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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Der Kapitalmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
  • Title page
  • Contents

Full text

214 
II. Buch. Der Güteraustausch. 
Waren versorgen würde, die billiger und besser als die vom Auslande be 
zogenen wären. 
Die durch den internationalen Handel erzielten Gewinne fallen ver 
schiedenen Bevölkerungskreisen zu. Tie Art und Weise ihrer Vertheilung ist 
sehr verwickelt, und es läßt sich die Frage, wie viele Gruppen des Volkes a» 
diesen Vortheilen theilhaben, nicht mit Bestimmtheit beantworten. Es kommt 
viel darauf an, ob freier Mitbewerb oder Monopole, durch freies Ueberein- 
kommen geregelte oder gesetzlich festgesetzte Preise bestehen. Im allgemeinen 
kann man nur sagen, das; die Consumenten der importirten Waren und die 
Producenten der exportirten Gegenstände sowie die Kaufleute und Transpor 
teure aus dem Handel mit dem Auslande besondere Vortheile ziehen. Wirft 
inan einen Blick auf die geschichtliche Entwicklung dieser Verhältniffe, so wird 
man gewahr, daß einer der größten der von einer Nation aus dem inter 
nationalen Handel gezogenen Vortheile darin zu suchen ist, daß sich eine 
Klasse energischer, umsichtiger Kaufleute heranbildete, welche zu Reichthum und 
Einfluß gelangte. Die Geschichte der Republiken Venedig, Genua und Pif"? 
der Hansastädte sowie der reichen Handelsstädte des flandrischen Mittelalters 
itnb die mächtige Entfaltung des holländischen und englischen Handels liefern 
in dieser Hinsicht Beispiele in Hülle und Füllet Hingegen muß jeder Ver 
such, den Gewinn, welchen die Gesamtheit der Einwohner eines Landes ^ 
dem Handel mit dem Auslande zieht, genau berechnen zu wollen, als aussicht- 
los bezeichnet werden. Dieser Gewinn hängt zum großen Theile von ^ 
Produktionskosten ab; letztere lassen sich aber, wie wir gesehen haben, nicht aus 
Heller und Pfennig berechnen, um gar nicht davon zu reden, wie sich infolge de 
1 Diese Entwicklung intellectueller und moralischer Eigenschaften, welche sich * 
so manchen Handelsstaaten vollzogen hat, muß eifrigster Beachtung gewürdigt werde"- 
Man vergegenwärtige sich z. B., daß sich in Venedig infolge der überseeischen Unter' 
nehmungen, welche die Ausbreitung und die Sicherung der Handelsbeziehungen in & 
Levante zum Zwecke hatten, eine staatskluge und kriegerische Aristokratie von 
Tapferkeit bildete und bis gegen das Ende der Republik tüchtig und thatkräftig erhşş 
Roch das 17. Jahrhundert war Zeuge der Heldenthaten, welche venetianische Rob^ 
während des fast zwanzigjährigen Kampfes vollbrachten, den ihre Vaterstadt »m 
Insel Kreta mit den Türken führte. So hatte die Handelspolitik eine mindestens 500 3^ 
(1200 bis 1700) währende Entfaltung kriegerischer Tüchtigkeit und politischen 
sinns gezeitigt, mit welchen eine großartige Begünstigung der schönen Künste Hand 
Hand ging. Aehnliche Beispiele liefern auch die portugiesische und die Hollands 
Geschichte, wenn auch die Blüthe dieser Länder von kürzerer Dauer war. Der Krieg 
rühm Englands hingegen ist ältern Datums als die großartige HandelsentwickM^ 
dieses Landes. Die Entfaltung politischer Weisheit und Consequenz fällt aber 0 etö ^ 
in das 18. Jahrhundert, also mit dem Beginn des höchsten Handelsflors zusann"^ 
Auf den unter Umständen dem Frieden günstigen Einfluß des Welthandels ist 
3. Kapitel dieses Buches hingewiesen worden.
	        

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Grundsätze Der Volkswirtschaftslehre. Herder, 1896.
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