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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
C. Die Organisation
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

184 
Die Organisation. 
neue Erzeugungsverfahren, die eine mehr oder minder große Übersicht und Kon 
trolle erfordern. Andere Inhaber, andere Rechtsformen, andere Gesetze, andere 
Sitten, andere Staatsformen: alles wirkt auf den bestehenden Betrieb ein und 
beeinflußt seine Organisation, die mit allen Strömungen der Umwelt und Span 
nungen der Eigen weit verknüpft ist und fertig werden muß. 
So sind heute Organisationen gleichartiger großer Betriebe anzutreffen, deren 
Unterschiedlichkeit und Mannigfaltigkeit zunächst in Erstarmen setzt. Die Ge 
schichte liefert die Erklärung: längst hinfällige Gründe waren für diese oder jene 
Einrichtung maßgebend. 
Einige Beispiele aus der Praxis 1 : 
1. Ein Konzern hat mehrere Werke in Westfalen und Sachsen; die Buchhaltung einiger 
westfälischer Werke liegt bei den sächsischen Werken, während die der anderen bei den 
Werken in Westfalen verblieben ist. Der Grund: Der frühere Inhaber und Ersteller der Werke, 
die aus Standortsgründen in Westfalen lagen, wollte die Ergebnisse seiner Schöpfung immer 
vor Augen haben und legte deshalb die Rechnungsführung an den Ort seiner eigenen Haupt 
tätigkeit nach Sachsen. Der Inhaber ist tot, Kostengründe und das Beharrungsprinzip haben 
die Umlegung verhindert. 
2. Ein Konzern besteht aus mehreren, örtlich getrennt liegenden Werken, die zu zwei 
ebenfalls örtlich getrennten Zentralverwaltungen A und B, jede mit kaufmännischem und 
technischem Apparat, zusammengefaßt sind. Bei einem dieser Werke fällt auf, daß — entgegen 
der sonstigen Übung ■— die kaufmännische Leitung bei der einen (A), die technische Leitung 
hei der anderen Zentralverwaltung (B) liegt. Der Grund: Das Werk ist durch Zusammen 
legung zweier Werke entstanden, von denen das eine ganz von A, das andere ganz von B 
geleitet wurde, und zwar so, daß das Werk B das früher zu A gehörige Werk aufnahm. Da 
jedoch der Umfang und die Schwierigkeit der kaufmännischen Arbeit des früher zu A ge 
hörigen Werkes auch in dem zusammengelegten Werk überwog, beschloß man die Übernahme 
des gesamten kaufmännischen Betriebes nach A, wo die nötigen Personen, Einrichtungen und 
Erfahrungen vorhanden waren. 
3. Die technische und kaufmännische Leitung mehrerer Werke sind in einer Hauptverwal 
tung zusammengefaßt; nur zwei von ihnen haben sowohl hinsichtlich der technischen als auch 
der kaufmännischen Leitung fast volle Selbständigkeit. Der Grund: Die Werke sind später 
hinzugekommen. Das eine hat wegen der Eigenart der Erzeugung (Einzelfertigung mit viel 
Planungs- und Konstruktionsarbeit) einen besonders befähigten Ingenieurstamm und er 
fordert eine besonders enge Verbindung des technischen Büros mit der Kundschaft beim 
Verkauf. Deshalb ist sowohl die technische als auch die kaufmännische Leitung (die hier 
— auch bezeichnend — ein Techniker inne hat) selbständig verblieben. Ein- und Verkauf und 
Rechnungswesen liegen beim Werk, lediglich der Zahlungsverkehr geht über die Hauptver 
waltung. Bei dem andern Werk ist der geringe Umfang der einzelnen Aufträge, die zudem 
örtlich begrenzt an viele einzelne, bekannte Abnehmer gehen, der Grund für die Belassung der 
Selbständigkeit; auch hier wird lediglich der Zahlungsverkehr von der Zentrale besorgt. 
4. Ein Unternehmen, das sehr stark auf Staatsaufträge angeweisen ist, wird durch die 
partikularistische Vergebung von Aufträgen gezwungen, in jedem Lande Zweigbetriebe zu 
unterhalten, obwohl alle Gründe der Wirtschaftlichkeit und Organisation für die Zusammen 
fassung der technischen und kaufmännischen Arbeit sprechen. Da die Art des Produktes ein 
enges Zusammenarbeiten der technischen und kaufmännischen Leitung erfordert, muß auch 
der kaufmännische Apparat weitgehend dezentralistisoh arbeiten. 
5. Der Ausbau von Verkaufsstellen einer Maschinenfabrik war zunächst so vorgenommen 
worden, daß sie selbständig abrechneten. Mit der Zahl der Geschäftsstellen und der Ver 
größerung des Gesohäftsumfanges wurde aber die Abrechnung und Kontrolle und die Auswahl 
zuverlässiger Leiter schwieriger und kostspieliger; ebensowenig brachten Überprüfungen ge 
nügende Sicherheit, so daß man zur Zusammenfassung der Geschäftsstellen sich entschloß. 
Dies wurde begünstigt durch den inzwischen erfolgten Ausbau des Rechnungswesens im 
Stammhaus, durch das man leicht auch die Überwachung mit übernehmen konnte 1 2 . 
Ganz anders liegen naturgemäß die Verhältnisse bei Betrieben, die als Groß 
gründung entstehen. Hier macht die schlagartig auftretende Beschäftigung von 
großen Menschenmassen von vornherein Überlegungen über die Art der Zusam 
menarbeit notwendig: die Organisation wird hier zum brennendsten Betriebs 
1 Aus unveröffentlichten Diplomarbeiten und Werkarbeitsberichten am Wirtschafts 
seminar der Technischen Hochschule Berlin. 
2 Seuthe: Die Gliederung der Verwaltung in der westdeutschen Großindustrie.
	        

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Untersuchungen Über Die Theorie Des Preises. Duncker & Humblot, 1889.
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