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Wirtschaft als Leben

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Bibliographic data

fullscreen: Wirtschaft als Leben

Monograph

Identifikator:
1027869556
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-48255
Document type:
Monograph
Author:
Gottl-Ottlilienfeld, Friedrich von http://d-nb.info/gnd/118809040
Title:
Wirtschaft als Leben
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1925
Scope:
1 Online-Ressource (XXXII, 763 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Grenzen der Geschichte 1903
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Wirtschaft als Leben
  • Title page
  • Contents
  • Der Wertgedanke ein verhülltes Dogma der Nationalölonomie
  • Die Herrschaft des Wortes
  • Die Grenzen der Geschichte 1903
  • Zur sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung 1906-1909
  • Freiheit vom Worte. Über das Verhältnis einer Allwirtschaftslehre zur Soziologie 1923
  • Die Wirtschaftliche Dimension. Eine Abrechnung mit der sterbender Wertlehre 1923
  • Vom Wirtschaftsleben und seiner Theorie 1924
  • Index

Full text

372 
,Die Grenzen der Geschichte 1 
feststellen. Die Lage des Werkplatzes gegenüber der Lage des Bau 
platzes mag in dem erschlossenen Geschehen den Ausdruck eines 
Sparens mit der Arbeitskraft erkennen lassen. Auch in seiner inneren 
Verflechtung, in seiner Stückelung nach Akten und in seinem ganzen 
Hergang, erkennen wir das Geschehen aus seinem Zusammenhang mit 
späterem und ebenso auch mit früherem Geschehen. So läßt sich 
z. B. die ganze Entwicklung der römischen Bautechnik mit diesem 
Geschehen in einen Zusammenhang bringen, der uns das Geschehen 
als solches in seinem besonderen Gepräge erklärt. Es gilt von allen 
diesen Zusammenhängen, daß ihre Aufdeckung im strengsten Sinne 
eine Erklärung des Geschehens selber darstellt, und nicht 
bloß seines Eintrittes. 
Gewiß denkt man sich auch den Kausalzusammenhang so, daß 
er schließlich alles mit allem verbindet. Er tut es aber stets nur von 
Station zu Station; er verkettet eben nur, aber er übergreift sich 
als Zusammenhang niemals, er verknüpft also nichtI Der Vor 
stellung nach könnten wir uns wohl aus dem großen Kausalzusammen 
hang begreiflich machen, wie es kam, daß an dieser bestimmten Stelle 
ein Wasser bestimmter Bewegungsart, unter bestimmten Umständen, 
mit einer bestimmten mineralischen Spezies in Kontakt gelangt ist. 
Für das Begreifen des Geschehens, das aus diesem Kontakt ent 
springt, lernen wir daraus auch nicht das mindeste. Für sein Be 
greifen sind wir, nach wie vor, auf den Analogieschluß vom Ge 
schehenden auf das Geschehene angewiesen: der Kontakt von Wasser 
und Glimmer wirkt so und so, ergibt dieses und dieses Geschehen. 
Und es ist dabei absolut gleichgültig, wie es im Ablauf des früheren 
Geschehens zu diesem bestimmten Kontakt gekommen ist. 
Ein Geschehen aber, daß wir als ein Geflecht vernünftigen Tuns 
erschließen, ist bis ins Innerste hinein ein Geschöpf 
seiner Zusammenhänge mit anderem Geschehen. Je 
tiefer wir in diese Zusammenhänge eindringen, desto greifbarer wird 
uns nebenbei die Einsicht, daß ein Geschehen dieser ganz bestimmten 
Art eben nur an diesem Orte, zu dieser Zeit und in dieser Verflechtung 
möglich war. Auch „die Natur ist nur einmal da“ (Mach). Hier 
aber wird uns das Einmalige, das Niewiederkehrende des Geschehens 
klar erfaßlich, weil seine Eigenart darin wurzelt. In den großen 
Zusammenhang des Erlebten knüpft sich dieses Geschehen an einer 
ganz bestimmten Stelle ein, und gerade aus dieser einzigen 
Position schöpft das Geschehen sein ganzes Um und 
Auf. Je sorglicher wir seine Einknüpfung erschließen, desto verständ 
licher wird uns das Geschehen, als solches. Einverständnis, dem
	        

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Wirtschaft Als Leben. Verlag von Gustav Fischer, 1925.
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