.,  welche  in  großen
            
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