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Lebenserinnerungen

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Bibliographic data

fullscreen: Lebenserinnerungen

Monograph

Identifikator:
1011918013
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-21195
Document type:
Monograph
Author:
Eucken, Rudolf http://d-nb.info/gnd/118682555
Title:
Lebenserinnerungen
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von K. F. Koehler
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (V, 127 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Die Weiterentwicklung meines Lebens und Strebens
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Lebenserinnerungen
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil
  • Zweiter Teil. Die Weiterentwicklung meines Lebens und Strebens
  • Schluß
  • Index

Full text

Heroismus, der durch alles Nein hindurch zuversichtlich aufeinZa ge 
richtet ist und dies allen Widerständen entgegenhält. Unser Leben 
behält auch dann einen 5inn pnd Wert, wenn es mehr ein inneres 
Vordringen als ein äusteres Überwinden, mehr ein Wecken und 
Lammeln der Kräfte als ein volles Erreichen des Zieles ist, wenn 
es in Zusammenhängen steht, die wir nicht klar durchschauen. 3o 
dachte auch Luther, wenn er sagte: „Ls ist noch nicht getan und 
geschehen, es ist aber im gange und Lchwange, es ist nicht das 
Lndc, aber der Weg. Ls glühet und glänzet nicht alles, es feget sich 
aber alles". Uns Menschen treibt aber eine solche Lage der 
Dinge dazu, alle Kraft für das gute und Wahre aufzubieten, alle 
Unklarheit auszutreiben, die Dinge nicht gehen zu lassen, wie sie 
gehen, sondern ihnen ein Keich eines schaffenden Weltwillens mit 
feiner Lwigkeit, feiner Unendlichkeit, feinem Beisichfelbstfein entgegen 
zusetzen. Von da aus müssen sich alle grasten und Werte wesentlich 
verändern, in dieser gedanken- und geisieswelt werden uns auch 
die Zweifel am Bestehen einer geistigen und sittlichen ördnung bei 
aller Lchwierigkeit nicht ungerüstet finden. 
Vas ganze des menschlichen Lebens trägt vorwiegend die 
Signatur des Kampfes, aber der Kampf kann verfchiedene grade 
haben; es ist nicht zu bezweifeln, dast er heute eine besondere 
Höhe und Hpannung erreicht hat. Wie wir früher sahen, vollzieht 
sich das weltgeschichtliche Leben auf seinen Höhen in grasten 
Zusammenhängen, Lpntagmen, wie wir sie nannten; nur 
diese Zusammenhänge verleihen ihm einen geistigen Lharakter, 
ohne sie zerfällt es in lauter einzelne Bruchstücke, solcher Lebens 
zusammenhänge zeigt bekanntlich unser westlicher Kulturkreis drei: 
die antike Welt mit ihrer Herrschaft der gestaltung, die christlich- 
religiöse mit ihrer Heelenvertiefung, die moderne mit ihrer Kraft 
entwicklung; so sind 3wrm, gesinnung, Kraft die Hauptzüge der 
Bewegung. Die gegenwärtige Lage aber schwankt haltlos zwischen 
fenen verschiedenen Lösungen, sie empfindet stark das Bedürfnis 
eines neuen Lebenszusammenhanges, der den Wahrheitsgehalt 
aller früheren Leistungen in sich aufnehme und ihn zugleich einer 
neuen Höhe zuführe; aber sie findet einstweilen nicht einen sicheren 
Weg zum Ziele. Ls ist namentlich das Zufammenwirken zweier 
groster Probleme, deren Zulammenstost die ganze Menschheit 
fieberhaft bewegt und alles Wohlergehen zu zerstören droht. Lin 
erster Stelle fehlt dem modernen Leben feit Jahrhunderten ein 
fester Mittelpunkt und ein genügender Lebensinhalt, gegenüber 
der zu engen und gebundenen mittelalterlichen Llrt erhob sich ein 
gewaltiges ötreben, alle Kräfte zu entwickeln und diefe Lntwicklung 
zur Hauptaufgabe zu machen. Über so Hervorragendes in diesem 
Ltreben geleistet wurde, ihm fehlt eine innere Linheit und damit
	        

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Lebenserinnerungen. Verlag von K. F. Koehler, 1921.
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