Object : Deutschlands chemische Industrie

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kalireichen  deutschen  Boden  erwachsen,  so  hatte  die
elektrothermische  Salpetergewinnung  in  Norwegen,
dem  Lande  der  imposanten  Wasserkräfte,  ihre  ersten
technischen  Erfolge.  Denn  die  schon  vor  130  Jahren  von
Cavendish  beobachtete  Verbrennung  von  Stickstoff  und
Sauerstoff,  die  ihre  Rohprodukte  aus  der  Luft  nimmt,
sie  war  lediglich  eine  Energiefrage.  Es  handelte  sich
darum,  ein  bestimmtes  Luftquantum  möglichst  hoch  zu
erhitzen  und  rasch  wieder  abzukühlen.  Die  Norweger
Birkeland  und  Eyde  verwirklichten  1903  die  praktische
Durchführung  dieses  Problem^.  Als  sie  den  Flammenbogen ­
  des  elektrischen  Ofens  zwischen  starken  Elektromagneten ­
  zu  einer  sonnenähnlichen  Scheibe  von  zwei
Meter  Durchmesser  ausbreiteten,  gelang  es  ihnen,  die.
Energie  von  1000  Pferdekräften  in  einem  einzigen  Apparat
auf  hindurchgeleitete  Luft  zu  übertragen  und  sie  dabei
auf  2500  bis  3000  Grad  zu  erhitzen.  Bald  darauf  fand
Schönherr  in  der  Badischen  Anilin-  und  Sodafabrik
zu  Ludwigshafen  eine  andere  Lösung  dieses  Problems,
indem  er  den  Lidhtbogen  nicht  zu  einer  Scheibe  ausblies, ­
  sondern  im  Innern  eines  mehrere  Meter  langen
Rohres  auseinanderzog,  wodurch  ohne  Zuhilfenahme
eines  Magneten  ebenfalls  grosse  Energiemengen  auf  ein
abgeschlossenes  Luftquantum  übertragen  werden  konnten. ­
  Wird  die  so  erhitzte  Luft,  um  Rückzersetzungen  zu
vermeiden,  rasch  auf  600  Grad  abgekühlt,  so  gelingt
es,  1—2  Volumprozent  zu  Stickstoffoxyd  zu  verbrennen,
das  sich  bei  weiterer  Abkühlung  in  Gegenwart  von
Wasser  in  eine  45—50prozentige  Salpetersäure  überführen ­
  lässt,  die  durch  überschüssigen  Kalk  neutralisiert
wird.  So  erhält  man  einen  basischen  Kalksalpeter  mit
einem  Stickstoffgehalt  von  15—20%,  der  direkt  in  der
Landwirtschaft  verwendet  wird.  Die  Verfahren  sind  von
            
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