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Wert und Kapitalprofit

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Bibliographic data

fullscreen: Wert und Kapitalprofit

Monograph

Identifikator:
1689945052
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-102705
Document type:
Monograph
Title:
Neuzeitliche Krüppelfürsorge
Place of publication:
Münster i./W.
Publisher:
Aschendorff
Year of publication:
1926
Scope:
139 Seiten
Illustrationen
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Über das Krüppeltum, seine Ursachen, Verhütung und Behandlung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Wert und Kapitalprofit
  • Title page
  • Contents
  • I. Das Problem
  • II. Der statische Preis
  • III. Der Kapitalprofit
  • IV. Antikritische Nachlese

Full text

Sa 
die Gesellschaft offenbar in den meisten Fällen mit objektiv ge- 
gebenen Eigenschaften dieser Personen irgendwie zusammen, so eng 
zusammen, daß wir die Ursache der Einkommensverschieden- 
heiten „erklärend verstehen können“, um Max Webers Ausdruck 
anzuwenden. Aber es handelt sich für uns nicht darum, die Ur- 
sache, sondern die Höhe dieser Einkommensverschiedenheiten zu 
verstehen, und zwar kann, da es sich um ein quantitatives Phänomen 
handelt, hier natürlich nur das „rationale erklärende Verstehen“ in 
Frage kommen, weil es sich um „intellektuell sinnhafte Hand- 
lungen“ handelt. Das aber ist uns nur in einer sehr beschränkten 
Klasse von Qualifikationsbewertungen möglich, nämlich fast nur 
dann, wenn es um ungelernte Muskelkraft im Akkordlohn geht. 
Hier handelt es sich erstens um Leistungen der gleichen Dimen- 
sion, die zweitens unmittelbar quantitativ vergleichbar sind. Selbst- 
verständlich verdient ein starker Sackträger, der doppelt soviel 
Säcke vom Schiff auf den Speicher trägt wie ein schwächerer 
Kamerad, im Akkord auch den doppelten Lohn. Aber dieses Ver- 
stehen versagt schon dann häufig, d. h., es kann die Unter- 
schiede des Einkommens nicht mehr vollkommen erklären, wenn 
es sich um Leistungen gleicher Dimension, aber um gelernte Arbeit 
handelt. So z. B. wird ein Stenograph, der 300 Silben in 
der Minute aufzunehmen imstande ist, viel mehr als sechsmal so 
hoch qualifiziert und entlohnt werden wie ein anderer, der es nur 
auf 50 bringt. Hier können wir immerhin noch ungefähr intellek- 
tuell die Ursachen der Einkommensverschiedenheit verstehen: aber 
dieses Verstehen versagt bereits vor der Tatsache, daß ein hoch- 
gewachsener Tenorist mit wohlgebildetem Antlitz wesentlich 
höher qualifiziert ist, als ein stimmlich und schauspielerisch gerade 
so begabter, aber körperlich weniger bevorzugter Kollege; und es 
versagt vollkommen gegenüber so wunderlichen Tatsachen, wie 
wir sie oben angeführt haben, wo es sich um Leistungen ver- 
schiedener Dimension, z. B. eines Boxerchampions und eines 
Gelehrten handelt; hier. ist nur noch ein „irrationales“ erklärendes 
Verstehen aus irrationalen Motiven möglich. 
In solchen Fällen hilft sich das unausrottbare Streben des 
Menschen nach rationaler Erklärung mit dem typischen Trugschluß, 
dem wir überall in der Soziologie, z. B. bei der Erklärung der Ge- 
schichtsabläufe aus rassenmäßiger Anlage, begegnen. Gegeben und 
zu erklären ist eine bestimmte Verschiedenheit des Einkommens. Man 
schließt daraus auf die genau entsprechende Verschiedenheit der 
„natürlichen Begabung“ und leitet dann wieder daraus die Ver-
	        

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Wert Und Kapitalprofit. Fischer, 1926.
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