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Fortschritt und Armut

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Bibliographic data

fullscreen: Fortschritt und Armut

Monograph

Identifikator:
1027863817
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-43741
Document type:
Monograph
Author:
George, Henry http://d-nb.info/gnd/118716948
Title:
Fortschritt und Armut
Edition:
Sechste, unveränderte Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 407 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch VII. Die Gerechtigkeit des Heilmittels
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Fortschritt und Armut
  • Title page
  • Contents
  • Buch I. Arbeitslohn und Kapital
  • Buch II. Bevölkerung und Unterhaltsmittel
  • Buch III. Die Gesetze der Verteilung
  • Buch IV. Die Wirkung des materiellen Fortschnitts auf die Güterverteilung
  • Buch V. Das Problem gelöst
  • Buch VI. Das Heilmittel
  • Buch VII. Die Gerechtigkeit des Heilmittels
  • Buch VIII. Die Anwendung des Heilmittels
  • Buch IX. Die Wirkungen des Heilmittels
  • Buch X. Das Gesetz des menschlichen Fortschrittes
  • Schluß. Das Problem des individuellen Lebens

Full text

282 
Die Gerechtigkeit des Heilmittels. 
Buch VII. 
tums oder der parlamentarischen Regierung, entkleidete die großen 
Herren der persönlichen Macht und Bedeutung, ihrer Jurisdiktion und 
Gewalt über die Personen und unterdrückte so die auffälligen Mißbräuche, 
ähnlich wie die Entwicklung des römischen Imperialismus die auf 
fälligsten Grausamkeiten der Sklaverei unterdrückt hatte. Die Zerlegung 
der großen Lehnsgüter, welche solange als sich nicht die Notwendigkeit 
fühlbar machte, in großem Maßstabe zu produzieren, darauf hinwirkte, 
dieZahl derGrundbesitzer zu vermehren, und die Abschaffung derZwangs- 
maßregeln, durch welche dieselben, als noch die Bevölkerung dünner war, 
die Arbeiter auf ihren Gütern zurückzuhalten suchten, trugen auch dazu 
bei, die Aufmerksamkeit von der, mit dem Privatbesitz am Grund und 
Boden verknüpften Ungerechtigkeit abzulenken, während der beständige 
Fortschritt der Ideen des römischen Rechts, des großen Schachtes und 
Vorratshauses der modernen Jurisprudenz, darauf abzielte, den natür 
lichen Unterschied zwischen Grundeigentum und Eigentum an anderen 
Dingen zu verwischen. So ging mit der Ausdehnung der persönlichen 
Freiheit eine Ausdehnung des persönlichen Grundbesitzes bfand in bfand. 
Die politische Macht der Barone wurde überdies nicht durch die 
Empörung der Klassen gebrochen, welche die Ungerechtigkeit des Grund 
besitzes deutlich fühlen konnten. Solche Empörungen fanden immer 
und immer statt, aber ebenso oft wurden sie mit schrecklichen Grausam 
keiten unterdrückt, was die Macht der Barone brach, war die Zunahme 
der Handwerker- und bjandelsklassen, und zwischen dem Lohn derselben 
und der Grundrente besteht nicht dasselbe klare Verhältnis. Diese Klassen 
hatten sich ebenfalls unter einem System geschlossener Gilden und In 
nungen entwickelt, welches, wie ich früher bei Besprechung der Gewerk 
vereine und Monopole erläuterte, sie in den Stand setzte, sich gegen die 
Wirkung des allgemeinen Lohngesetzes gleichsam zu verschanzen, und 
welches viel besser aufrecht zu erhalten war als heutzutage, wo die 
Wirkung verbesserter Transportmethoden und die Verbreitung der 
nötigsten Kenntnisse und neuesten Nachrichten die Bevölkerung beständig 
mobiler macht. Diese Klassen sahen nicht und sehen jetzt noch nicht, daß 
die Grundbesitzverhältnisse schließlich die Bedingungen des industriellen, 
sozialen und politischen Lebens bestimmen müssen. Und so ging die 
Tendenz dahin, den Begriff des Grundeigentums mit dem Eigentum 
an Dingen menschlicher Produktion zu verschmelzen, und man machte 
selbst Rückschritte und begrüßte sie als Fortschritte. Die französische 
konstituierende Versammlung glaubte im Jahre l.789 ein Überbleibsel 
der Tyrannei hinwegzufegen, als sie den Zehnten abschaffte und den 
Unterhalt der Geistlichkeit durch allgemeine Steuern deckte. Der Abbe 
Siöyes stand allein, als er erklärte, daß man einfach eine Steuer, die eine 
der Bedingungen war, auf Grund deren die Besitzer ihre Güter besaßen, 
den Gutsbesitzern erlasse, um dieselbe der Arbeit des Volkes aufzuerlegen. 
Aber vergebens. Da der Abbä Siöyes ein Priester war, so sah man in 
ihm einen Verteidiger der Interessen seines Standes, während er in
	        

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Fortschritt Und Armut. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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