Baseler Blau
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Baumwolle
Bau- und Pflastermaterial (Schotter und Pflastersteine)
und wird überdies als Zuschlag beim Ausschmelzen
von Eisenerzen und bei der Herstellung
von dunklem Flaschenglas gebraucht. Große
Mengen B. werden auf der Elbe von. Böhmen
nach Sachsen und Preußen verschifft sowie
auch im Rheinlande gewonnen.
Baseler Blau, ein zur Gruppe der Safranine
gehöriger Teerfarbstoff, bildet ein braunes
Kristallpulver, das mit blauvioletter Farbe in
Wasser löslich ist und mit Tannin und Brechweinstein
gebeizte Baumwolle blau färbt. Es
wird dargestellt durch Einwirkung von salzsaurem
Nitrosodimethylanilin auf Ditolylnaphtylendiamin
und besteht ausTolyldimethylamidophenotolylimidonaphtazoniumchlorid.
Baseler Grün ist ein mit Chromgelb gemischtes
Schweinfurter Grün (s. d.).
Basilikumkraut (Basilienkraut, Königskraut,
lat. Herba Basilici, frz. Basilic, engl.
Basil), die getrockneten Blätter und Blütenzweige
von Ocimum Basilicum, e'ner aus Ostindien
stammenden, bei uns in Gärten angebauten
krautartigen Labiate von angenehmem aromamatischen
Gerüche, wird hauptsächlich als Gewürz,
selten noch medizinisch angewandt und
bildet auch einen Bestandteil des Kräuterschnupftabaks.
Es enthält im getrockneten Zustande
etwa 1,50/0 ätherisches Öl und Gerbsäure.
Bassiafett (lat. Oleum bassiae, frz. Beurre de
Bassia, engl. Butter of Bassia), Sammelname
für verschiedene Pflanzenfette, welche durch
Auspressen der Samen von Bäumen der Gattung
Bassia (Farn. Sapotazeen) in Indien und an
der Westküste Afrikas gewonnen werden und
zur Herstellung von Seife und Kerzen, in den
Ursprungsländern auch als Nahrungsmittel Verwendung
finden. Die wichtigsten sind: i. IIlip^-Fett
oder Mahwa-Butter von Bassia
longifolia und latifolia, ein schmalzartiges, frisch
grünlichgelbes, später weißes Fett von intensivem
Geruch. Der Schmelzpunkt des Fettes
von Bassia latifolia liegt bei 25—30 °, von B.
longifolia bei42°. 2. Shea- oder Galambutter
von Bassia Parkii oder B. butyracea ist grauweiß
bis grünlichweiß, besitzt aromatischen Geruch
und schmilzt bei 28—30°.
Bast (frz. Liber, engl. Bast). Im Handel versteht
man hierunter die innere, aus langen Fasern
bestehende Rindenschicht mancher Bäume
(Baumbast), welche den Splint bedeckt und
sich durch Abschälen gewinnen läßt. Die meisten
Arten von B. zeichnen sich durch Zähigkeit,
Biegsamkeit und Dauerhaftigkeit aus. Der B.
ist ein unentbehrliches Bindematerial für Gärtner
und Baumzüchter und wird ferner zu Matten,
Decken und Hüten, ähnlich dem Stroh sowie
zu Bändern, Bastbändern (librebandes) für
Zigarren verarbeitet. Der beste B. ist der Lindenbast
(s. d.), weniger wertvoll der von Pappeln,
Akazien, Weiden, Ulmen und Erlen. Besonders
gerühmt wird der Indianabast oder
Raffiabast wegen seiner Weichheit und großen
Haltbarkeit.
Bataten, die Wurzelknollen von Convolvulus
batatas, bilden das wichtigste stärkemehlhaltige
Nahrungsmittel weiter Tropengegenden
und dienen zur Herstellung von Arrowroot.
Baumöl (Olivenöl, lat. Oleum olivarum, frz.
Huile d'olive, engl. Olive-oil) wird aus den
Früchten des Ölbaums, Olea europaea, durch
Auspressen gewonnen. Das bei niederer Tem- :
peratur und gelindem Druck zuerst abfließende
Öl heißt Jungfernöl (frz. Huile vierge, engl.
Virgin oil) und findet als feinstes Speiseöl Verwendung.
Die durch stärkeres Pressen der erwärmten
Masse erhaltenen weiteren Anteile
(Baumöl, Nachmühlenöl, Höilenöl) dienen I
zur Beleuchtung, zur Herstellung von Seife,
Haaröl, Salben und anderen technischen Zwekken.
Die Preßrückstände können schließlich
noch mit Schwefelkohlenstoff extrahiert werden
und liefern dann das Sulfuröl, oder ihnen werden
nach vorheriger Gärung durch Auskochen
mit Wasser die letzten Reste als sog. Tournanteöl
entzogen. Besonders das letztere wird
wegen seiner Emulgierbarkeit mit Laugen in i
großen Mengen bei der Türkischrotfärberei be- j
nutzt. Das reine Speiseöl, dessen feinste Sorten j
als Jungfernöl, Provencer-, Aixer- und | s
Nizzaöl bezeichnet werden, ist farblos bis hellgelb,
während die weniger feinen, aus unreifen ^
Früchten gewonnenen Öle infolge eines Chloro- ^5
phyllgehaltes bisweilen grün aussehen. Das c
Olivenöl besitzt einen milden und angenehmen *
Geschmack. Sein spez. Gew. beträgt 0,914 bis ! e
0,920, die Refraktion 62,0—62,8. Bei n.ederer i r
Temperatur erstarrt es zu einer weißen körni- -
gen Masse. In chemischer Hinsicht besteht Oli- | £
venöl zu 2—250/0 aus festen Fetten, wie Pal- j
mitin und Stearin, daneben enthält es etwa
6 0/0 Linolsäure, während der Rest als Olein anzusprechen
ist. Als feinstes aller Speiseöle unter- _ *
liegt es in hohem Grade der Verfälschung durch j
minderwertige andere Öle, besonders Baumwoll- |
samenöl, Erdnußöl, Sesamöl. Der Name Tafelöl,
welcher früher im reellen Handel nur für i !
Olivenöl benutzt wurde,, ist jetzt auf zahlreiche j ;
andere Speiseöle übertragen worden, und Sicher- ,
heit für Erlangung des reinen Erzeugnisses ist
nur gegeben, wenn man ausdrücklich Ol.venöl, *
Jungfernöl, Aixer-, Provencer- oder N.zzaöl verlangt.
Allerdings ist auch im letzteren Falle noch ;
eine gewisse Vorsicht geboten, weil ein findiger i
Geschäftsmann unter dieser nur durch Einschiebung
eines i in Nizziaöl veränderten Bezeichnung
gewöhnliches Erdnußöl vertrieb. Der :
Nachweis der genannten Verfälschungen bietet ;
übrigens besondere Schwierigkeiten nicht dar. j
Die früher zur Ersparung des Eingangszolls all- |
gemein übliche Denaturierung der technischen j
Baumöle mit Terpentin oder ätherischen Ölen i
ist neuerdings von geringerer Bedeutung, weil 1
nach dem letzten Zolltarif vom 25. Dezember ;
1902 die aus den Vertragsstaaten (Italien) in ;
Fässern eingeführten reinen B. zollfrei sind. ;
Die Reinheit muß durch das Gutachten eines
von der Zollbehörde vereidigten Sachverständi- !
gen bescheinigt werden.
Baumwolle (frz. Coton, engl. Cotton), einer
der wichtigsten Rohstoffe des Welthandels, besteht
aus den Samenhaaren verschiedener 4-rten i
von Gossypiurn, einer Malvazee, als deren Stamm- 1
land Ostindien angesehen wird, die aber schon .
frühzeitig in China, und bereits vor Christi Ge- '
burt in Arabien, Ägypten und am Persischen Meer- j
busen angebaut wurde. Die Entdecker Amerikas ;
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