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Die Eingliederung der vertriebenen Elsass-Lothringer in das deutsche Wirtschaftsleben im Augenblick seines Tiefstandes

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Bibliographic data

fullscreen: Die Eingliederung der vertriebenen Elsass-Lothringer in das deutsche Wirtschaftsleben im Augenblick seines Tiefstandes

Monograph

Identifikator:
101398451X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-24500
Document type:
Monograph
Author:
Ernst, Robert http://d-nb.info/gnd/105520864X
Title:
Die Eingliederung der vertriebenen Elsass-Lothringer in das deutsche Wirtschaftsleben im Augenblick seines Tiefstandes
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Vereinigung Wissenschaftlicher Verleger, Walter de Gruyter & CO., vormals G.J. Göschen'sche Verlagshandlung, J. Guttentag, Verlagsbuchhandlung, Georg Reimer, Karl J. Trübner, Veit & Comp.
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (VIII, 189 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Hauptteil. Der Wanderungsverlauf und die im Zusammenhang damit getroffenen Massnahmen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Mittheilungen aus der Geschäfts- und Sterblichkeits-Statistik der Lebensversicherungsbank für Deutschland zu Gotha für die fünfzig Jahre von 1829 - 1878
  • Title page

Full text

S2 
V. Tlieil. Statistik der Sterblichkeitsverhältnisse. 
welche die Anomalie in der englischen Sterblichkeit hervorge 
bracht haben, theilweise, oder in einem schwächeren Grade, 
auch bei Gotha wirksam gewesen zu sein. Welche sind nun 
diese auf beiden Gebieten gleichzeitig vorhandenen Ursachen? 
1st es diejenige, welche Sprague supponirt, oder diejenige, 
welche von Bailey angedeutet worden ist? Auf den ersten 
Blick möchte es fast scheinen, als ob das erstere der Fall 
wäre; denn der Abgang bei Gotha ist, wie aus den folgen 
den Uebersichten hervorgehen wird, recht beträchtlich hinter 
demjenigen der 20 englischen Gesellschaften zurückgeblieben 
und es würde die beobachtete schwächere Abnahme in der 
Sterblichkeit bei Gotha deshalb gewissermaasen als eine Be 
stätigung dafür gelten können, dass die Grösse des Abgangs 
mit der Gestaltung der Sterblichkeit in Verbindung zu bringen 
sei. Indessen kann kein Zweifel darüber obwalten, dass bei 
Gotha der grösste Tlieil des Abgangs von solchen Personen 
ausgeht, welche sich in finanziell bedrängter Lage befinden, 
also von Personen, deren durchschnittliche Gesundheit die ihrer 
Mitversicherten kaum übertreffen wird, und überdies ist, wie 
eine genaue Betrachtung der Tabellen 9 und 10 ergeben wird, 
der Abgang in den mittleren und höheren Versicherungsjahren 
schon so klein , dass ein Einfluss desselben auf die Sterblich 
keit selbst unter den ungünstigsten Bedingungen kaum statt 
finden könnte. Es ist deshalb viel wahrscheinlicher, dass die 
Anomalie in den Gothaer Betrachtungen von der von Bailey 
supponirten Ursache herrührt und dass die entsprechende, aber 
weit schärfer ausgeprägte, Anomalie der englischen Beobach 
tungen durch ein Zusammenwirken dieser Ursache mit der 
von Sprague vorausgesetzten entstanden ist. Freilich bleiben 
selbst bei dieser Combinirung der beiden Hypothesen manche 
Ergebnisse der beiden Beobachtungsgebiete räthselhaft, vor 
allem die bei Gotha in allen Summenklassen wahrzunehmende 
und deshalb schwerlich auf Zufall beruhende auffällige Depres 
sion in der Sterblichkeit der Versicherungsperiode 31 bis 35, 
welche offenbar zu weit von dem Zeitpunkte der ärztlichen 
Auswahl entfernt liegt, als dass sie mit der letzteren irgend 
wie in Verbindung gebracht werden könnte. In Wirklichkeit 
scheinen demnach noch ganz andere Ursachen mit im Spiele 
zu sein, Ursachen, über deren Beschaffenheit bei dem jetzigen 
Stande der Wissenschaft kaum Vermuthungen ausgesprochen 
werden können. 
Die Tabellen 7—7 d bieten auch in anderen, als den bis 
her in’s Auge gefassten, Richtungen, manche interessante Auf 
schlüsse. Beispielsweise ist aus Tabelle 7 direct zu ersehen, 
dass die Sterblichkeit der Gothaer Bank in allen Perioden der 
Versicherung geringer war, als die der allgemeinen Bevölkerung 
(Heym) und der Staatsbeamten (Brune), während sie gegen 
über der der Eisenbahnbeamten (Behm) sich nur bis zum 
20. Versicherungsjahre als die günstigere erwies. Aus einem 
Vergleich der Rubriken » 17 englische Gesellschaften«, in den 
Tabellen 6 und 7 wird man ferner ersehen können, in welchem 
Verhältniss die Sterblichkeit der Gothaer Bank in den einzelnen 
Versicherungsperioden zu der entsprechenden der 20 englischen 
Gesellschaften steht — wobei freilich zu beachten ist, dass die 
Versicherungsjahre der beiden Tabellen sich nicht genau 
decken — und aus den Gol. »Brune« der Tabellen 7 c — 7 d, 
in welchen Verhältnissen die Sterblichkeit der verschiedenen 
Summenklassen in den einzelnen Versicherungsperioden zu 
einander steht. Diese letzteren Verhältnisse haben bemerkens- 
werther Weise eine grosse Aehnlichkeit mit denjenigen, welche 
sich bei der Beobachtung nach Altersklassen ergaben; für die 
Versicherungsjahre bis 10 inch ist nämlich die Sterblichkeit 
um so günstiger, je höher die Summenklasse, vom 11. Ver 
sicherungsjahre ab wird dagegen die Sterblichkeit der mittleren 
Summenklasse die günstigste, während das Verhältniss zwischen 
der niedrigsten und höchsten Summenklasse mehrfach schwankt. 
Tabelle 8. 
Abgang unter den männlichen Versicherten 
der 20 englischen Gesellschaften, in verschiedenen 
Perioden der Versicherung. 
Ver sicher. - 
Jahr 
Es standen 
unter Kisico 
Personen 
Es gingen 
ah 
°/o des 
Abgangs 
o 
i—2 
3—5 
6—9 
10—14 
15—19 
20—24 
25—29 
30 u. darüber 
63 666,0 
223 108,0 
252 410,0 
240 667,5 
188 509 
106 807,5 
5 8 85i 
29479 
21 302,5 
1 693 
13 461 
8 703 
5 835 
2 595 
997 
417 
160 
81 
2,66 
6,03 
3 » 
2,42 
1,38 
0,93 
0,71 
0,5 4 
0,38 
(Tab. 9 siehe Seite 83. 
In der Tabelle 8 ist der gesammte Abgang (der Männer) 
der 20 englischen Gesellschaften enthalten, in den Tabellen 9 
und 10 der gesammte Abgang bei Gotha »Männer überhaupt«, 
sowie der gesammte wirkliche Abgang in den einzelnen Summen 
klassen (d. h derjenige Abgang, welcher nicht durch einen 
bl osen Summenübergang, sondern durch ein wirkliches Aus 
scheiden von der Bank veranlasst wurde). In der Tabelle 9 
ist für die »Männer überhaupt« überdies (in Klammern) die Zahl 
derjenigen Abgangsfälle angegeben, welche durch einfachen 
Ablauf abgekürzter Versicherungen entstanden. Zieht man 
diese von dem gesammten Abgang ab, so erhält man also 
denjenigen Abgang, welcher ausschliesslich in Folge Auf 
gabe laufender Versicherungen oder wegen Ablaufs der 
kurzen, nur in den ersten Geschäftsjahren der Bank in 
! grösserer Zahl abgeschlossenen Versicherungen stattfand. Be 
züglich der »Personen unter Risico« ist zu bemerken, dass die 
selben für die » 20 engl. Ges. « und » Männer überhaupt« 
durch Abzug der Hälfte der Gestorbenen von den Lebenden 
zu Anfang des Jahres in den entsprechenden Altersklassen, 
für die einzelnen Summenklassen dagegen durch Hinzufügung 
des hälftigen Zugangs wegen Uebergang zu jenen Lebenden und 
darauf folgenden Abzug der hälftigen Anzahl der Gestorbenen 
und des hälftigen Abgangs wegen Uebergang ermittelt worden 
sind, so dass man unter dem »Procentsatz des Abgangs« durch 
gängig denjenigen zu verstehen hat, welcher unabhängig von 
der Sterblichkeit stattfand, oder welcher sich direct ergeben 
hätte, wenn die im Laufe des Jahres Gestorbenen stets durch 
Neuhinzugetretene ersetzt worden wären.*) 
Einen weiteren Aufschluss über die Sterblichkeit nach der 
Versicherungsdauer erhält man, wie bei Mittheilung der Sprague’- 
schen Resultate schon angedeutet worden, wenn man die wahr 
scheinlichen und wirklichen Sterbefälle nicht blos nach Ver 
sicherungsperioden, sondern gleichzeitig nach den letzteren und 
nach Altersklassen gruppirt, wobei freilich zu berücksichtigen 
ist, dass mit der weiteren Spaltung des Materials auch die 
Sicherheit der Ergebnisse eine geringere wird. Es möge des 
halb noch die folgende nach den eben angedeuteten Gesichts- 
*) Wir halten diese Berechnungsweise des Abgangsprocentsatzes 
resp. der zugehörigen Personen unter Kisico selbst für die zweckmäßigste, 
sind aber darin auch dem Vorgänge Kings gefolgt, nach dessen Angaben 
die erste Tabelle construirt ist. (Vergl. Kings Abhandlung ; Journal etc. 
Vol. XIX, pag. 395.)
	        

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Mittheilungen Aus Der Geschäfts- Und Sterblichkeits-Statistik Der Lebensversicherungsbank Für Deutschland Zu Gotha Für Die Fünfzig Jahre von 1829 - 1878. Böhlau, 1880.
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