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Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
  • Title page
  • Contents

Full text

230 
DEUTSCHLAND. — Bayern (Finanzen). 
Das Militär erhielt von 1848—55 ausser dem Budgetansatze, aus 
serordentlicher Weise, vermittelst Anlehen noch weitere 21’389,423 fl. ; 
1851» ferner 25’417,500. (Die Expedition nach Kurhessen, 1850 und 
51, kostete nach den ministeriellen Kammervorlagen 3’540,471 fl, [un 
gerechnet weitere 814,848 fl. »für vermehrte Truppenhaltung im Innern«], 
wofür ein Entschädigungsanspruch an Kurhessen erhoben, von diesem 
aber nicht anerkannt wurde. Die »Kriegsbereitschaft« von 1855 soll gegen 
5 Mill, erfordert haben. Für die militärische Hülfeleistung in der Pfalz, 
1849, bezog Preussen 202,500 fl. In den 7 Jahren —18*755 
wurden im Ganzen für die Armee 109’S00,39S fl. ausgegeben. In dem 
Rechnungs-Jahre 18*%g allein stieg diese Ausgabe auf 23’357,029 fl. 
Die Pensiojien sind nirgends so zahlreich und so hoch, als in Bayern. 
Das Cadaster hatte schon am 1. Oct. 1853 19’155,031 fl. gekostet, und 
zur Vollendung nahm man weitere 3 Mill, in Aussicht. (Aus den Zin 
sen dieses Capitals liesse sich ein ansehnlicher Theil der Grundsteuer 
decken.) Der bayer. Staat erfreut sich übrigens eines grossen Domä- 
nenbesitzes, nur ist der Ertrag gering (so liefern die rechtsrheinischen 
Bergwerke nicht das geringste Reineinkommen ; ebensowenig die Militär- 
Fohlenhöfe, obwol sie 19,309 Tagwerk [etwa 1*/^ Q.-M.] Grundeigen 
thum und ein grosses Inventar besitzen). — Ehrenvolle Ewähnung ver 
dient , dass die Abgeordnetenkammer die Aufhebung des Lotto vom 
1. Jan. 1802 an erwirkte, obwol dasselbe in den 4 letzten Jahren durchschn. 
2'7 1 9,130 fl. rein ertragen hatte (bei 9’03S,205 fl. Einlagen) und ob 
schon gerade in dieser Zeit ungewöhnliche Bedürfnisse bestanden. 
Der Aufwand für die Staatseisenbahnen betrug bis 30. Sept. 1802 
120’740,139 fl. Die Einnahme war 18"%; 14’243,702, die Ausgabe 
0,958,875 (40 7„), der Reinertrag 7 284,827 fl. Es sind dies 5.9 % 
vom Anlagecapit. (Befördert: 4’325,908 Pers., 24’347,703 Cntr. Güter. 
Kein Reisender ward beschädigt, dagegen kamen 9 Bedienstete durch 
eigene Unvorsichtigkeit ums Leben, 3 wurden ohne, 1 1 durch eigene 
Schuld beschädigt.) 
Kreisinsten. Ausser den unmittelbar durch die Staatscasse bestrit 
tenen Ausgaben, müssen deren viele für Verwaltung, Justiz, Unterricht, 
Wohlthätigkeit etc. durch die einzelnen Regierungsbezirke vermittelst 
besonderer Kreis-Umlagen gedeckt werden. (Bcischlagsprocente zu allen 
directen Steuern; in den 7 ältern Kreisen durchschn. 8—11, in der 
Pfalz nicht weniger als 53—5 1 Proc., zusammen durchschn. 1 ’024,000 fl., 
wovon 417.000 blos auf die Pfalz treffen.) 
Frühere Finanzverhaltnisse. Vor der franz. Revolution wurden die 
Einkünfte auf 10 Mill. fl. geschätzt. Die Steuern waren nicht nur 
freiwillige Leistungen der I^andschaft, sondern die Steuercassen standen 
auch nicht unter fürstlichen, sondern unter eigenen Landschaftsbeamten. 
Von 1800— 1819 herrschte der Absolutismus; die Staasrechnungen 
wurden jeder Volkscontrole entzogen. Es entstand ein grosses Deficit 
(was zur Vcrfassungsverleihung mit wirkte), ln den 1 830er Jahren er 
rechnung 1 T’Oltl,500 fl. mehr als 18*%,). Die beiden Erzbischöfe erhalten für 
ihre Personen 20,000 und 15,000 fl., 3 Bischöfe jeder 10,000, die 3 andern je 
8000 fl., ausserdem Palais. Die Domkapitel kosten überdies 187,000 fl.
	        

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Handbuch Der Vergleichenden Statistik- Der Völkerzustands- Und Staatenkunde. Felix, 1865.
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