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Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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Bibliographic data

fullscreen: Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

Monograph

Identifikator:
1016729413
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-61429
Document type:
Monograph
Author:
Berghoeffer, Christian Wilhelm http://d-nb.info/gnd/115671919
Title:
Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses
Place of publication:
Frankfurt am Main
Publisher:
Verlag Englert & Schlosser
Year of publication:
1922
Scope:
1 Online-Ressource (272 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses
  • Title page
  • Contents

Full text

159 
dieser Drang zur Talmudhochschule. Zwar wurde diese Studien 
anstalt bald wieder verlassen, die Beschäftigung mit dem rabbinischen 
Schrifttum aber wurde deshalb nicht aufgegeben. Während seines 
ganzen Lebens war ihm die Erörterung religiöser Fragen und der 
Umgang mit Thorakundigen ein Bedürfnis. Und die wohltätige Muße, 
die ihm die Sabbat- und Feiertagsruhe gewährte, verbrachte er 
vorzugsweise im geselligen Verkehr mit gelehrten Männern. Er 
führte sie in sein gastfreies Haus ein und bewirtete sie gut. Auch 
war seine Frömmigkeit nicht etwa von der Art, daß sie ihn zum 
Kopfhänger gemacht hätte. Gerade seine Heiterkeit wird im Memor- 
buch gerühmt. Auch besaß er geselliges Talent und verstand es 
als Gastgeber die Schüchternen zu ermutigen, so daß keiner seiner 
Gäste sich zurückgesetzt fühlte. 
Daß Rothschild ein rechtschaffener Mann war, zeigt unsere 
Darstellung mehrfach. Von besonderem Wert aber ist das Zeugnis 
Lawätz’ über ihn, weil hier ein wahrheitsliebender Geschäftsmann 
über den Geschäftsmann urteilt. Anfangs war Lawätz nicht etwa 
mißtrauisch, wohl aber vorsichtig gegenüber Rothschild. Das ist 
jeder Bankier bei großen Geldgeschäften. Als Lawätz aber Rothschild 
vollends kennen gelernt hatte, da schrieb er am 15. August 1807 
an Buderus: „Seine ganze Gemütsart verdient wirklich Vertrauen 
und Achtung“, und damit ist alles gesagt. 
Ich habe schon oben bemerkt, daß Treue im heutigen Sinn 
bei den Beamten des 18. Jahrhunderts weder vorausgesetzt noch 
geübt wurde. In dieser Beziehung war es damals in ganz Europa 
schlimm bestellt und in Hessen-Kassel immer noch weniger schlimm 
als anderwärts. Heute gilt es als ehrlos, wenn ein Beamter dienst 
liche Verhältnisse zu seinem persönlichen Vorteil ausnutzt. Im 
18. Jahrhundert war das anders. Die Beamten des Kurfürsten 
nahmen für ihre Amtshandlungen Geschenke an, und der Kurfürst 
wußte es. War ein Beamter besonders feinfühlend, wie der Kriegsrat 
Knatz, so machte er dem Kurfürsten von jedem Einzelfall besondere 
Mitteilung. Erst im Anfang des 19. Jahrhunderts bildet sich, und 
zwar im Schoße der Beamten selbst, der Standpunkt heraus, daß 
man für dienstliche Leistungen keine Geschenke annehmen darf. 
Und Buderus, der Mann der alten Schule, kam als Präsident der 
Rentkammer in Hanau im Jahre 1817 mit den vorgeschrittenen 
Ansichten seines Kollegiums sogar in Konflikt. Wenn Rothschild 
also die Beamten des Kurfürsten in sein Interesse zog, so tat er
	        

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Meyer Amschel Rothschild, Der Gründer Des Rothschildschen Bankhauses. Verlag Englert & Schlosser, 1922.
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