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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
C. Die Organisation
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

Die Leitung. 
181 
Formen dieses Instanzenaufbaus und dieser Kompetenzverteilung sichtbar, wo 
bei der Zweck verfolgt wird, die Vorteile einer klaren Befehlsgewalt mit den 
Vorteilen der höchstmöglichen Bearbeitung nach Sachverständigkeit in geeigneter 
Weise zu vereinigen, gleichzeitig aber auch die Verantwortung der einzelnen Be 
triebsleiter zu erleichtern und eine größere Stetigkeit der Betriebsführung zu 
bewahren. 
b) Die Ausübung der Befugnisse 1 . Als zweite Frage erscheint im Rahmen 
des instanziellen Aufbaus die der Form der Willensübertragung einer kurzen Er 
örterung würdig, da durch diese Form sowohl die unmittelbare organisatorische 
Wirksamkeit stark beeinflußt wird, als auch psychologische Nebenwirkungen aus 
gelöst werden, welche auf die organisatorische Seite zurückwirken. Der instan- 
zielle Verkehr, also jede Weiterleitung der Befugnisse von Instanz zu Instanz in 
fallender wie in steigender Reihe sowie auch der Verkehr zwischen gleichgeordneten 
Instanzen verschiedener Kompetenz hat verschiedene Möglichkeiten. So ist zu 
nächst nach der Wirkstärke zu unterscheiden der „Befehl“ — oder in Abwandlung 
die stehende Vorschrift —, der Ziel und Mittel in der Erwartung unbedingten 
Gehorsams angibt, und der „Auftrag“, der nur das Ziel unnachgiebig setzt, aber 
die Art der Ausführung mehr oder minder offenläßt; während im ersten Palle die 
Denktätigkeit eng begrenzt und lediglich im Rahmen der eigentlichen Ausführung 
zulässig ist, bleibt beim Auftrag die Art der Durchführung und auch die Ent 
scheidung zwischen zwei Möglichkeiten der Überlegung des Beauftragten über 
lassen. Daneben ist der „Vorschlag“ zu nennen, der zwar einen Weg zeigt, aber 
keine unbedingte Fügsamkeit erwartet, sondern die Entscheidung und insoweit 
auch die Denktätigkeit freiläßt. Für mehrere gleichartige Fälle innerhalb ge 
wisser Zeitspannen leitet sich aus dem Vorschlag die Richtlinie ab. Endlich ist, 
obwohl eigentlich systematisch nicht in diese Gruppe gehörend, die „Bitte“ zu 
erwähnen, welche keinerlei Bindung an die Ausführung voraussetzt und lediglich 
als Anregung zu gelten hat. Die Übertragung des zentralen Willens von der Spitze 
über den Instanzenbau auf die unteren Betriebsglieder erfolgt durchweg durch 
Befehl und Auftrag bzw. Vorschriften und Richtlinien; dabei können sie natürlich 
rein äußerlich in die Form der Bitte oder des Vorschlags gekleidet sein, was der 
Fall sein wird, wenn es sich um untergeordnete Dinge handelt. In entscheidenden 
Augenblicken und Angelegenheiten ist nur der Befehl maßgebend, der als die 
straffste Form der Willensübertragung gelten kann. Vorschlag und Bitte treten 
im Verkehr zwischen gleichgeordneten (koordinierten) Instanzen auf und sind 
auch als Verkehrsformen mit den übergeordneten Instanzen üblich. 
Hinsichtlich der Übermittlungstechnik ist die mündliche und fernmündliche, 
die freischriftliche und vordruckgebundene, die Zeichen- und die automatische 
Form zu unterscheiden. Ihre Auswirkungen sind sehr unterschiedlich; Mißver 
ständnisse sind bei allen möglich und zwar sowohl zwischen den Anordnungs 
befugten und dem Empfänger, als auch beim Geber selbst (Irrtum im Motiv) und 
dem Empfänger (falsche Auslegung). Sowohl zu kurze als zu lange Anordnungen 
können unübersichtlich sein, bei der schriftlichen Form werden die Vergeßlichkeit 
und Übertragungsfehler ausgeschlossen, dagegen Mißverständnisse nicht beseitigt; 
auch die Einheitlichkeit der Anordnung wird bei schriftlicher Niederlegung ge 
fördert und noch erhöht durch den Vordruck, der eine vor denkende Tätigkeit über 
Art und Umfang zuläßt. Zeichenübertragung ist nur für kurze, vorher festgelegte 
Fälle richtig. Die selbsttätige Übertragung — etwa durch das Eintreffen eines 
Vordruckes wird ein Arbeitsvorgang ausgelöst oder bei Fließfertigung durch Ein 
1 Dieser Abschnitt stützt sich zum Teil auf eine am Wirtschaftsseminar der Technischen 
Hochschule Berlin angefertigte Studienarbeit von Wolf f: Die Formen der Befehlsübermitt 
lung im Betriebe und ihre soziologische Bedeutung.
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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