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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Die Staatsausgaben
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

XI. Abschnitt. Die persönlichen Ausgaben. 129 
Weltkrieg mit seinen kolossalen Preisorgien am besten ins Licht 
gestellt. "Tagtäglich konnte man von hochgestellten Beamten de- 
taillierte Angaben über ihre Budgets lesen, die wahrlich ein Jammer 
waren. Der ungarische Finanzminister konnte das Beispiel des 
Richters vom obersten Gerichtshofe anführen, der eigenhändig seine 
Schuhe sohlen mußte. Fleischnahrung war selbst bei hohen Beamten 
ausgaschlossen. Mit Wäsche mußte auf das genaueste gespart 
werden und das soll in einzelnen Amtslokalitäten an der verdorbenen 
Luft auch wahrzunehmen gewesen sein. Das Elend steigerte natür- 
lich der Umstand, daß schon vor dem Kriege in ganz Europa eine 
große Teuerung Platz gegriffen hat. Brennholz, Kohle, Zündhölz- 
chen, Seife, Arzneimittel, bei allen Artikeln waren unglaubliche 
Preislagen. Dem gegenüber hatte der Staat den Beamten nur in 
ganz unzulänglicher Weise durch Vorschüsse und Teuerungsbeilagen 
Hilfe geboten. 
7. Nachkriegszeit. Eine der wichtigsten Maßnahmen zur 
Beseitigung des Defizits war der Beamtenabbau. In Deutsch- 
land erfolgte dies auf Grund der Verordnung vom 27. Oktober 
1923, welche verfügte, daß von dem gesamten Personal mindestens 
25 Prozent auszuscheiden seien und zwar bis 1. April 1924 15 Pro- 
zent. Tatsächlich wurden bis zu diesem Zeitpunkte 21,1 Prozent 
abgebaut, und zwar von den dauernd angestellten Beamten 7,5 Pro- 
zent, von den Angestellten 45,7 Prozent, von den Arbeitern 25,0 
Prozent ?). Bis 31. Dezember, mit welchem Termin die deutsche 
Regierung den allgemeinen Abbau als beendet betrachtete, betrug 
der Abbau 22,2 Prozent, woraus ersichtlich, daß nach dem 1. April 
der Abbau bereits sehr gering war. In Ungarn setzte der Sanie- 
rungsplan einen Abbau von 15000 Beamten fest. Tatsächlich 
betrug die Abnahme nach dem Budget für das Jahr 1926/27 
21565, wovon auf die staatliche Verwaltung 6023 entfielen. Der 
gesamte Abbau wird bis Ende Juni 1927 28 288 Personen umfassen 
und werden die von der Landesersparungskommission gewünschten 
Verwaltungsreformen einen weiteren Abbau zur Folge haben. 
In der Nachkriegszeit hat sich das Beamtenproblem außer- 
ordentlich zugespitzt. Sowohl die Lage des Staates, wie die seiner 
Angestellten war eine schwierige. Dies ist auf verschiedene Ursachen 
zurückzuführen, in erster Reihe aber auf Inflation und Teuerung. 
Die Erhöhung der Gehalte (Deutsches Besoldungsgesetz 1920 und 
Ergänzungen) folgte nicht dem Maße der Preissteigerung und der 
') Siehe Krämer, Die Finanzgebarung des Reichs und seiner Länder seit 
der Währungsstabilisierung (Finanzarchiv, 1925, 2. Bd., S. 77). 
Földes, Finanzwissenschaft. 2. Aufl. 
G
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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