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Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Bibliographic data

fullscreen: Geld-, Bank- und Börsenwesen

Monograph

Identifikator:
1012150852
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-27269
Document type:
Monograph
Author:
Obst, Georg http://d-nb.info/gnd/11759296X
Title:
Geld-, Bank- und Börsenwesen
Edition:
25., verbesserte Auflage
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
C.E. Poeschel Verlag
Year of publication:
1927
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 521 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Dritter Teil. Börse und Börsengeschäfte
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Geld-, Bank- und Börsenwesen
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Geld und Geldsurrogate
  • Zweiter Teil. Banken und Bankgeschäfte
  • Dritter Teil. Börse und Börsengeschäfte
  • Index

Full text

371 
Die Definition der Börse als „Markt für vertretbare Tauschgüter" 
hat den Vorzug der Kürze, ist aber nicht erschöpfend. Richard Ehrenberg 
definiert: „Börse ist jede in kurzen Zeitabständen, meist täglich wieder- 
kehrende Versammlung von Kaufleuten und anderen beim Handel be- 
teiligten Personen zum Zwecke des Abschlusses von Handelsgeschäften 
ohne gleichzeitige Vorzeigung, Übergabe und Bezahlung der Ware." 
Die Definition, die von der Enquete-Kommission vorgeschlagen, ins Gesetz 
jedoch, weil die Definition des Begriffes Börse kaum erschöpfend gegeben werden 
könne, nicht aufgenommen worden ist, lautete: „Die Börse ist eine durch den 
Staat genehmigte und unter Staatsaufsicht stehende Veranstaltung von Ge 
meinden oder Handelskorporationen zu dem Zwecke, den Handelsverkehr zu er 
leichtern und die allgemeinen wirtschaftlichen Interessen zu fördern." 
Das Wort „Börse" bezeichnet einmal den Ort der Versammlung s„ich 
gehe zur Börse"), weiter wird es in dem Sinne von „Börsen b e s u ch e r" 
angewendet — inan spricht von Haltung, Stimmung, Tendenz der Börse 
usw. —, schließlich ist eine Zeitbestimmung damit verknüpft s„Vorbörse", 
„Nachbörse" und „Abendbörse"). 
r. Börsen bis zur Begründung der Ästindischen Kompagnie (J602). 
Börsen, d. h. Orte, an denen vertretbare Gegen st ände ge- 
handelt wurden, soll es bereits bei den alten Babyloniern, Ägyp 
tern und Phöniziern gegeben haben. Ob die Versammlungen der 
alten römischen Bankiers sargsutarii) auf dem Forum, die colle- 
gia mercatorum, die Bezeichnung als „R ö m i s ch e B ö r s e", die 
M o m m s e n ihnen gibt, wirklich verdienen, wird viel bestritten. 
Der Art ihrer Entstehung nach teilt R. E h r e n b e r g die Börsen in zwei 
Klassen. In den Plätzen mit erheblichem Eigenhandel, besonders in 
den Handelsstädten Italiens, sind sie aus dem Verkehr, der sich bei den Banken 
der einheimischen Wechsler entwickelte, hervorgegangen. In den Plätzen ohne 
erheblichen Eigenhandel, wo sich der Wechselverkehr naturgemäß im 
engsten Anschluß an die Faktoreien der Italiener entwickelte, waren die Um 
gebung dieser Faktoreien und die Straßen, wo die Besitzer ihre Kaufhäuser 
oder ihre Loggien besaßen, die Örtlichkeiten, an denen zuerst ein Börsenverkehr 
entstanden ist. 
Im Mittelalter hat die Börse hauptsächlich dem Verkehr in 
Wechselbriefen gedient. Berühmtheit erlangten die Börsen auf dem 
Rialto und dem Marcus-Platz in Venedig sowie die Börsen auf dem 
Mercato nuovo in Florenz.
	        

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Geld-, Bank- Und Börsenwesen. C.E. Poeschel Verlag, 1927.
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