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Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Bibliographic data

fullscreen: Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

Monograph

Identifikator:
100669000X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-18753
Document type:
Monograph
Title:
Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche
Place of publication:
Halle a.S.
Publisher:
Carl Marhold Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 70, 441 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Allgemeines und Spezielles über Entwicklung und Stand der Wohlfahrtspflege
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche
  • Title page
  • Contents
  • I. Allgemeine Vorbemerkungen
  • II. Charakter und Entwicklung der "Deutschen Ehrentafel"
  • III. Allgemeines und Spezielles über Entwicklung und Stand der Wohlfahrtspflege
  • IV. Ergebnisse und Schlußbemerkungen
  • [Beiträge]

Full text

Allgemeines und Spezielles über Entwicklung und Stand der Wohlfahrtspflege. 31 
Zuspruchs erfreuen. Für diese Abende werden auch bewährte, ja berühmte Künstler und 
Redner von auswärts mit herangezogen. Die Fabrikzeitschrift „Die Erholung“, die in 
einer Auflage von 4000 Exemplaren erscheint, ist das geistige Band zwischen Veranstaltern 
und Teilnehmern der Bildungseinrichtungen. In ihr werden nicht nur Programme und 
aufklärende Artikel, sondern auch Kritiken und Vorschläge veröffentlicht. Die Leitung 
der Zeitschrift „Erholung“ gehört gleichfalls zu den Aufgaben der „Zentralstelle“, und es 
muß jeder Unparteiische bestätigen, daß der Inhalt dieses Organs wohl geeignet ist, die 
Bildung der Leser zu fördern. —- Da das Interesse an fremden Sprachen unter den Werks 
angehörigen sich mehrfach geltend machte, so begründete die „Zentralstelle“ im Mai 1911 
eine Sprachvereinigung, die bereits am Schlüsse des ersten Jahres 195 ordentliche 
und 32 außerordentliche Mitglieder zählte. Zum Eintritt sind sämtliche Werksangehörige 
und ihre Familienangehörigen berechtigt. Im ersten Sommersemester fanden sechs englische 
Kurse (63 Teilnehmer) und fünf französische Kurse (71 Teilnehmer) statt. Mit 55 resp. 
54 Teilnehmern wurden diese Kurse im Winter fortgesetzt, auch wurde noch ein italienischer 
Kursus angereiht, der 15 Teilnehmer fand. Die fremdsprachlichen Konversationsabende 
wurden durchschnittlich von 20—25 Personen besucht. Außerdem fanden in der Sprach 
vereinigung noch sechs größere Veranstaltungen, darunter drei Mitgliederabende mit 
Vorträgen, statt. Die Vereinigung hat aus eigenen Mitteln auf sechs fremdsprachliche 
Journale abonniert. -—■ Der Ausschuß geht auch den übrigen Vereinen der Fabrik mit Rat 
und Tat an die Hand. 
Zu den weiteren Bildungseinrichtungen der Farbenfabriken gehören die Bibliothek 
und die Lesehalle. Erstere hatte 1911 einen Bestand von 14274 Bänden. An der Be 
nutzung von 92 201 entliehenen Büchern beteiligten sich 54 % der sämtlichen Werks 
angehörigen und zwar 95% % der Beamten und 45 % der Arbeiter. Für den Bildungsstand 
der Entleiher ist bezeichnend, daß neben der naturgemäßen höheren Inanspruchnahme 
der belletristischen Literatur (50%) und der Jugendschriften (15%), 35% der Aus 
leihungen auf die wissenschaftliche Literatur entfielen. Wenn Ganghofer und 
Rudolf Herzog zu den meistgelesenen Schriftstellern der Unterhaltungsliteratur gehören, 
so zeugen die von der Zentralstelle angestellten erfolgreichen Bemühungen, die Genannten 
auch zu mündlichen Vorträgen zu gewinnen, von einer besonders feinsinnigen Auffassung 
ihrer Aufgabe. — In der Lesehalle liegen nicht weniger als 122 Zeitschriften sowie 
15 Tageblätter aus. 
Die Kinderlesehalle ist eine weitere neue Schöpfung für Bildungszwecke. Sie 
wurde im November 1911 mit einem ungeahnt großen Erfolg eröffnet. Sie wird von 
Bibliothekarinnen geleitet, welche den Kindern auch Märchen erzählen, Bilderbücher zeigen 
und Lieder mit ihnen singen. Eine eigene Kinderbibliothek von 500 Bänden wurde 
hinzugefügt. Von Mitte November bis Dezember 1911 wurden bereits 321 Leihkarten 
für die Kinderbibliothek ausgegeben und über 900 Bücher an die Kinder verliehen. Die 
Lesehalle ist Dienstag, Donnerstag und Sonnabend von n—12, y 2 1—y 2 z und von 
4—10 Uhr abends geöffnet. Am Montag, Mittwoch und Freitag ist sie von 4—10 Uhr ge 
öffnet, an Sonntagen von 10—12 und von 3—10 Uhr. Am Dienstag und Freitag von 
4—6 Uhr steht die Lesehalle den Kindern zur Verfügung. 
Auch den Kunstgeschmack fördernde Aufgaben sind der Zentralstelle gestellt. 
So erfolgt die Ausschmückung der einzelnen Räumlichkeiten in der Fabrik nach ihren 
Vorschlägen. Es werden hierzu jährlich etwa 50 Bilder angekauft, darunter kostbare 
und schöne Drucke der Medici-Gesellschaft. Da die Gesamtzahl der nunmehr vorhandenen 
Bilder über 700 beträgt, alle Bilder aber mit gutem Verständnis ausgewählt sind, so kann 
man diese Gemäldegalerie mit Fug und Recht als einen Bildungsfaktor betrachten. 
Weiter veranstaltete der Ausschuß der Zentralstelle Ausstellungen aller Art, die die 
Wissenschaft fördern und den Geschmack pflegen sollen. Im Sommer 1909 wurde eine 
Ausstellung von Kunsttöpfereien, Bildern und billigen Volksschriften veranstaltet, die in
	        

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Die Freiwilligen Sozialen Fürsorge- U. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel U. Industrie Im Deutschen Reiche. Carl Marhold Verlagsbuchhandlung, 1913.
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