Round-Table-Konferenz seine Schulden gegenüber Holland
anerkannt, Später kündigte es mit einer zweifelhaften Begrünlung
an, daß es diese Beträge nicht mehr zahlen wolle.
Als weiteres Beispiel sei die Verstaatlichung der Suez-Kanal-Gesellschaft
durch Ägypten genannt. Der maßgebende
Paragraph des ägyptischen Gesetzes Nr. 285 vom 26. Juli 1956
lautet in deutscher Übersetzung:
> 1. Die "Compagnie Universelle du Canal de
3uez, — "S,.A.E" wird verstaatlicht. Eigentum,
iechte und Verpflichtungen gehen auf den Staat
iber, Alle Direktionsausschüsse und -organe,
denen augenblicklich die Verwaltung der Gesellschaft
obliegt, werden aufgelöst. Die Zahlung
von Entschädigungen an Aktionäre und Inhaber
von Gründeraktien erfolgt auf der Basis des
vor Inkrafttreten des vorliegenden Gesetzes an
jer Pariser Effektenbörse notierten Kurses,
Die Entschädigung wird erst nach erfolgter Übertragung
allen Besitzes und aller Gutkaben der
verstaatlichten Gesellschaft auf den Staat
zezahlt."
Die Verbindung der Auflösung der Gesellschaft mit der Übernahme
ihres Vermögens auf den Staat bedeutet eine Enteignung
der einzelnen Aktionäre,
Vgl. Rauschning, Der Streit um den Suez-Kanal
1956, 75,778 f,.; Note, Nationalization of the
3ues Canal Company, in Harvard Law Review 1957,
3. 480 ff.
Die darauf folgenden ägyptischen Maßnahmen gegen das Vermögen
von Briten, Franzosen und Israelis waren bezeichnenderweise
wörtlich den Vorschriften des englischen "Trading with the
Enemv Act" aus dem zweiten Weltkrieg nachgebildet.
Ein krasses Beispiel eines enteignungsgleichen Entzugs einer
Konzession ist die Ungültigkeitserklärung der im Jahre 1936
erfolgten Verlängerung der Konzessionen für die beiden
größten argentinischen Elektrizitätsgesellschaften, die
Cia. Arecentina de Eleectricidad (Cade) und die Italo-Argentina,
U
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Das subjektive Gefühl als wirtschaftlicher Faktor
Heißsporne gingen soweit, zu behaupten, daß der Konsum
überhaupt nicht würde befriedigt werden können,
es sei denn zu nie dagewesenen Preisen.
Aber diese Berechnungen und Prophezeiungen fielen
in eine Zeit, wo die Spekulation in Zucker durch jahrelange
Mißerfolge total entmutigt war, man glaubte
einfach diesen Zahlenreihen nicht, und merkwürdigerweise
behielt in dieser Divergenz zwischen bewußter Berechnung
und unbewußtem Gefühl das letztere Recht. Man
konnte die Zahlen nicht mit Zahlen widerlegen, aber
das Gefühl sagte, daß ein Zustand völliger vorratslosigkeit
in einem so großen Artikel wie Zucker gar
nicht vorkommen kann, es verließ sich auf die vielen
Smpoderabilien im Wirtschaftsleben, auf die überall
verteilten unsichtbaren Vorräte, und diese halfen dann
auch den offenkundigen über eine Erschöpfung hinweg.
Man sieht, es kommt nicht immer auf das Tatsachenmaterial
an, sondern der Glaube daran, die sogenannte
Meinung spielt eine hervorragende Rolle, und
da sie in durchaus greifbaren Resultaten in Mark
und Pfennigen zum Ausdruck kommt, so erscheint sie
als wirtschaftlicher Faktor von nahezu gleicher Bedeutung
wie das Tatsachenmaterial.
Ähnliche Anschauungen bringt ein so gründlicher
Beobachter der Weltmarktverhältnisse, wie Professor
Ruhland, für Getreide zum Ausdruck, indem er sich
im „Entwickelungsprogramm der Preisbildung für Getreide"
wie folgt, äußert: „Die Preisbildung für Getreide
nach Angebot und Nachfrage ist heute keine Tatsache,
sondern ein Programm. Die Riesenmassen, welche
täglich auf der Erde in Getreide umgesetzt werden, sind
keinem körperlichen Auge sichtbar. Deshalb tritt heute
an Stelle der früher auf dem Lokalmarkte gewohnten