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Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit

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Bibliographic data

fullscreen: Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit

Monograph

Identifikator:
1742735827
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-120327
Document type:
Monograph
Title:
Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Reimar Hobbing
Year of publication:
1927
Scope:
574 Seiten
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Die neuere Finanzentwicklung der Vergleichsländer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Grundlegung
  • Zweiter Teil. Die neuere Finanzentwicklung der Vergleichsländer
  • Dritter Teil. Die Staatsausgaben in der Gliederung nach Ausgabezwecken
  • Vierter Teil. Die Staatsausgaben in ihrer Gliederung nach Ausgabearten
  • Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Sachregister

Full text

Das Ergebnis der belgischen Kriegsfinanzwirtschaft war etwa eine Verdoppelung der Schuldenlast gegen- 
über der Vorkriegszeit. Die Ententemächte verzichteten nur zum Teil auf die Rückerstattung der Kredite, 
die der belgischen Regierung in Le Havre zur Verfügung gestellt worden waren. Auch war es natürlich, daß 
der belgische Staat die Anleihen übernahm, die die Kommunen zur Bestreitung der Kontributionen und 
der besonderen aus den Kriegsverhältnissen herrührenden Aufwendungen aufgenommen hatten. Die 
gesteigerten Lasten des Schuldendienstes waren für die Gesamtgestaltung des belgischen Staatshaushaltes 
der Nachkriegszeit von erheblicher, aber bei weitem nicht so grundlegender Bedeutung wie in den anderen 
kriegführenden Staaten. Weitaus stärkere Ansprüche stellte die Reorganisation von Verwaltung, Heer 
und Wirtschaft sowie die Wiederaufbauverpflichtungen. 
Il. Die belgische Finanzwirtschaft nach dem Kriege. 
a. Die Entwicklung der Ausgaben. 
Die belgische Finanzwirtschaft stand bei Kriegsende vor vollkommen neuen Aufgaben. Der Aufgaben- 
kreis des Staates wurde in großzügiger Weise erweitert, da ein gewisser 0 ptimismus bezüglich der Beurteilung 
der weiteren finanziellen Entwicklung herrschte. Insbesondere wurde auf die Finanzierung aus Reparations- 
einnahmen zur Durchführung des Wiederaufbaus gerechnet. Das erste Finanzjahr nach Kriegsende war 
überdies mit der Abwicklung aller Verpflichtungen belastet, die während des Krieges unerledigt geblieben 
waren. Erhebliche Aufwendungen des Staates waren noch für die Lebensmittelversorgung der Be- 
völkerung notwendig. Alle diese Aufgaben erforderten besondere Maßnahmen zur Beschaffung der not- 
wendigen Mittel. Das Steuersystem wurde reformiert, um den gestiegenen »ordentlichen« Staatsbedarf 
decken zu können. Der »außerordentliche« Staatsbedarf war auf Deckung durch Inanspruchnahme von 
Krediten angewiesen. Es mußten in steigender Höhe kurzfristige Kredite in Anspruch genommen, und auch 
das Mittel der Inflation angewandt werden, um das Defizit des Haushalts zu decken. Daraus erwuchsen 
wiederum die Schwierigkeiten der belgischen Finanzwirtschaft in den letzten beiden Jahren, Es wurde 
die eingehende Sanierung des Jahres 1926 notwendig. 
Die besonderen Ausgabenkomplexe der Nachkriegszeit veranlaßten eine Neuregelung der Etatisierung, 
Während vor dem Kriege nur unterschieden wurde, ob es sich um laufende Verpflichtungen handelte oder 
um einmalige, hauptsächlich für Investierungen dienende, wurde seit 1921 noch gesondert der ganze Kreis 
der Ausgaben ausgewiesen, die dem belgischen Staat aus dem Kriege erwachsen waren, und für die er 
Ersatzforderungen an Deutschland geltend machte. Sie wurden als Depenses Recowvrables en Execution 
des Traites de Paix bezeichnet. Ihr Kreis wurde erstmalig im Etat für 1924, dann auch für 1925 bedeutend 
enger gezogen, nachdem sich die mutmaßlichen Eingänge aus Reparationsleistungen übersehen ließen. 
Gleichzeitig mit der Aussonderung der Depenses Recowvrables wurden die Staatsbetriebe finanziell ver- 
selbständigt, da sie angesichts der Aufgaben, die besonders den Verkehrsunternehmungen in der Nach- 
kriegszeit gestellt waren, in ihrer Geschäftsführung nach Möglichkeit unbehindert sein sollten. Wenn man 
die Bedeutung der Betriebsergebnisse für den belgischen Staatshaushalt der Vorkriegszeit berücksichtigt, 
so ist das starke Interesse des Staates an der Umorganisation der Betriebe erklärlich. Die Betriebsergeb- 
nisse waren in den ersten Jahren nach dem Kriege durch die Desorganisation der belgischen Wirtschaft 
stark beeinflußt. Außerdem hatten die Betriebe neben den vom Staate zu bewirkenden Wiederaufbau- 
arbeiten verhältnismäßig umfangreiche Neubauten durchzuführen, die nicht aus Betriebseinnahmen, 
sondern durch staatliche Zuschüsse gedeckt wurden. Das finanzielle Ergebnis der Betriebsführung stellte 
sich nach den Abrechnungen folgendermaßen dar: 
Einnahmen Ordentliche Ergebnis des Außerordentliche 
Ausgaben ordentlichen Haushalts Ausgaben 
-. in Millionen fr, 
DO 462 974 — 512 55 
Wr 978 1124 — 146 193 
De 1.130 1 246 — 116 255 
Eh AN 1316 1 264 4-52 177 
rer 1473 1472 + 1 239 
Dee 2011 2143 — 132 337 
De 2 2021) 2.365 — 163 602 
9 en 19032) 1.806 u 219 
1) Gesechätztes Ergebnis nach Houtart, a.a.0. 
AR
	        

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Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien Und Italien in Der Vor- Und Nachkriegszeit. Reimar Hobbing, 1927.
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