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Die Schweiz

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Bibliographic data

fullscreen: Die Schweiz

Monograph

Identifikator:
1008917265
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19129
Document type:
Monograph
Author:
Flückiger, Otto http://d-nb.info/gnd/117736708
Title:
Die Schweiz
Edition:
Zweite Auflage
Place of publication:
Zürich
Publisher:
Druck und Verlag von Schultheß & Co.
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (VI, 243 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Einzelbeschreibung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Sittlichkeit in Ziffern?
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Theoretische Vorfragen
  • Zweiter Teil. Statistische Vorfragen
  • Dritter Teil. Kriterien
  • Teil IV. Akzessorische Fragen der moralstatistischen Kausalitäten
  • Schlußbemerkung
  • Index

Full text

120 
Dritter Teil, 
leben. Aber jedenfalls zeigt sie die dringende Notwendigkeit, 
unsere heidnischen Anschauungen, unseren Individualismus in 
bezug auf die Familie durch einen sozialeren, christlicheren 
Standpunkt zu ersetzen. Wir müssen das Kind zum Mittelpunkt 
der Familie machen und mit allen Mitteln das Kind und das 
Familienleben gegen heidnische und materialistische Anschau- 
ungen schützen‘ 197, 
Ein besonders gefährliches Element besteht in der in Amerika 
häufig angewandten Eheversicherung gegen Scheidung, Die Ehe- 
versicherung hat für die Frau zweifellos den großen Vorzug, sie 
ökonomisch zu stützen, d. h. sie eine unlieb gewordene Ehe ohne 
die Befürchtung eines mit der Auflösung der Ehe eventuell 
verbundenen finanziellen Ruins lösen lassen zu können. Die Ver- 
ringerung dieser Gefahr durch die Eheversicherung würde die 
197 Die immer mehr überhand nehmende Mode reicher Amerikaner, ihre 
Ehen in Paris scheiden zu lassen, hat dem Pariser Rechtsanwalt und Ehe- 
scheidungsspezialisten Adrien de Pachmann, Sohn des berühmten Pianisten 
und Stiefsochn des Dreyfus-Verteidigers Labori, eine reiche Praxis ein- 
gelragen; er, der es wissen muß, hat sich kürzlich einem Vertreter der „New 
York Evening Post‘ gegenüber recht abfällig über seine Klienten aus- 
gesprochen: „Unglaublich ist die Leichtigkeit, mit der die Amerikaner eine 
Ehe schließen und wieder aufgeben. Sie heiraten ohne Vorbedacht, und sie 
lassen sich ohne Nachdenken scheiden. Unter Leichtigkeit verstehe ich den 
offensichtlichen Mangel an Bedauern. Ich habe niemals einen amerikanischen 
Klienten, Mann oder Frau, zusammenbrechen sehen; selten daß einer einmal 
ein wenig traurig aussieht. Sie kommen hieher mit hoffnungsvollen Blicken, 
so wie man wegen eines Leidens zum Arzt geht; aber sie sind, das können 
Sie mir glauben, vergnügter als kranke Leute! Und nachdem sie fröhlich 
die erforderlichen Schriftstücke unterzeichnet haben, eilen sie davon — ver- 
mutlich zum Schneider, zur Putzmacherin, zu den Kabaretts von Mont- 
martre, zu den tausend Zerstreuungen, die Paris einem gebrochenen Herzen 
bietet. Aber ich erinnere mich nicht an ein gebrochenes amerikanisches 
Herz, Lustig ist dabei die echt amerikanische Vorstellung, daß eine ständige 
Prozession von Scheidungslustigen aus Amerika nach Paris zieht. In Wirk- 
lichkeit werden durchschnittlich im Jahr nur etwa hundert amerikanische 
Ehen in Paris geschieden. Man hört nur deswegen so viel von ihnen, weil 
die Betreffenden gewöhnlich bekannte Angehörige der amerikanischen Ge- 
sellschaft sind.‘
	        

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Sittlichkeit in Ziffern? Duncker & Humblot, 1928.
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