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Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Bibliographic data

fullscreen: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

Monograph

Identifikator:
1016274645
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-162307
Document type:
Monograph
Title:
Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Koehler
Year of publication:
1920
Scope:
VIII, 309 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
  • Title page
  • Contents

Full text

— 178 — 
indujtrien. Modte es der Mangel an gefebliden Bejtimmungen 
fein, mochte es vor allem das [Hwadhe Kapitalsvermögen der einzelnen 
jein, jedenfalls Hatten jid in diejer Beziehung in Polen Verhältniffe 
entwidelt, die in Deutjdhland volllommen unbekannt find. Es gab eine 
Menge Fabriken, bei denen der Grund und Boden einem anderen 
Eigentümer gehörte wie das Fubriigebäude; die Mafjdinen (Web- 
jtühle) gehörten wieder einem anderen und wurden auch von diejem 
nicht auf eigene Rechnung betrieben, jondern gehörten entweder meh- 
reren Eigentümern oder wurden an mehrere oder einzelne auf bejtimmte 
Zeit vermietet. Dak dies natürlidH äukerjt ungefunde VBerhältniffe 
zur Folge Hatte und die [Hwierigjten jurijtijden Verwidlungen 
ergeben fonnte, ijt far. Befonders in jüdijden Kreijen war bdieje 
Art der Haus- oder Kleininduftrie nod) jehr beliebt und bildete oft 
die Grundlage für [pätere gröhere Vermögen. 
Warjhau ijt im Gegenjaßg zu dem grokinduftriellen Gouverne- 
ment Piotriow mehr der Bezirk der Kleinindujtrie und des Hands 
werfs, 1901 3ählte es 657 Fabriken mit 65640 Arbeitern und 118,2 
Millionen Rubel Produktionswert; 1894 bereits 10400 Handwerks- 
meifjter, die mit 26627 Gefellen und 18479 Lehrlingen Werte von 
56,8 Millionen Rubel erzeugten. 
Der Handel nahm bisher in Kongrekpolen noch nicht den Rang 
und den Umfang ein, wie in den wirt]daftlid) fortgejdhrittenen Staaten 
bes weltliden Europas. Das Kapital befand fih in großem Umfange 
in Händen von Ausländern, befonders von Deutjdhen. Der Pole war 
an Handel und Induftrie, mit ANusnahme der Iandwirt[dhaftliden In- 
duftrie und einiger AktiengefelljHaften der Textilinduftrie, nur in ge- 
ringem Make beteiligt. Das franzöjijhHe Kapital war in der polnijden 
Snduftrie mit 60—70 Millionen Rubel beteiligt, das ru]lijdhe dagegen 
nur mit 15—20 Millionen. EnglijdHe Beteiligungen betrugen ungefähr 
5 Millionen Rubel, italienijHe und belgijdHe nur 1 Million. Aus- 
länder, insbefondere Deutidhe, hatten vielfad) Zweigniederlafjungen und 
Bertretungen ihHrer heimijden großen GejelljhHaften und Handelshäufer. 
Die Textilfabrifen Polens hatten ihre Niederlagen, die fie für eigene 
Rechnung betrieben. Es blieb demnad) für den Handel im groken Stil 
nit viel zu hun übrig. Wie einen großen Teil feiner Kultur, fo 
verdankte Polen aud den vorhandenen Handel im weitgehendjten Make 
den Deutjchen. Die eingewanderten zahlreiden Deutjdhen waren neben 
MWebern au Bergleute, Bauern und Gewerbetreibende aller Art, die 
aus dem Welten her grökere Kulturaniprüde mitbradten. Infolge- 
defjen entwidelte [id von felbjt ein Haulierhandel, der aud) heute noch 
in großem Umfange beiteht. 
Zum weitaus größten Teil wird der Handel von Juden betrieben. 
Belondere Handelsverhältnifie beitanden für die Erzeugnijje der groben 
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Die Wirtschaftliche Zukunft Des Ostens. Koehler, 1920.
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