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Die Geldvermehrung im Weltkriege und die Beseitigung ihrer Folgen

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Bibliographic data

fullscreen: Die Geldvermehrung im Weltkriege und die Beseitigung ihrer Folgen

Monograph

Identifikator:
1025475909
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-42255
Document type:
Monograph
Author:
Liefmann, Robert http://d-nb.info/gnd/118779931
Title:
Die Geldvermehrung im Weltkriege und die Beseitigung ihrer Folgen
Place of publication:
Stuttgartt
Publisher:
Deutsche Verlags-Anstalt
Year of publication:
1918
Scope:
1 Online-Ressource (199 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Siebentes Kapitel. Die Regelung des Devisen- und ausländischen Effektenverkehrs im Weltkriege
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
  • Title page
  • Contents

Full text

8. Kap. Der Aufschwung und der Verfall der Nationen. 123 
wählen zu müssen ? Wir haben nicht einmal den Trost, uns denken zu können, 
daß es sich da um eine ferne Zukunft handle, um die man sich noch nicht 
zu kümmern habe. Ganz im Gegentheil. Im Jahre 1890 wurde eine Be 
rechnung aufgestellt, die auf den ersten Blick mit ernstlichen Besorgniffen er 
füllt: wenn man die Zahl der gegenwärtigen Bewohner der Erde auf 
1500 Millionen veranschlagt und annimmt, daß ungefähr 6000 Millionen 
Menschen auf der Erde leben sönnen, so würde schon ein jährlicher Ueber- 
schuß der Geburten über die Todesfälle von acht pro Mille genügen, um die 
^rde binnen weniger denn 200 Jahren vollständig zu bevölkern. 
Dagegen lasten sich nun allerdings verschiedene Einwendungen erheben. 
Man kann erwidern, daß die Ertragsfähigkeit der Erde bedeutend unterschätzt 
worden ist, daß, selbst ganz abgesehen von neuen Erfindungen, eine fünfzehn- 
wal oder sogar noch größere Bevölkerungszahl auf derselben ihren Unterhalt 
finden könnte und daß infolge des wiffenschaftlichen Fortschritts auf unserem 
Erdball möglicherweise sogar noch für einmal oder zweimal soviel Menschen 
Nahrung beschafft werden könnte. Nehmen wir indessen an, daß die erstere 
Ņerechnìlng dennoch auf Wahrheit beruhe, so bleibt noch immer zweierlei 
zu beachten. 
Ans der Geschichte wissen wir, daß die Erde schon seit viel längerer 
3eit bewohnt ist, als man früher annahm, und daß es schon im grauen Alter 
tum hoch civilisirte und volkreiche Staaten gegeben hat, die dann zu Grunde 
ñegangen sind. Warum haben nun die alten Reiche Guatemala und Kam 
bodscha, warum hat das alte Persien und das alte Chaldäa nicht an Ueber- 
üölkernng zu leiden gehabt? Warum haben sich jene Völker nicht alle 50 Jahre 
verdoppelt? Diese Frage läßt sich leicht beantworten. Ein jedes, auch das 
ßüchst civilisirte Volk ist von zweierlei Feinden bedroht: von schweren Kata- 
strophen und von der Eorruption. So kommt es denn, daß ein Ueberschuß 
ber Geburten über die Todesfälle von 10—20 auf 1000 Menschen eine Art 
Versicherung gegen ein plötzliches furchtbares Ueberwiegen der Todesfälle dar- 
şiellt, wie es von Zeit zu Zeit vorzukommen Pflegt, die Wirkung einer in 
Zukunft wahrscheinlich zu erwartenden Abnahme der Geburtenzahl abzuschwächen 
kstimmt ist. Die hauptsächlichsten unter solchen Katastrophen sind Seuchen 
Unb Kriege. Hnngersnöthe, Überschwemmungen, Erdbeben u. dgl. haben einen 
wehr oder minder localen Charakter, sind leichter zu verhindern und wirken 
!" ber Regel weniger furchtbar. Auch die Seuchen haben in unserer Zeit 
Ulfolge der Fortschritte in der Heilkunde und der sanitären Vorsichtsmaßregeln 
wel von ihrer verheerenden Kraft verloren. Aber Kriege, sowohl auswärtige 
ws Bürgerkriege, drohen noch immer, und es ist keine Aussicht dazu vorhanden, 
uß man sie wird vermeiden können. Sie vermögen aber die seit langer Zeit 
währende Blüthe eines Volkes binnen wenigen Jahren zu vernichten. Es
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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