Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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vorliegt 1 ).  Nach  seiner  Rückkehr  wurde  er  von  Maximilian  mit
dem  Rittertitel  ausgezeichnet  und  leistete  dem  Kaiser  verschiedentlich ­
  Dienste.  So  zog  er  im  Jahre  1510  mit  in  den
Krieg  und  lernte  dabei  die  Bergwerke  in  Luenz  kennen.  Er  begann ­
  dann  dort  den  Bergbau  und  steckte  in  der  Hoffnung  auf
künftigen  Gewinn  grosse  Summen  in  seine  Bergwerke.  Aber
trotz  seiner  auch  von  der  Tiroler  Regierung  anerkannten  Tüchtigkeit ­
  und  Ausdauer  gelang  es  ihm  nicht,  die  Bergwerke  in  die
Höhe  zu  bringen.  Er  erlebte  eine  Enttäuschung  nach  der
andern,  so  dass  er  1509  seine  Schwazer  Gruben  aufgab.  Im
Jahre  1511  gewährte  ihm  die  Regierung  eine  Unterstützung
von  1000  fl,  damit  er  beim  Bauen  ausharre.  Wohl  schloss  er
dann  Lieferverträge  mit  oberdeutschen  Kaufleuten  ab  auf
Silber  und  Kupfer,  er  konnte  aber  die  Termine  nicht  einhalten 2 ).
Im  Jahre  1518  nahm  er  auch  den  Bergbau  in  Schwaz  wieder
auf.  Gegen  30  000  fl  steckte  er  in  seine  Betriebe,  konnte  aber
mit  den  Augsburger  Kautherrn  nicht  konkurrieren.  Er  geriet
immer  tiefer  in  Schulden.  Seine  Hauptgläubiger  Jacob  Fugger 3 )
und  die  Stöckl  bedrängten  ihn  seit  1519  hart  und  forderten  die
Rückzahlung  des  dargeliehenen  Geldes,  wofür  er  ihnen  seine
Bergwerke  hatte  verschreiben  müssen.  Er  wandte  sich  um
Hilfe  an  die  Regierung  und  bat  um  3000  fl,  die  für  ihn  genügen
würden,  um  sich  wieder  in  bessere  Verhältnisse  emporarbeiten
zu  können.  Er  scheint  jedoch  nichts  erlangt  zu  haben,  da  im
Jahre  1522  Fugger  und  Stöckl  seine  Bergwerke  in  Besitz
nahmen 4 ).  Er  war  diesen  gegen  22  000  fl  schuldig.  Seinen

')  Christoph  Donauer:  Martini  a  Baumgarten  in  Braitenbaclr
peregrinatio  in  Aegyptum,  Arabiam,  Palaestinam  et  Syriam.  Norimbergae
  1594.  Die  in  Allg.  d.  Biogr.  II  161  genannte  Leichenpredigt  auf
Martin  Baumgartners  Sohn  konnte  ich  bis  jetzt  nicht  einsehen.  Nach
Röhricht-Meisner:  Deutsche  Pügerreisen  nach  dem  Hl.  Lande
S.  522  wäre  dies  bereits  Baumgartners  zweite  Palästinareise  gewesen.
In  der  eben  erwähnten  Selbstbiographie  Baumgartners  ist  davon  aber
nirgends  die  Rede.
2 )  In  den  Tiroler  Prozessbüchern  finden  sich  in  den  Jahren  152t  ff.
mehrfach  Einträge  über  solche  Forderungen  Gordian  Suiters  von
Kempten  u.  Hans  Manlichs  von  Augsburg.
3 )  Jacob  Strieder:  Eine  Fuggerinventur  aus  dem  Jahr  1527
(in  Ztschr.  für  die  gesamte  Staatswissenschaft,  Ergänzungsheft  17
[Tübingen  1905]  S.  41).
*)  Erst  damals  begannen  die  Fugger  sich  am  Bergbau  selbst  zu
            
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