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Geburtenrückgang u. Sozialreform

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Bibliographic data

fullscreen: Geburtenrückgang u. Sozialreform

Monograph

Identifikator:
1015153682
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-160573
Document type:
Monograph
Author:
Hitze, Franz http://d-nb.info/gnd/118705288
Title:
Geburtenrückgang u. Sozialreform
Place of publication:
M.-Gladbach
Publisher:
Volksvereins-Verl.
Year of publication:
1922
Scope:
244 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Geburtenrückgang u. Sozialreform
  • Title page
  • Contents

Full text

PP 
‚+ 
C. Gründe des Geburtenrücganges 33 
Wieberhohung derfelben Handgriffe und Dienite, die Sinn und Seilt ab- 
itumpfen, feine Freude an der Arbeit auffommen lafjen. Sinn uud Ziel 
der Arbeit geht auf die Heritelhıng von toten Waren, die in die weite Welt 
Hinausgehen, aber nicht für Menfchen beftimmt find, die man fiedt und 
an deren Wohl und Bedürfuisbefriedigung man freudig AÄnteil nimmt. 
So Hit eS erklärlich, daß die Öbde und Aoitumpfung des Gemitslebenz 
oft in wilder Genußfucht, äußerm Tand und aufregenden Vergnügungen 
Ausgleich fucht und fo erft recht dem Familienleben entfrembdet. Dazu 
gejellen Jicdh die Jittlichen Gefahren der Fabrikbejchäftigung. Die Trennung 
der Gejchlechter ft nicht immer durchführbar und wird nur läffig gehand- 
Habt. Fedenfalls find auf dem Wege von und zu der Fabrik, in den Baufen 
ul. die Berfuchungen und Gelegenheiten zu vorzeitigem und unlautern 
Verkehr und zu fittliden Verführungen reichlich gegeben. 
Die Fabrikarbeiterin denkt zunächjt und vor allem ans Verdienen. 
Darauf ijt ihr Interefje und ihr geiftiges Streben eingeftellt, während 
Siebe und Luft für die Häusliche Betätigung in der Fabrikluft, unter den 
Berfehr der Arbeitsgenoffiunen erftiden. Abends Kommt fie müde und 
abgefpannt zu Haufe an. Der Sonntag dient meilt den Zeritreuungen und 
Bergnügungen: Anderjeits bringt fie ja reichlidh bares Geld 118 Haus, 
To daß ie fich der Pflicht, die Mutter oder Schweiter in den Hausarbeiten 
u unterjtüßen, gar nicht mehr bewußt ift. Da die abrilbeihäftigung 
meijtensS jhon mit der Schulentlaffung beginnt, fo Hatte fie auch früher 
nie Gelegenheit und Aula zur praktijihen Übung der häuslichen Arbeit. 
Fliden, Stopfen, Striden, Wajchen, Bügeln, Schrubben, Busen, KHeini- 
gung und Ordnung des Haufes find ihr frenıde Dinge, zu denen ihr jedes 
Sejhic fehlt. Statt zeitiger, forgjamer Ausbefjerung werden Strümpfe 
und Keidungsjtüce aufgebraucht und dann durch neue erjeßt. Die Kunft 
zwechnäßiger, [parjamer Einrichtung des Haushalts, rechtzeitigen Einkaufs, 
richtiger Auswahl, Kurz, all die wichtigen häuslichen VBerrichtungen und Auf- 
gaben, deren richtige Ausführung das Wohlbefinden der Familienglieder, 
den Häuslidhen Frieden und das wirtfhaftlidhe VBorwärtskommen {0 
wejentlidh bedingen, bleiben der Arbeiterin ver[dhloffene Seheimnijfe. Und 
wenn fie nun eine Tages heiratet, einem neuen Haushalt vorftehen fol, 
dann verjagt ihre Kunft und Kraft. Der Chemann fieht fich bitter enttäufcht, 
und die junge Liebe fängt bald an zu erkalten. Mit jedem neuen Bumwmach? 
in der Familie, mit den fi mehrenden Arbeiten und Sorgen wächit die 
Not und Bitterfeit. Der Haushalt verkommt in Schmub und Unordnung. 
Die Koften für Nahrung und Meidung und häusliche Einrichtungen wachlen, 
und der wirtjHaftliche und fittlide Zufjammenbruch der amilie it faß 
unausbleiblich. Der Mann fJucht in Wirtshaus Troit, die Kinder ver- 
fommen, und die arme Frau und Mutter wird phuftich und feeli{ch erdrüct. 
von all dem Elend, das über die Familie hereinbricht. 
Diese, SBehurtenrüczang und Sozialreforun 
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Geburtenrückgang U. Sozialreform. Volksvereins-Verl., 1922.
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