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Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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Bibliographic data

fullscreen: Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

Monograph

Identifikator:
1016729413
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-61429
Document type:
Monograph
Author:
Berghoeffer, Christian Wilhelm http://d-nb.info/gnd/115671919
Title:
Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses
Place of publication:
Frankfurt am Main
Publisher:
Verlag Englert & Schlosser
Year of publication:
1922
Scope:
1 Online-Ressource (272 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses
  • Title page
  • Contents

Full text

87 
durch ein sehr gewagtes Unternehmen in Sicherheit gebracht zu 
haben. Hierbei passierte ihm aber das Mißgeschick, daß von dem 
erwähnten Kuponvorrat ein Paket Mecklenburger verschwand, das 
auch im Juli 1811 noch nicht wieder aufgefunden war. Lenneps 
Gesinnung war treu und bieder. Er hatte zur Beruhigung und 
Sicherstellung des Kurfürsten einstweilen auf seine Pension ver 
zichtet und außerdem 12 000 fl eigene Staatspapiere als Kaution 
eingeschickt. Menschenkenntnis und Klugheit aber waren nicht seine 
Stärke. Nach seiner Ansicht war jenes Paket durch Unterschlagung 
verschwunden, und er suchte den Verdacht des Kurfürsten auf die 
Bankiers Michel Simon und Rothschild zu lenken, besonders auf 
letzteren 138 . Das gelang ihm natürlich nicht. Zu dem Pech aber, 
das er mit jenem Verlust gehabt hatte, kam noch die Eifersucht 
von Buderus. Dieser hatte von der Pike auf gedient und verband 
mit seinen höheren finanziellen Fähigkeiten die peinliche Genauig 
keit, Pünktlichkeit und ausführende Leistungsfähigkeit des aller 
tüchtigsten Subalternbeamten. Wohl empfand er die Vermögens 
verwaltung, wie er sie mit Einschluß untergeordneter Manipulationen 
auszuführen hatte, als eine Herabsetzung aus seiner früheren höheren 
Stellung, und mit Recht. Aber gerade in dieser Situation, wo er 
durch die Verhältnisse oft ganz auf seine eigene Person angewiesen 
war, kam ihm die einstige Übung in ausführenden Geschäften aufs 
beste zu statten. Größere Depots von Wertpapieren oder Geld 
in Verwahrung zu nehmen, war nicht seine Sache, dazu war er 
viel zu vorsichtig, beinahe ängstlich. Ein Mißgeschick wie das 
Lenneps konnte ihm also nicht leicht zustoßen. Bis auf die Politik, 
von der er gar nichts verstand, kannte er seine Grenzen ganz 
genau und war im übrigen durchaus der Mann, wie der Kurfürst, 
der selbst etwas Subalternes an sich hatte, ihn brauchte. 
Die ersten Anzeichen einer Verstimmung zwischen Buderus 
und Lennep traten im Frühjahr 1807 zutage. Lennep war mit 
Simon Rüppell und Louis Harnier beim Kurfürsten in Rendsburg 
gewesen, und am 15. März war ihm dort ein Reskript eingehändigt 
worden, wonach er die Lombard-Obligationen der vier Bankiers 
sich nunmehr vollständig zuliefern lassen sollte, um sie nach Er 
ledigung der noch nötigen Austauschungen und sonstigen Vor 
kehrungen bei erster sicherer Gelegenheit an den Kurfürsten zu 
senden. Letzterer hatte als selbstverständlich angenommen, daß 
Buderus von dem Inhalt dieses Reskripts in Kenntnis gesetzt werde.
	        

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Meyer Amschel Rothschild, Der Gründer Des Rothschildschen Bankhauses. Verlag Englert & Schlosser, 1922.
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