Metadata : Wissenschaftliches Arbeiten

Das Manuskript. Die Anmerkungen ge1
Wenn etwas in Kleindruck gesetzt werden soll,
wird das Wort „Petit“ oder „Kleindruck“ am Rande. beigefügt;
 wie weit sich derselbe erstrecken soll, wird durch
einen senkrechten Strich am Rande angedeutet.
82. Die Anmerkungen. Bei wissenschaftlichen
Arbeiten wird mancher nicht gerne auf Anmerkungen unter
dem Text verzichten wollen. Es ist dabei zu beachten:
1. Die Sucht, wenige Zeilen des Textes mit recht vielen
und langen und recht gelehrten Anmerkungen zu begleiten,
ist eine nicht zu billigende Gewohnheit, die glücklicherweise
 schon ziemlich als überwunden gelten kann, mögen
auch heute. noch nach dem Urteil Heinrich Keiters „junge
Schriftsteller es lieben, in einer reichen Zahl von Anmerkungen
 mit ihrer Belesenheit zu prunken“!). In einzelnen
Fällen werden sich längere Anmerkungen nur schwer vermeiden
 lassen. Alles Zuviel ist aber vom Übel. Man wird
bald des Lesens überdrüssig, wenn man auf Schritt und
Tritt vom Text auf die Anmerkungen verwiesen wird, um
vielleicht dort „eine Belehrung einzuheimsen, die man gar
nicht nötig hat“2).
9. Das entgegengesetzte Extrem ist ebensowenig zu
billigen. Man kann es in manchen neueren Schriften finden,
die ohne jede Anmerkung und ohne Unterscheidung in den
Typen alles in gleicher Weise in den Text aufnehmen. Es
mag das allerdings für den Autor bequemer sein. Aber den
Interessen des Lesers ist damit nicht gedient. Er muß sich
überall zuerst einen Weg durch das pfadlose Dickicht bahnen
und wird dieser beschwerlichen Arbeit leicht überdrüssig.
3. Es ist jedenfalls ein berechtigter Wunsch, daß der
Verfasser bei der Drucklegung auf die klare Unterscheidung
des Wichtigen und Unwichtigen, der Hauptpunkte und der
nebensächlichen Bemerkungen achte und diesen Unterschied
auch äußerlich hervortreten lasse. Solche Nebensachen gehören
 nicht auf gleicher Stufe mit dem Hauptgegenstand
1) H. Keiter, Praktische Winke für Schriftsteller 15.
?) H. Keiter ebd.

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