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Die deutsche Hausindustrie

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Bibliographic data

Object: Die deutsche Hausindustrie

Monograph

Identifikator:
1748646508
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-122686
Document type:
Monograph
Author:
Rühl, Alfred http://d-nb.info/gnd/118750267
Title:
Vom Wirtschaftsgeist in Amerika
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Quelle & Meyer
Year of publication:
1927
Scope:
IX, 122 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Das Verhältnis zum Gelde
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die deutsche Hausindustrie
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Begriff und Einteilung der Hausindustrie
  • Zweites Kapitel. Die Entstehung der Hausindustrie
  • Drittes Kapitel. Umfang der Hausindustrie in Deutschland
  • Viertes Kapitel. Wirtschaftliche und soziale Zustände in er Hausindustrie
  • Fünftes Kapitel. Volkswirtschaftliche und soziale Bedeutung der Hausindustrie
  • Sechstes Kapitel. Staatshilfe
  • Siebtes Kapitel. Selbsthilfe
  • Achtes Kapitel. Hilfe von aussenstehenden Kreisen
  • Index

Full text

2. Lohnverhältniffe 
75 
ftättc ins Elternhaus als Heimarbeiter gemeldet. l ) Auch in Heffen ftieg die Zahl 
der gewerblich tätigen eignen Kinder in den Jahren 1904—1908 von 2356 
auf 2605, während die der fremden Kinder gleichzeitig von 2638 auf 1308 
zurückging. Nach Berichten aus Oberfranken waren die Kinder abgerichtet, 
fo dafz fie vom Gewerbeauffichtsbeamten nicht arbeitend angetroffen werden. 
Mag alfo das Kinderfchutzgefetz auch fchon einige Erfolge erzielt haben, die 
Heimarbeit hat offenbar am gering ften Anteil daran. 
Es ift gewi(z oft die bittere Not der Eltern, welche fie ihre Kinder fchon früh 
zeitig in das harte Joch der Arbeit einfpannen hei|zt. Aber es ift doch auch großer 
Unverftand: während die Eltern zu Ausbeutern an ihren Kindern werden, 
werden diefe zu Preisdrückern für die Eltern und die gefamte Arbeiterfchaft. 
Zudem wird dem Kinde die goldene Jugendzeit völlig geraubt, feine Gefund- 
heit wird infolge einer oft mafzlos ausgedehnten Arbeit, einer durchaus un 
genügenden Nachtruhe, des Mangels an Bewegung in freier Luft, des been 
digen Aufenthalts in ungefunden Arbeitsräumen zeitlebens gefährdet, feine 
Arbeitskraft verringert und in ihrer vollen Entwicklung gehemmt. Die geiftige 
Ausbildung mu|z bei der Übermüdung der zarten Körperkraft notwendig Zurück 
bleiben, die Schulzucht illuforifch werden. Und auch der Sittenreinheit des 
Kindes drohen infolge der frühzeitigen Berührung mit einer häufig verwilderten 
Arbeiterfchaft ernfte Gefahren. * 2 ) Die Grundlagen des Familienlebens und einer 
gedeihlichen Erziehung werden erfchüttert: an Stelle der zarten, Eltern und 
Kind miteinander verknüpfenden Bande treten die kalten, egoiftifchen Be 
ziehungen von Arbeitgeber und Arbeiter, von Ausbeuter und Ausbeutungs- 
Objekt. 
§ 2. Lohnverhältniffe 
Die Lohnhöhe ift für die Hausinduftriellen eine Frage von vitalfter Bedeu 
tung. Nicht nur, weil der Lohn, wie überhaupt bei der Arbeiterbevölkerung, 
in der Regel ihre einzige Einkommensquelle ift. Alles, was fonftdem heutigen 
Lohnarbeiter Schutz und Erleichterung verfchafft und ihm unabhängig von der 
Entlohnung gewährt wird, ift für den Heimarbeiter eine Frage der Lohnhöhe, 
ein Teil der Lohnfrage. Schutz von Gefundheit und Leben, hygienifcher 
Werkftättenfchutz, Befchränkung der Arbeitszeit werden dem Fabrikarbeiter 
in jedem Falle zuteil und können als Entgelt für etwaige geringe Löhne an- 
') „Soziale Praxis“ XVIII 93, 1177—1281. 
2 ) Vgl. K. A g a h d a. a. 0. 49—89 fowie das Rundfehreiben des Reichskanzlers 
vom 9- Dezen.oer 1897 betreffend die gewerbliche Kinderarbeit, mitgeteilt bei Agahd 
196; Wegweifer der Jugendrettung, herausgegeben vom Verein katholifcher deut- 
fcher Lehrerinnen, Freiburg 1909. Caritasverband.
	        

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Die Deutsche Hausindustrie. Volksvereins-Verlag GmbH., 1913.
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