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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Der Geldmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

172 
II. Der Geldmarkt. 
zu Ende 1913 95 Millionen PfundDepositenund 9 Millionen Akzepte, nach 
Abzug von 12 Millionen Rasse daher 92 Millionen Pfund demMarktzur 
Verfügung stehende Mittel gegen 97 der Bank von England. Die Be 
deutung der Bank liegt aber in der Möglichkeit der Notenemission im 
Rrisen- und Kriegsfall und sie wird umso größer je stärker die Depositen 
steigen und je mehr England militärisch bedroht wird. Die Znterven- 
tionskraft der Bank von England im nationalen Verkehr bei Abhebung 
von Depositen ist unbeschränkt, die Leistungsfähigkeit dem Ausland 
gegenüber aber begrenzt, zumal die Diskonterhöhung nicht mehr die 
alte Anziehungskraft übt/ das ist aber das für die Beurteilung der Stärke 
der Bank von England entscheidende Moment, da die Probleme des 
englischen Geldmarkts nicht mehr wie ehedem aus der englischen Wirt 
schaft heraus, sondern aus dem internationalen verkehr erwachsen, 
dessen Anforderungen sich die Marktverfassung nicht voll angepaßt hat. 
Nach altem Herkommen wird in der Literatur behauptet, daß der eng 
lische Markt durch die stark durchgeführte Arbeitsteilung charakterisiert 
wird. Oer Begriff wird aber nicht ganz zutreffend angewendet. Oie 
historische Entwicklung ging nicht etwa in der weise von statten, daß 
die Banken zuerst alle Funktionen vereinigten, nachher einige davon 
abstreiften zugunsten von anderen Mitgliedern des Geldmarktes/ die 
Banken behielten vielmehr die alte Form und überließen neu auf 
tauchende Aufgaben andern Berufszweigen. Dadurch sind innerlich 
zusammenhängende Transaktionen getrennt worden. Der englische 
Geldmarkt entspricht noch heute dem individualistischen Ideal des Libe 
ralismus: Oie CEity ist der einzige Markt mit wirklich lebendem Geschäft, 
mit einer Fülle von untereinander konkurrierenden Geldgebern. Das 
Eharakteristikum des Geldmarktkredits, der Mangel des Interesses des 
Gläubigers am Erfolg des Schuldners, kommt nirgendwo so deutlich 
zum Ausdruck wie in London. Aber auch kein andrer Markt ist so schwer 
zu organisieren, ein Moment, das bei den großen internationalen Ver 
pflichtungen Lombardstreets besonders in diewagschale fällt. Die De 
positenbanken, auf welche in letzter Linie die Verantwortung fällt, stehen 
weder zur Notenbank noch zur Börse und bis in die neueste Jett auch 
nicht zu den Hauptschuldnern, dem internationalen Warenhandel, in 
direkter Fühlung. Aus ihren geschäftlichen Beobachtungen heraus können 
sie heranziehende Krisen nicht konstatieren/ es ist darum keine Gewähr 
für rechtzeitige Warnung an Handel und Börse, rechtzeitige Zurück 
haltung im waren- und Effektenkauf gegeben. Noch immer ist die 
Sturmglocke der Notenbank das einzige und späte Alarmsignal in Krisen- 
zeit. Man hat nun oft versichert, daß der brober mit seinem liquiden
	        

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Oeuvres Complètes. Guillaumin, 1847.
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