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Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Bibliographic data

fullscreen: Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

Monograph

Identifikator:
100669000X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-18753
Document type:
Monograph
Title:
Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche
Place of publication:
Halle a.S.
Publisher:
Carl Marhold Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 70, 441 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Allgemeines und Spezielles über Entwicklung und Stand der Wohlfahrtspflege
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche
  • Title page
  • Contents
  • I. Allgemeine Vorbemerkungen
  • II. Charakter und Entwicklung der "Deutschen Ehrentafel"
  • III. Allgemeines und Spezielles über Entwicklung und Stand der Wohlfahrtspflege
  • IV. Ergebnisse und Schlußbemerkungen
  • [Beiträge]

Full text

22 Allgemeines und Spezielles über Entwicklung und Stand der Wohlfahrtspflege. 
heim „Hubertushöhe“ errichtet. — Das Ferienheim Lückendorf der Firma Körting & 
Mathiesen in Leutzsch b. Leipzig, das aus den Mitteln des „Fonds für Wohlfahrts 
zwecke“ (550000 M. Vermögen) mit 150000 M. errichtet ist, kann in seiner äußeren und 
inneren Einrichtung als eine Musteranstalt gelten. Die Firma G. J. H. Siemers & Co., 
Reederei u. Bankgeschäft, Hamburg besitzt eine bereits 1895 vom Inhaber Edmund 
J. A. Siemers errichtete Heilstätte in Geesthacht, deren 350 Betten den Angestellten und 
deren Familienangehörigen kostenfrei zur Verfügung stehen. — Die Firma Breuninger, 
Stuttgart besitzt ein Erholungsheim „Hohen-Rodt“ für 100 Personen. Das Seidenhaus 
Michels & Cie., Berlin, Crefeld u. Nowawes bietet allen weiblichen Angestellten freien 
Ferienaufenthalt im Ferienheim zu Mellen (Meckl.). — Die Wilhelma, Allg. Versiche- 
rungs-A.-G. in Magdeburg hat in Verbindung mit der Magdeburger Hagelver 
sicherungsgesellschaft für die Beamten beider Gesellschaften ein splendid ausgestattetes 
Erholungsheim (Kalkowheim) in Harz bürg errichtet. — Das Heilverfahren für erkrankte Be 
amte und deren Frauen und Kinder, sowie für Arbeiter und Angehörige wird auch oft durch 
Überweisung an anderweite Heilstätten, Hospize und Bäder oder durch Gewährung von Mitteln 
für Aufenthaltskuren auf dem Lande oder an der See ausgeführt. Bei den Farbenfabriken 
vorm. Friedr. Bayer & Co. in Leverkusen bestehen nach dieser Richtung hin ge 
sonderte Stiftungen für Beamte und Arbeiter. Außerdem besteht bei dieser Firma das durch 
die v. Böttinger-Stiftung begründete Erholungs- und Rekonvaleszentenheim, das Platz 
zur Aufnahme von 50 Personen bietet. -— Besondere Anerkennung verdienen die von 
vielen Fabrikfirmen für die Lungenfürsorge ihrer Arbeiter und deren Angehörige auf 
gewendeten Mittel. Es ist hier am Platze, darauf hinzuweisen, welche Liebe und Hingabe 
oft gerade diesem Wohlfahrtszweige zugewendet wird. So suchte der Begründer der 
Messingwerke Basse & Selve in Altena (Westfalen), Gustav Selve, die in seinen 
Arbeitsstätten mit ihm Arbeitenden nicht von sich abzuschütteln, wenn ihr Gesundheits 
zustand schwankend wurde, sondern er suchte für sie Heilung und Besserung zu er 
zielen, und er beschäftigte auch die invalid bleibenden mit entsprechend leichteren Arbeiten. 
Sein und seiner Witwe Vermächtnisse und Stiftungen haben, gestützt auf die gleiche Ge 
sinnung der gegenwärtigen Firmeninhaber, dafür gesorgt, daß auch für Gegenwart und 
Zukunft derselbe menschenfreundliche Geist über den ausgedehnten Werken waltet! 
In ganz besonders durchgreifender Weise hat nun Gustav Selve für die lungenkranken 
Arbeiter seiner Firma und für deren lungenkranke Angehörigen durch Erbauung von be 
sonderen Wohnhäusern, den sogenannten Lungenkrankenhäusern, gesorgt. Von der 
Erkenntnis ausgehend, daß ein sehr wesentliches Mittel zur Bekämpfung der Krankheit 
in der möglichst strengen Isolierung der Kranken, besonders derjenigen im vorgerückten 
Stadium zu suchen ist, war Selve seit Jahren bestrebt, solchen Kranken unter seinen Ar 
beitern oder deren Familiengliedern, die die Familie nicht verlassen wollten, ein besonders 
großes, luftiges Zimmer — von den anderen Räumen getrennt — in eigens dazu gebauten, 
fern vom Fabriklärm, alleinstehend am Walde und in möglichst sonniger Lage belegenen 
Häusern zu überweisen. Es sind nach der zum 50 jährigen Jubiläum der Firma 1911 heraus 
gegebenen Festschrift bisher sechs einstöckige Häuser für je eine und drei zweistöckige 
Doppelhäuser für je vier Familien mit lungenkranken Familienvätern errichtet. Die innere 
Einrichtung der Lungenkrankenhäuser entspricht allen neuesten hygienischen Anforde 
rungen. Die Familie des Erkrankten wird bis zur Wiederherstellung des Ernährers aus 
dem Unterstützungsfonds unterstützt. Die Erfolge sind ausgezeichnet, namentlich auch 
in bezug auf die durch diese Einrichtungen erzielten Einwirkungen auf die Gesundheits 
pflege der übrigen Arbeiterschaft. 
Die Gruppe 9 faßt die auf 
GESUNDHEITSPFLEGE, SPORT UND SPIEL, FERIEN UND URLAUBE gerichteten 
Aufwendungen in der Wohlfahrtspflege zusammen. Es ist selbstverständlich, daß die 
bezüglichen Beträge nicht genau auseinander zu halten sind, und daß demzufolge in dieser
	        

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Die Freiwilligen Sozialen Fürsorge- U. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel U. Industrie Im Deutschen Reiche. Carl Marhold Verlagsbuchhandlung, 1913.
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