Full text : Die Eisenindustrie in Südrußland

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Die  angegebenen  Ziffern  enthalten  in  sich  auch  den  Export.  Da
aber  bei  der  Ausfuhr  nur  der  Süden  in  Betracht  kommt,  muß  seine
Absatzquote  auf  dem  inneren  Markte  etwas  geringer  sein.  Die  Exportziffern ­
  sind  aber  nicht  bedeutend,  jedenfalls  sprechen  sie  nicht  gegen
die  Tatsache,  daß  die  südrussische  Eisenindustrie  den  inneren  Markt
immer  mehr  zu  erkämpfen  sucht.  Der  südrussische  Absatz  vergrößert
sich  also  nach  zwei  Richtungen:  er  beherrscht  in  steigendem  Maße
den  inneren  Markt  und  gewinnt  auch  immer  mehr  Anteil  auf  den
auswärtigen  Märkten.
Außer  der  inneren  kommt  für  Südrußland  auch  noch  die  ausländische ­
  Konkurrenz  in  Betracht.  Die  gegenwärtige  prohibitive
russische  Zollpolitik  macht  aber  diese  ausländische  Konkurrenz  auf
dem  russischen  Eisenmarkte  so  gut  wie  unmöglich.  Die  Zölle  sind
auf  Roheisen  und  verschiedene  Sorten  von  Fertigprodukten  folgende:
Roheisen  45  Kop.  pro  Pud
Spezielles  Roheisen  75  „  „  „
Eisen-  und  Stahl-Marktsorten  ....  75  „  „  „
Schienen  90  ,,  „  „
Stahl-  und  Eisenblech  über  *y s  mm.  .  1,05  „  „  „
„  „  „  unter  1 / 2  „  .  .  1,50  „  „  „
Metallerzeugnisse  (bei  den  meisten  Sorten)
von  4  bis  6  Rbl.  „  „
Die  Verzollung  des  Roheisens  macht  also  allein,  wenn  wir  die
gegenwärtigen  z.  B.  die  englischen  Preise  von  42—43  Kop.  in  Betracht
ziehen,  mehr  als  100  °/ n  des  Preises  aus.
Nur  die  landwirtschaftlichen  Maschinen  sind  relativ  schwach
verzollt,  die  komplizierten  von  ihnen  kommen  sogar  zollfrei  herein.
Deshalb  wird  nach  Rußland  eine  bedeutende  Menge  verschiedener
landwirtschaftlicher  Maschinen  und  Werkzeuge  eingeführt  (im  Jahre
1908  etwa  für  3,5  Millionen  Rubel).  Auch  einige  andere  Maschinenarten ­
  nehmen  wegen  der  schwachen  Entwicklung  des  Maschinenbaues ­
  in  Rußland  und  trotz  der  großen  Zollquote  einen  wichtigen
Platz  im  Import  ein.  Insgesamt  werden  von  Maschinen  aller  Art
etwa  8—9  Millionen  Pud  jährlich  importiert,  was  durchschnittlich
60—65°/ 0  des  Gesamtimportes  von  Eisen  ausmacht.
b)  Kartellbewegung.
Seit  Anfang  des  20.  Jahrhunderts  sehen  wir  in  dem  Leben  der
südrussischen  Eisenindustrie  eine  Erscheinung,  die  mit  den  Absatzverhältnissen ­
  der  letzten  Zeit  im  engsten  Zusammenhang  steht:  das
ist  die  Kartellierung  des  Absatzes.
Die  Kartellbewegung  der  Eisenindustrie  des.  Südens,  ebenso
wie  auch  der  anderen  russischen  Bezirke  entwickelte  sich  haupt ­
            
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