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Geburtenrückgang u. Sozialreform

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Bibliographic data

fullscreen: Geburtenrückgang u. Sozialreform

Monograph

Identifikator:
1015153682
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-160573
Document type:
Monograph
Author:
Hitze, Franz http://d-nb.info/gnd/118705288
Title:
Geburtenrückgang u. Sozialreform
Place of publication:
M.-Gladbach
Publisher:
Volksvereins-Verl.
Year of publication:
1922
Scope:
244 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Geburtenrückgang u. Sozialreform
  • Title page
  • Contents

Full text

3C DHige, Geburtenrüdgang und Sozialrejorm 
Tagelöhner, die bei ihren Eltern wohnen, bejdhäftigt werden. Selbit joweit 
auf größern Gütern Wohnungen für Injtleute, Tagelöhner ufm. beftehen. 
jind fie vielfad) unzureidhend oder in einem Zujtande, daß fie den foziafei 
Anforderungen der Heutigen Zeit nicht mehr entiprechen. Dasfjelbe gilr 
für Kutjcher, Diener ulmw. Selbijt öffentlidhe Behörden und Korboratione: 
(3. B. ShulbehHörden, Forftvermaltung) vergeffen oft jede Nücficht und 
jcheuen jich nicht, in öffentliden Bekanntmachungen und Inferaten daraurt 
Hinzuweifjen, daß nur unverheiratete oder Hnderlole Cheleute angenommen 
der doch bevorzugt werden. 
Gewiß, die Berhältniffe und Bedürfniffe find Io verrdieden, daß an eine 
zinheitliche gefeßgeberijhe Regelung oder gar an.ein Berbot nicht gedacht 
werden fann. Für junge Leute it e5 Jogar ein Schuß und VBorzug, wenn 
jie beim Meifter, beim Bauer, beim Prinzipal in der Familie Aufnahnre 
jinden. Die weitere Ausbildung auch nach der Qehrlingszeit in der Werk 
itatt und unter der erziehlidhen Aufficht des Meifters hat fo viele Vorzüge, 
daß fie auch im Intereffe der Induftrie liegt, die foldher vorgebildeter Fach- 
arbeiter bedarf. In gleicher Weije entipricht e8 den Bedürfnifjen der Land- 
wirtjdhaft, wenn der feine Bauer die Knechte und Mägde in jeinem Be- 
trieb und feinem Haushalt vorbildet, mährend der Großbauer jie [päter al? 
Tagelöhner mit eignem Haushalt befchäftigt. Das fittlidhe und nationale 
Intereffe fordert jedoch, daß fich gen ügende Stellungen bieten, 
die ein felbitändiges Familienleben ermöglichen. In diefer 
Beziehung muß an die wohlwollende Einfiht und das Semijje:: 
namentlich der größern Arbeitgeber appelliert und diejem Appell durch 
die Macht der öffentlichen Meinung und auch der gewerlichaftlidhen Dr. 
ganifationen Nachdruck gegeben werden. 
So hat 3. B. Herr Dr. OD. Albrecht den Gärtnerverbänden geraten, in ibren Dr 
genen bei den Stellengefuchen und ‚angeboten, auf Briefbogen und Plakaten ufjw. 
mmer wieder darauf hHinzumweifen, daß, wer mit Kindern gefegnete Familienväter 
bevorzuge, fih um Volk und Vaterland befonders verdient mache. 
Bor allem follten au hier die jtaatlidhHen Behörden, Ge- 
nteindeverwaltungen, Sffentliden Betriebe und grüßern Arbeitgeber mit 
gutem Beijpiel vorangehen. Bon den Zentralbehörden follten ent 
iprechende ftrenge Anweifungen gegeben werden. 
Mehrfach it das Verbot der Ankündigung folcher Kiaufeln bei Aus- 
ihreihung der Anzeigen von offenen Arbeitsjtellen oder freien Wohnungen verlangt 
worden. Für ein foldhes Verbot Könnte mit Grund angeführt werben, daß damit 
wenigijtens das Gewijfen geldhärft und auch das Ärgernis, weldes [olde herzlofen 
Maufeln bei den Familienvätern erregen müffen, aus der Welt gefdhafft mürbe, aber 
die Verhältniffe felbit mürden damit nicht geändert werden und die Wirkung die 
fein, daß den Suchenden dadurch nur vergebliche Gänge und Mühen verurlach! 
mnfirden.
	        

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Geburtenrückgang U. Sozialreform. Volksvereins-Verl., 1922.
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