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Geburtenrückgang u. Sozialreform

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Bibliographic data

fullscreen: Geburtenrückgang u. Sozialreform

Monograph

Identifikator:
1015153682
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-160573
Document type:
Monograph
Author:
Hitze, Franz http://d-nb.info/gnd/118705288
Title:
Geburtenrückgang u. Sozialreform
Place of publication:
M.-Gladbach
Publisher:
Volksvereins-Verl.
Year of publication:
1922
Scope:
244 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Geburtenrückgang u. Sozialreform
  • Title page
  • Contents

Full text

D. Bekämpfung des Gedurtenrücganges 101 
des Baterlandes Blut und Leben einfebt, felbjt die Mutter und Gejhmwilter darben, 
während ber reihe Lohn in mwültem Leichtfinn durdggebracht wird. Über au die 
Arbeitgeber beflagen fich bitter, wie die jugendlidhen Arbeiter nad Laune und Will- 
für, ohne jeden Grund immer wieder die UWrbeit wedfeln und {vo die Aufrechterhaltung 
eines geordneten Betriebs fat unmöglidh machen. Merkmuürdigerweife wijfen die Arbeit: 
jeber, wie ein erfahrener Jugenbrichter, Umtsgerichtsrat Fränkel in Breslau, berichtet,!) 
oft fo wenig von den Vorfhriften der Gewerbeordnung, daß fie fi darüber entrüften, 
aß Arbeitsbuch dem Minderjährigen felbft (1) übergeben zu müffen, Lehrreich i{t 
auch) die Tatlache, daß unter biefer Freiheit Lehrlinge überhaupt nicht mehr zu Haben 
ind, daß anderfeits aber „unter den verfchiedenen Bernfjen die ungelernten Arbeiter 
a3 größte Kontingent der jugendliden Rechtsbrecher jtellen“. Herr Fränkel macht auf 
rund diefer Erfahrungen fogar den Vorfchlag, daß die LehHrer ber Fortbik 
dungsSfAule allmonatlidh wenigitens einmal die Arbeitsbücher ihrer 
Schüler durchfehen und auffällig [Onelles Wedhfeln der Arbeitsitellen dem Bormund- 
Gaftsricdhter anzeigen möchten, bamit diefer der drohenden Verwahrlofung vorbeugen 
BÖnute. Er mahnt die Eltern, nicht ohne Not eine allgemeine Ermächtigung zur Löfung 
es Arbeits- gder Dienijtverhältniffes ihren Kindern zu geben. — Solde Ermahnungen 
verben unfereß Erachtens wenig nuben,. Beim erften Dienfteintritt ift das Verhältnis 
‚wifden Eltern und Kind no ein gutes, und fo hHakten bie Mtern einen folgen Borbehalt 
jr überflüffig. Naher fommt bie Einfiht zu {pät. Wir halten es für die Aufgabe 
des Sejebgebers, beizeiten und allgemein vorzubauen. - 
Die weitgehende Se{hHäftsfähigkeit der Minderjährigen Hat auch noch eine andere 
Seite, auf die [Hon beim Borentimwurf des Bürgerliden Gefeßbuches ein gewiß moberner 
Ztaatsrechtslehrer, Projeffor Dr. Meng er, hHingewiefen hat.) Er macht mit Recht 
zeltend, daß die Ent{Heidung über den Eintritt in eine Lehr- oder Dien{t- oder Arbeits- 
teile oft von ebenfo großer Bedeutung fei mie der felbftändige Betrieb eines Erwerbs- 
gefhäftesS, und daß, wie im Interefje der befigenden Alaffen hier die Zuftimmung fo- 
wohl des gefeblidhen Vertreter8 al3 au des Bormundfcdhaftsgerichtes vorgefehen [er 
8112), fo auch bei Negelung der Arbeits- und Dienftverhältnijje der dürftigen Minder- 
jährigen die Zuftimmung beider erforderlich fein follte. Er führt aus: „Soll den Kindern 
er YUrmen wirklich geholfen werden, fo bedarf es einer individuellen Kontrolle, einer 
individuellen Berantwortlichkeit, Eine folde kann aber nur dadurch gefdhaffen werben, 
daß man bie wicdtigiten wirtfdhaftlidhen Intereffen der bürftigen Minderjährigen 
zeradefo unter den unmittelbaren Schuß der VBormundfchaftsgerichte jtellt, wie diefes 
in Anfedung der Kinder aus der befißenden VolisHaffe feit Yahren der Fall gewelen 
ift, Allerdings wird dadurch die freie Öfonomilde Bewegung der jeweiligen Arbeiter 
zinige Einforänkungen erleiden, dafür aber werden mohlwollende undein 
iiGtige Bormundfidaftsgericdhte, die ja doch in großer Zahl vorhanden 
‚ind, die Gelegenheit erhalten, Für die kdörperlidgeundfittlidge Wohl 
‘ahritder Armeninderent{Heidenben EpohHe ihres Lebens 
zinzutreten.“ Gewiß beherzigenzwerte Gedanken, die nach Errichtung von 
Sugenbämtern (f. unten) durch diefje Leicht ihre Verwirklichung finden könnten. Da- 
mit würde die fo wichtige Berufsberatung wirkfam gelicdhert. Es würde nicht mehr 
allein der Geldverdienft maßgebend fein, dem leidtfinnigen Stellenwechfel würde 
zejteuert und die ganzen Arbeits und Dienijtverhältnijfe wmürben wieder mehr fonfo- 
‚idiert werden. 
» Maßnahmen zur Bekämpfung der VerwahHrlofung der Iugend (Verlag der 
Breslauer Zentrale für Ingendfürforge. Breslau 1916) 19. 
” Das bürgerlidhe Necht und die befiklofen Mailen. Eine Rritit (Tütbinaen 1890) 73.
	        

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Der Wald Und Seine Arbeiter. Vorstand des Deutschen Landarbeiter-Verbandes, 1920.
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