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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
1023136384
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-39354
Document type:
Monograph
Author:
Neumann, Paul
Title:
Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Druck von H. Laupp jr.
Year of publication:
1912
Scope:
1 Online-Ressource (III, 175 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Abschnitt. Die einzelnen Salinen und Salzbergwerke
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

192 
Zweiter Teil. Kandel. IX. Märkte und Messen. 
sind, Märkte in der Mitte des Sommers und Winters. Von den Jahrmärkten unter 
scheiden sich die Messen — diese Blüte des ganzen mittelalterlichen Verkehres — nur 
durch den zahlreicheren Besuch und den großartigeren Zuschnitt des Verkehres. Auch 
ihre Bedeutung liegt für das Mittelalter wesentlich in der Handelsfreiheit, die sie 
während ihrer Dauer den Kaufleuten gewährten. Sie dienten wohl dem internationalen 
wie dem Binnenhandel und konnten dem Käufer einen Reichtum der Auswahl, dem 
Verkäufer eine lebendige Kenntnis vom Bedarfs und Geschmacke des Publikums ver 
schaffen, wie es im Mittelalter auf keine andere Weise möglich war. Zn Sibirien 
gehen ohne Zwang noch jetzt Tücher, die zu Jekaterinburg verfertigt sind, nach Tobolsk 
über die Messe von Nischnei-Nowgorod. And um 1790 hielten die Leipziger den 
russischen Besuch ihrer Messen schon dadurch für gesichert, weil die meisten russischen 
Kaufleute zur ordentlichen Korrespondenz, Buchführung rc. unfähig waren. Die 
Staatsprivilegierung der Messen bestand gewöhnlich, außer gewissen Zollfreiheiten und 
einer besonders fachmännischen und prompten Justiz, in einem Stapelrechte, sowie in 
dem Versprechen, daß man die Meßgästc während der Messe keinem Personal- oder 
Güterarreste wegen früherer Verbindlichkeiten unterwerfen wollte. Das meiste natürlich 
mußte der Meßplah selber tun, um seinen Gästen das Gefühl der Sicherheit nnd des 
kaufmännischen und persönlichen Behagens zu verschaffen. Zu den heilsamen Wirkungen 
der Messen ist auf niederer Kulturstufe namentlich auch das kräftige Standesbewußtsein 
und die gesteigerte soziale Bedeutung zu rechnen, welche der Kaufmannschaft eines 
großen Gebietes durch solche periodische Zusammenkünfte zuwachsen mußte. Die 
eigentümlich gute Organisation des deutschen Buchhandels steht in engster Verbindung 
mit dem Meßleben Frankfurts und Leipzigs. Wo sich der Warengroßhandcl noch in 
die Messen zusammendrängt, da pflegt auch der Kapitalverkehr, die Verzinsung, Rück 
zahlung und Wiederanlegung der Leihkapitalien des ganzen Landes hiermit verbunden 
zu sein: offenbar mit ebensoviel Geldersparnis wie Krediterleichterung. Die Messen 
mußten aufhören, seit der Verkehr derartig stieg, daß er ausreichte, um gewissermaßen 
das ganze Jahr hindurch einen großen ununterbrochenen Markt unterhalten zu können. 
Mit der Entwickelung des modernen Transportwesens schrumpfen sie allmählich von 
selbst ein und werden durch Musterlager, Kandelsmuseen und Spezialmärkte ersetzt, 
indem man nicht mehr die besichtigte Ware kaust, sondern nach Mustern derselben handelt. 
Die Notwendigkeit der Wochenmärkte hört auf, sobald ein täglicher Kauf 
und Verkauf der betreffenden Waren möglich wird. Ebenso muß die Beschränkung 
des Verkehrs auf einen einzigen Platz lästig werden, sobald das Wachstum der Stadt 
eine gewisse Grenze überschreitet. Kier die früheren Schranken des Kökergewerbes 
fortdauern zu lassen, wäre umso törichter, als die berufsmäßige Vermittelung zwischen 
Produktion und Konsumtion beiden Teilen eine Menge von Mühen und Zeitverlusten 
erspart, die gerade auf hoher Kulturstufe immer schwerer wiegen. Für eine große 
Stadt kann ja die unmittelbare Zufuhr der nahe wohnenden Landwirte gar nicht aus 
reichen. Kier würde jeder Marktzwang namentlich auch das ärgste Schwanken der 
Preise bewirken. Das Preußische Edikt von 1810 schaffte für die Märkte das Ver 
kaufsrecht einzelner Klassen ab, hielt aber für die Markttage das Verbot des Vor- und 
Aufkaufens außerhalb des Marktes fest. Die Gewerbeordnung von 1845 milderte 
auch dies, und die Reichsgewerbeordnung ignoriert es ganz. -— Die Krammärkte 
haben von ihrer früheren Bedeutung, namentlich infolge der Gewerbefreiheit und neuern 
Transportverbesserung eingebüßt. Es ist bezeichnend, wie der heutige Sprachgebrauch 
unter Iahrmarktware meist schlechte Ware versteht, und wie sehr gerade diejenigen, 
die für wahre Volksfeste Sinn haben, die Jahrmarktslustbarkeiten unerfreulich finden. — 
Von den Messen weiß schon Turgot, daß ihre Größe durchaus kein Zeichen blühenden 
Verkehrs ist, vielmehr in Staaten gefunden wird, „deren Kandel gefesselt, mit Abgaben 
überlastet und darum mittelmäßig". Auf hoher Kulturstufe ist die Rechtssicherheit
	        

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Répertoire Des Administrateurs & Commissaires de Société, Des Banques, Banquiers et Agents de Change de France et de Belgique. 1926.
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