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Die Konsumtion

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Bibliographic data

fullscreen: Die Konsumtion

Monograph

Identifikator:
1011553732
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-36206
Document type:
Monograph
Author:
Oldenberg, Karl http://d-nb.info/gnd/117116246
Title:
Die Konsumtion
Edition:
Separatabdruck aus Grundriß der Sozialökonomik Abteilung II
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
J. C. B. Mohr
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (Seiten 103-164)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
§ 7. Moderne Wandlungen der Konsumation
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Konsumtion
  • Title page
  • Contents
  • § 1. Die Literatur
  • § 2. Der Begriff
  • § 3. Wirtschaftlichkeit in der Konsumtion
  • § 4. Wertmaßstäbe der Konsumtion
  • § 5. Allgemeine Statistik der Konsumtion
  • § 6. Haushaltsrechnungen
  • § 7. Moderne Wandlungen der Konsumation
  • § 8. Zukunftsfragen der Konsumtion
  • § 9. Konsumtionspolitik
  • § 10. Speziell Einfluß der Steuer auf die Konsumtion
  • Index

Full text

148 I. Buch B III: K. Oldenberg, Wirtschaft, Bedarf u. Konsum. 
§ 7 
sich erst jüngst beklagt x ): „Die Erfahrungen, die ich seinerzeit in den Jahren 1877 
bis 1879 und später gelegentlich meiner Ausnützungsversuche am Menschen über 
den Eiweißbedarf der Erwachsenen gemacht hatte, sind mehr als ein Jahrzehnt 
unbeachtet geblieben, obwohl sie für die Frage des Eiweißminimums wichtige Anhalts 
punkte gegeben hätten.“ Ebenso hat der Eiweißforscher A. K o s s e 1, eine Au 
torität auf dem Gebiete der Eiweißchemie, schon 1901 nachdrücklich darauf hinge 
wiesen i) 2 ), daß die verschiedenen Arten des Eiweiß den Organismus unter sehr ver 
schiedene Bedingungen stellen, und daß eine physiologische Verwertung der Ergeb 
nisse der Eiweißchemie aus den vorangehenden 12 Jahren „kaum noch angebahnt 
ist“. Er hätte hinzufügen können, daß ein Physiologe wie Förster (1882) 3 ) 
eine physiologische Bedeutung der chemischen Eiweißunterschiede geradezu in Ab 
rede gestellt hatte. R u b n e r hat neuerdings nicht nur die weiten individuellen 
Unterschiede 4 ) im Eiweißbedürfnis hervorgehoben, die gewöhnlich übersehen worden 
seien, sondern auch die durch allgemeine Umstände bedingten Unterschiede 5 * ). Daß 
es trotzdem theoretisch ein absolutes physiologisches Eiweißminimum gebe, ohne 
dessen Deckung der Mensch zugrunde gehe, habe er zuerst nachgewiesen 8 ). Dieses 
Minimum gibt er 1903 7 ) auf etwas weniger als 42—47 g, 1908 8 ) auf 31,4 g, 1913 9 ) 
etwa 30 g an, während „heutige Vertreter niederer Stickstoffzufuhr von 8—-10 g bis 
50 und 60 g Eiweiß verlangen“ 10 * ), nach seiner Meinung ganz willkürlich. Für prak 
tische Zwecke sei aber das absolute Minimum unbrauchbar; vielmehr müsse auf die 
Zusammensetzung der Nahrung Rücksicht genommen werden n ). Und zwar ist 
nach seinen letzten Angaben das Eiweißbedürfnis befriedigt, d. h. eine Verkümme 
rung des Protoplasma der Körperzellen verhütet durch 102 g Eiweiß im Mais oder 
76 g im Brot oder 54 g in Erbsen oder 38 g in Kartoffeln oder 34 g in Reis oder 30 g 
in Fleisch, wenn dieses nicht in der üblichen irrationellen Form eines einzelnen Fleisch 
gerichts aufgenommen wird I2 ). „Für denjenigen Menschen, welcher keine wesent 
liche Arbeit u. dgl. leistet, gelingt es überhaupt nicht, ausreichend Eiweiß mit ei 
weißarmen Vegetabilien zuzuführen“ 13 ). 
Bei einer Zusammensetzung der Nahrung, wie Voit sie nach seinen großstäd 
tischen Beobachtungen zugrunde legte (Brot, etwas Kartoffeln, Gemüse, Milch, 
Fleisch), mit schmackhaftem Wechsel der Speisen, bekömmlich und leicht verdaulich, 
und bei gebührender Anrechnung der früher erwähnten Risikoprämien sieht Rub- 
ner trotzdem in der Eiweißnorm von 100—120 g für einen kräftigen Arbeiter und 
etwa 100 g für leichter arbeitende Personen „kein solches Eiweißübermaß, daß es 
nötig wäre, an Korrekturen und Reduktionen zu denken“ 14 ). Dagegen „würde 
i) 1908, S. 17. 
a ) Ueber den gegenwärtigen Stand der Eiweißchemie, in den Berichten der Deutschen 
Chemischen Gesellschaft 1901, Nr. 13, S. 3214 f. 
3 ) Handbuch der Hygiene, herausgegeben von Pettenkofer und Ziemssen, 1. Teil, 1. Ab 
teilung, S. 35. 
4 ) 1908, S. 22, 62. Rubner beklagt, daß die meisten Ernährungsangaben nicht einmal 
das Körpergewicht verzeichnen, ganz abgesehen von andern individuellen Eigenschaften des 
Konsumenten, die nach seinen Experimenten relevant sind. 
5 ) S. 27: anscheinend sparsamere Verwertung des zugeführten Eiweiß im Organismus 
bei Eiweißmangel und zugleich knapper Eiweißzufuhr. 
«) 1913, S. 38. 7 ) Lehrbuch, S. 466. 
8 ) S. 17. 9 ) S. 71. 
10 ) S. 73. Hindhede fordert (1913) bei einer Gesamtnahrung von 3000 Kalorien 
18—21 g Reineiweiß. 
u ) Er denkt dabei, abgesehen von dem verschiedenen Nährwert der verschiedenen Ei 
weißstoffe (1908, S. 13. 1913, S. 38), teils an die ungleiche Mischung der drei Grundstoffe in 
den Nahrungsmitteln, teils an die mehr oder weniger vorteilhafte Verteilung des Eiweiß in 
ihnen. „Von ganz besonderer Wichtigkeit erscheint die Beobachtung, daß bei Zufuhr stei 
gender Mengen derselben vegetabilischen Nahrungsmittel die Gesamteiweißzersetzung nicht 
ansteigt“ (Lehrbuch 1903, S. 465 f.). 
12 ) 1913, S. 71. 
Lehrbuch 1903, S. 467. 
u ) 1913, S. 85.
	        

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Die Konsumtion. J. C. B. Mohr, 1914.
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