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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Die Staatsausgaben
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

XII. Abschnitt. Ausgaben für Heer und Flotte. 133 
Grenzen (Gebirge, Flüsse, Seen, Meer) resp. strategischen Grenzen; 
4. die politischen Verhältnisse, die nationalen Aspirationen (Kultur- 
oder Machtcharakter, offensiver oder defensiver Charakter); 5. das 
Verhältnis zu den Nachbarstaaten („Es kann der bravste Mann nicht 
ruhig leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt“ Tell); 
6. System und Technik der Kriegsführung; 7. Charakter des Wehr- 
systems (Söldnerheer, stehendes Heer, Volksheer, Milizsystem); 
8. die wirtschaftlichen Verhältnisse des Staates; 9. das Heeresbudget 
der übrigen Staaten. 
Der Weltkrieg hat manche Winke gegeben, wie in Zukunft 
an den Heeresausgaben gespart werden kann. Die Ausbildungszeit 
der an die Front gesandten Soldaten ist außerordentlich abgekürzt 
worden, auf wenige Monate. Es läßt sich also nicht weiter die 
Möglichkeit bestreiten, daß die Dienstzeit außerordentlich abgekürzt 
werden kann. Freilich steht dem der Umstand gegenüber, daß die 
technischen Einrichtungen in einer Weise entwickelt werden, daß 
die Kosten ins Fabelhafte steigen. Die 42.Zentimeter-Geschütze 
verursachen bei jedem Schuß in die Tausende steigende Ausgaben. 
Die Anschaffungskosten des Kriegsgutes ist in einzelnen Staaten 
infolge von Mißbräuchen katastrophenartig gestiegen. Die An- 
forderungen an die Versorgung der Mannschaft steigen und könnten 
nur dadurch wettgemacht werden, daß das Heer im Frieden der 
friedlichen Arbeit sich widmen würde, eine Idee, der wir ja schon 
bei den Schülern St. Simon’s, namentlich Michel Chevalier, 
begegnen. Eine ganz exorbitante Steigerung der Ausgaben ver- 
ursacht nach dem Weltkriege die Entwicklung der Luftflotte. 
Ansonst wird im Interesse der Herabsetzung der Heereslasten 
namentlich auf folgendes hingewiesen: 1. Scheidung der Landwehr 
vom stehenden Heere; 2. Herabsetzung der Zahl der Offiziere; 
3. minimale Festsetzung der Friedensstärke; 4. Herabsetzung der 
Dienstzeit; 5. Verhütung der Mißbräuche bei Anschaffung der 
Heeresbedürfnisse; 6. allgemeine Abrüstung. 
3. Indirekte Vorteile und Nachteile des Heer- 
wesens. Bei Beurteilung der Aufwendung für Heereszwecke ver- 
gißt man oft daran, daß das Heer direkt oder indirekt neben der 
Landesverteidigung auch andere Staatszwecke befördert. Wir 
wollen nur einige anführen: 1. Das Heer dient nicht nur zur Auf- 
rechterhaltung der äußern, sondern auch der innern Rechtsordnung 
und Sicherheit, ein Teil der Kosten müßte also von Rechtswegen 
auf das Polizeibudget geschrieben werden. 2. Das Heer dient als 
symbolischer Ausdruck der Macht und Stärke des Staates und hat 
so seinen latenten Nutzen in der Abwehr von etwaigen Attentaten.
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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