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Grundfragen der englischen Volkswirtschaft

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Bibliographic data

Object: Grundfragen der englischen Volkswirtschaft

Monograph

Identifikator:
1741404126
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119912
Document type:
Monograph
Title:
W. & A. K. Johnston's commercial & economic atlas of the world
Place of publication:
Edinburgh
Publisher:
W. & A. K. Johnston, Limited
Year of publication:
1926
Scope:
32 Seiten
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Title page

Document type:
Monograph
Structure type:
Title page
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundfragen der englischen Volkswirtschaft
  • Title page
  • Contents
  • I. Das englische Agrarwesen. Von Dr. Rudolf Leonhard
  • II. Die englische Industrie. Von Dr. Theodor Vogelstein
  • III. Das englische Kreditwesen. Von Professor Dr. Edgar Jaffé
  • IV. Die Arbeiterfrage in England. Von Professor Dr. Edgar Jaffé
  • V. Die Organisation des britischen Weltreichs. Von Professor Dr. M. J. Bonn
  • V. Der moderne Imperialismus. Von Professor Dr. M. J. Bonn

Full text

138 
Dr. M. J. Bonn., 
besteht. Das täuscht das Auge der Menge und macht sie glauben, 
sie zerfielen in verschiedene Rassen, oder vielmehr Länder, während 
sie doch alle zusammen einen Körper bilden, dessen Haupt unter 
Gott Seine Hoheit ist.» 
Diese Politik ist selbst in den Tagen gescheitert, wo das moderne 
Nationalgefühl noch nicht ausgebildet war, und der religiöse Gegen 
satz, der seine Stelle einniahm, dem angegriffenen Volke bei aller 
Stärke kaum das lebendige Gefühl der Zusammengehörigkeit zu 
geben vermochte. Denn der Kolonist, der ausgesandt war, den Ein 
geborenen zu zivilisieren, paßte sich in verhältnismäßig kurzer Zeit 
der Umwelt an, die die Eingeborenen geschaffen hatte. Er verlor, 
wenn nicht fortwährend Nachschub eintrat, den eigenen National 
charakter, ohne dem Eingeborenen den seinen nehmen zu können. 
Selbst der großartige Siedlungsversuch, den Oliver Cromwell nach 
dem Jahre 1650 in Irland unternahm, ist in dieser Hinsicht geschei 
tert. Schon 1697 hieß es, «daß viele Kinder von Olivers Soldaten 
nicht imstande sind, ein Wort Englisch zu reden». «Dies Unglück», 
meint der zeitgenössische Berichterstatter, «kommt durch irische 
Frauen, da Mangel an Engländerinnen herrscht, die nicht in solcher 
Anzahl herüberkamen, als nötig gewesen wäre.» Auch wo der Kolo 
nist sich nicht mit den Eingeborenen vermischte, hatte er gar kein 
Interesse daran, dauernd als Vollstrecker einer großen Idee der 
Nationalisierung zu wirken. Er sah in dem Eingeborenen nicht so 
wohl den zurückgebliebenen Bruder, dessen Erziehung ihm Ge 
wissenspflicht -war, als den allezeit willigen Hörigen, den man wirt 
schaftlich bequem ausnutzen konnte, so lange man seine nationalen 
Vorurteile schonte. Die von Cromwell in Irland angesetzten Grund 
besitzer boten ihren ganzen Einfluß auf, um irische Pächter und iri 
sche Arbeiter auf ihren Gütern behalten zu dürfen, ohne daß sie daran 
dachten, sie zu entnationalisieren. 
So wird das Herrschaftsverhältnis, dessen Zweck ursprünglich 
Verbreitung der mutterländischen Kultur und Anpassung der Ein 
geborenen gewesen war, zur Klassenherrschaft, die sich nicht die 
Entwicklung, sondern die Ausnutzung der Eingeborenen zum Ziele 
setzt. 
Auch in denjenigen Gebieten Europas, wo man die Entnationali 
sierung der beherrschten Völker nicht durch Kolonisten, sondern 
mittels eines Beamtentums versucht hat, ist der Erfolg im großen
	        

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Grundfragen Der Englischen Volkswirtschaft. Verlag von Duncker & Humblot, 1913.
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