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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

XIII. Abschnitt. Kriegskosten. 
137 
XIII. Abschnitt. 
Kriegskosten. 
Der Begriff der Kriegskosten scheint kaum zweifelhaft, trotz 
dem zeigt die Verschiedenheit der sich hier kundgebenden Auf 
fassungen die Notwendigkeit einer genaueren Umschreibung. Von 
geringfügigeren Nebensächlichkeiten und überflüssigen Exaktheiten 
— haben ja manche (z. B. Foville) auch den mit geringer Kriegs 
geburtenziffer verbundenen Verlust an Neugeborenen zu den Kriegs 
kosten gerechnet — kommen hier namentlich folgende Momente in 
Betracht: 1. die Kosten für Heer und Flotte vor dem Kriege; 2. die 
selben Kosten während und unmittelbar nach dem Kriege; 3. der Wert 
an verlorenen Menschenleben, verlorener Menschenarbeit und sonst 
verlorener Menschenkraft; 4. Unterbrechung der Produktion. Was 
den ersten Faktor betrifft, so glaube ich die Ansicht aussprechen 
zu dürfen, daß die betreffenden Staatsausgaben nicht eigentlich zu 
den Kriegskosten zu rechnen sind. Diese Auslagen finden ihren 
Gegenwert in der Abwehr des Krieges und wenn wir nach den Er 
fahrungen des Weltkrieges die Kosten eines Kriegsjahres und die 
eines Friedensjahres vergleichen, so glaube ich sagen zu dürfen, 
daß die jährlichen Friedenskosten in dem Kesultate der Erhaltung 
des Friedens, zum größten Teile wenigstens, konsumiert sind. Des 
gleichen glaube ich die Kosten nach dem Kriege, die Kosten des 
sogenannten Retablissements nicht zu den Kriegskosten im eigent 
lichen Sinne rechnen zu dürfen mit Ausnahme aller jener Kosten, 
welche durch die Zerstörung von Werten und Ersatz aller durch 
den Krieg verursachten Schäden verursacht sind. Dagegen glaube 
ich den Wert der geopferten Menschenleben, die Verluste von pro 
duktiver Arbeitsleistung und durch Invalidität, Krankheit verur 
sachten Minderung von Arbeitskraft in Rechnung stellen zu müssen. 
Nur gilt zu bemerken, daß hier genaue rechnerische, gewisser 
maßen buchhaltungsmäßige Werte nicht zu erreichen sind und der 
verschiedenen Methode, Auffassung weiter Spielraum geboten ist. 
Gibt es ja auch viele wertlose, ja sogar schädliche Leben und viele 
solche Leben, die höchstens an Wert soviel produzieren, was ihre 
eigene Erhaltung notwendig macht. Freilich kann hiergegen einge 
wendet werden, daß die letzteren oft einen hohen militärischen, ja 
auch ethischen Wert repräsentieren, doch ist hier die wirtschaft 
liche Bewertung an ihre Grenze gelangt. Die Berechnungen der 
Statistik wird sich mit Sicherheit immer nur auf dem Gebiete des 
Sach- und Geldwertes bewegen und die immateriellen Werte nur
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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