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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Der Geldmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

Oie Reichsbank und die Gesterreichisch-Ungarische Lank hatten nach 
ihren Notengesetzen die stärkste Nusdehnungsmöglichkeit, während die 
Lank von Frankreich von ihrer Höchstgrenze nicht weit entfernt war,- 
aber die französische Notenbank hielt ihre Leihrate niedriger als die 
deutsche und österreichische. 
An Stelle des Konstatierungsstandpunkts sind bankpolitische Cr- 
wägungen getreten: Oie Zukunftsbelastung wird abgeschätzt. Aber noch 
immer sind, wie die angeführten Beispiele zeigen, Gesichtspunkte der 
künftigen Liquidität der Bank für die Bestimmung der Bankrate ent 
scheidend. Infolge dessen können Notenbanken, die durch Anwendung 
aller bankpolitischen Mittel den Goldbestand des Landes bei sich konzen 
triert haben, unter Umständen die gleiche Rate erheben wie Noten 
banken anderer Länder, die an Gold— aber auch an Leihkapital — un 
gleich reicher sind. Oie Gesterreichisch-Ungarische Bank hat in den 
letzten Konjunkturen mit wenigen Ausnahmen die gleiche Bankrate 
aufgewiesen wie die Reichsbank, obwohl bei ungefähr gleichem Noten 
umlauf der gesamte Goldbestand der Monarchie kaum 40% des deutschen 
Goldbesitzes betrug und das Verhältnis zwischen Angebot und Nach 
frage auf dem Geldmarkt in Wien fast stets ungünstiger war als in 
Berlin. Oie Reichsbank/und die Gesterreichisch-Ungarische Lank hatten 
zum Beispiel im Mai 1914 die gleiche Rate von 4%, obwohl die Wiener 
Banken für Einlagegelder 4%, die Berliner nur 2% vergüteten. Dos 
Beispiel zeigt klar die Unzulänglichkeit einer Diskontpolitik, die nur 
von der Berechnung der künftigen Ansprüche an die Notenbank allein 
ausgeht und den Geldmarktunterschieden nicht Rechnung trägt. Oie 
im Verhältnis zum Ausland zu niedrige Bankrate wirkt auch auf den 
Privatsatz ein, hemmt das Einströmen kurzfristigen Leihgeldes aus dem 
Ausland und unterläßt den Druck auf die Wirtschaft zur Verbesserung 
der Handelsbilanz. Oie bankpolitischen Mittel haben die Aufgabe, die 
Notenbank zu stärken und die wirtschaft vor zu häufigen Aenderungen 
der Bankrate zu schützen; werden sie aber als Vorwand einer Diskont 
politik benützt, die an den Verhältnissen des Geldmarkts im vergleich 
zum Ausland gemessen mit zu niedrigen Lätzen arbeitet, so kann da 
durch die Volkswirtschaft dauernd benachteiligt werden; bei inneren 
Krisen, vor allem aber im Krieg wird die Unzulänglichkeit des inneren 
Goldbestandes deutlich sichtbar. 
Diese Gefahr liegt namentlich in jenen Reichen nahe, in denen 
die bankpolitischen Mittel weit ausgebildet sind. Oie Notenbank kann 
prinzipiell die ungedeckten Noten zum Kostenpreis hergeben, das ist 
zu jenem preis, der sich aus dem Notendruck und der verwaltungs-
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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