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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
B. Die Menschen im Betrieb
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

Der Unternehmer und Betriebsführer. 
47 
der führenden Arbeit noch weiter (näheres C); sie greift sogar auf die eigentliche 
Arbeit des Unternehmers und Betriebsführers über. Im Großbetrieb kann sowohl 
die (vorausgehende) planende, als auch die leitende und die (nachfolgende) über 
wachende Tätigkeit vom eigentlichen Unternehmer auf andere Stellen übertragen 
sein. So erfolgt die Planung in einer besonders eingerichteten Abteilung, der Ein- 
kauf.durch die Einkäufer, die planmäßige Erfindung im Laboratorium, wird die 
Organisation vom Organisator, die Erzeugung vom technischen Leiter besorgt, 
untersteht das Rechnungswesen dem Oberbuchhalter, die Finanzierung dem 
Finanzkaufmann und der Verkauf dem Verkaufsbüro. Auch die Beschaffung der 
Arbeitskräfte, ihre Entlohnung wie ihre sozialpolitische Betreuung kann bestimm 
ten Stellen oder Personen übertragen sein. Was bleibt da von all den vielen 
Aufgaben für den Unternehmer und Betriebsführer noch übrig ? Oder gar: gibt es 
in einer solchen Verfassung des Großbetriebs überhaupt noch einen Unternehmer 
und Betriebsführer ? 
Die letzte Frage führt zu der Vorstellung, daß zwar der Großbetrieb eine (kapitalistische) 
Unternehmung sein kann, daß aber diese Unternehmung keinen Unternehmer hat. In der Tat 
wird hier und dort diese Folgerung gezogen, und man stößt im Schrifttum auf die merkwürdige 
Kennzeichnung des Unternehmungsbeamten, der in den Großbetrieben (vor allem in Kon 
zernen und Trusts) an die Stelle des eigentlichen Unternehmers getreten (und der Unternehmer 
nur noch in kleineren Betrieben anzutreffen) sein soll. Wir müssen eine solche Auffassung als 
wirklichkeitsfremd ablehnen. Selbst dort, wo die weitestgehende Entlastung des Unterneh 
mers von seinen Aufgaben stattgefunden hat, ist ihm eine Aufgabe, und zwar die wichtigste 
und entscheidende Aufgabe geblieben: das letzte Wort in allen Fragen, die die Unternehmung 
und ihren Betrieb als Ganzes betreffen, zu fällen und dafür die Verantwortung zu tragen. 
Diese letzte und verantwortungsvolle Entscheidung macht die Aufgabe des Unternehmers aus. 
Sie ist selbst dann noch vorhanden, wenn die einzelnen Abteilungsleiter (s. oben) weitgehende 
Selbständigkeit besitzen und von sich aus — in ihrem Arbeitsbereich — die erforderlichen Ent 
scheidungen treffen. Diese Stellen bleihen jedoch in allem dem Unternehmer verantwortlich, 
auf dem dieletzte Verantwortung ruht und der die ihm im einzelnen zustehende Entscheidungs- 
gewalt auf die ihm unterstellten Stellen abgetreten hat. Auf diese Weise ist die reine Aufgabe 
des Unternehmers übrig geblieben (Häußermann), die zum Wesen des Unternehmers ge 
hört und die in der Wirklichkeit in dieser Form häufig anzutreffen ist. Zugleich hat diese 
Entwicklung — Abspaltung der Unternehmeraufgaben im weiteren Sinne — zur Entstehung 
und Ausbildung des besonderen Typs der angestellten Mitarbeiter geführt, des sog. leitenden 
Angestellten (vgl. BII), der immer Betriebsleiter, aber niemals Unternehmer und Betriebs 
führer ist. 
Damit ist auch die Frage entschieden, wer denn in den großen und weitverzweigten Kon 
zernen als Unternehmer zu gelten hat. Wie der Konzern selbst nur die rechtliche Selbständig 
keit der angeschlossenen Wirtschaftsbetriebe (Unternehmungen) unangetastet läßt und nur 
den wirtschaftlichen Zusammenschluß (Einheit) anstrebt, so kann auch nur eine Stelle (ein 
beteiligtes Vorstandsmitglied, Vorsitzender des Verwaltungsrats, Bank) in unserem Sinne wirk 
licher Unternehmer sein. Die bei den Vorstandsmitgliedern der angeschlossenen Gesellschaften 
verbliebene Selbständigkeit wird zwar meist noch größer sein, als dies in einem einheitlichen 
Unternehmen (Trust) der Fall ist. Immer jedoch leiten die Vorstandsmitglieder ihre Befugnisse 
von der übergeordneten Konzernstelle ab. Weil die richtige Abgrenzung der Entschlußfreiheit 
nicht immer gelingt (und Reibungen entstehen), halten bloße Interessengemeinschaften in der 
Regel nicht lange vor, erweist sich häufig die Überführung des Konzerns in einen Trust als 
notwendig. 
Das zweite ist; daß der Unternehmer in Wirklichkeit nur in den seltensten 
Fällen der Allgemein-Unternehmer ist, wie er in der Schmollerschen Schilderung 
erscheint. Wohl entspricht der eigentliche Handwerker (1. Buch) diesem Bilde, 
da er die aufgezählten Aufgaben mehr oder weniger in seiner Person vereinigt; 
Einkäufer, Hersteller, Verkäufer, Buchhalter, Organisator, Meister, Betriebsleiter 
und Betriebsführer ■— nur fällt dieser Handwerker nicht unter den Begriff des 
Unternehmers (es sei denn, daß sein Betrieb über den Rahmen des Kleinbetriebes 
hinausgeht; dann aber ist auch schon eine entsprechende Arbeitsteilung ein 
getreten). Sonst haben sich unter dem Einfluß der Mannigfaltigkeit der Betriebs 
leistungen und der zu ihrer Erstellung erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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