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Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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Bibliographic data

fullscreen: Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

Monograph

Identifikator:
1016729413
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-61429
Document type:
Monograph
Author:
Berghoeffer, Christian Wilhelm http://d-nb.info/gnd/115671919
Title:
Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses
Place of publication:
Frankfurt am Main
Publisher:
Verlag Englert & Schlosser
Year of publication:
1922
Scope:
1 Online-Ressource (272 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses
  • Title page
  • Contents

Full text

52 
Nachtgeld und vom Leibzoll befreit werden sollte. Die Oberrent- 
kammer veranlaßte darauf das Nötige, verfügte jedoch, daß Roth 
schild noch bis zum 7. September Leibzoll und Nachtgeld für sich 
und seine Söhne zu zahlen habe 56 . Außer den Geschäften mit 
dem Kurfürsten müssen in der Tat noch andere Interessen die 
Rothschild bewogen haben, sich häufig und auf längere Dauer in 
Kassel aufzuhalten. Da aber zu befürchten stand, daß ihnen eines 
Tages der Geschäftsbetrieb daselbst gänzlich untersagt werde, so 
richtete der Vater am 1. August 1803 von Kassel aus ein eigen 
händiges Gesuch an den Kurfürsten: Sein Handelshaus habe im 
nördlichen Deutschland nicht unbedeutende Wechselgeschäfte, und er 
habe daher den Wunsch, der Kurfürst möge ihn mit dem Schutz für 
einen seiner Söhne in der Residenzstadt begnadigen. Den Kasseler Kauf 
leuten geschähe dadurch kein Eintrag, und denjenigen, die Wechsel 
geschäfte betrieben, werde dadurch sogar Vorteil gebracht, da 
dergleichen Geschäfte eigentlich durch große Konkurrenz gewännen. 
Die Oberrentkammer, zum Bericht aufgefordert, war der 
Ansicht, daß das Gesuch abzuschlagen sei, und berief sich auf 
allerhöchste Resolutionen, wonach die Anzahl der Juden in Kassel 
eingeschränkt werden solle. Sie stelle jedoch alles dem Landes 
herrn anheim, da der Supplikant ein sehr reicher Mann sei, der 
starke Geschäfte mache und auch von des Kurfürsten Durchlaucht 
in verschiedenen Geschäften nützlich gebraucht worden sei. Der 
Kurfürst genehmigte alsdann unterm 17. August das Rothschildsche 
Gesuch, und zwar gegen Erlegung eines Dispensationsgeldes von 
400 Rtlrn. und unter der Voraussetzung, daß Mayer Amschel (so!) 
sich vorher verbindlich mache, nur Bankiergeschäfte zu treiben. 
Die 400 Rtlr. wurden am 1. September 1803 bezahlt, und Rothschild 
hatte nach wie vor sein Domizil bald in Kassel, bald in Frankfurt. 
Der Schutzbrief wurde jedoch einstweilen nicht ausgefertigt, aus 
welchem Grunde, wissen wir nicht. Während der nächsten Jahre 
aber muß Rothschild in noch höherem Maße als früher die Eifer 
sucht der Kasseler Judenschaft erregt haben. Solange der Schutz 
brief nicht ausgefertigt war, konnte Rothschild auch nicht zur 
Besteuerung herangezogen werden. Das war ein neuer Grund 
zur Eifersucht. Im Jahre 1805 erging endlich die Aufforderung an 
Rothschild, sich zu erklären, auf wen der Schutzbrief ausgestellt 
werden solle, und Meyer Amschel richtete nun am 2. April und am 
8. Juli 1805 weitere Gesuche von Kassel aus an den Kurfürsten.
	        

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Meyer Amschel Rothschild, Der Gründer Des Rothschildschen Bankhauses. Verlag Englert & Schlosser, 1922.
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