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Theoretische Sozialökonomie

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Bibliographic data

fullscreen: Theoretische Sozialökonomie

Monograph

Identifikator:
175994050X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-137069
Document type:
Monograph
Author:
Gorter, Herman http://d-nb.info/gnd/118718207
Title:
Der historische Materialismus
Edition:
3., bedeutend verm. Ausg.
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Buchh. für Arbeiterliteratur
Year of publication:
1928
Scope:
137 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
V. Das gesellschaftliche Sein bestimmt den Geist
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Theoretische Sozialökonomie
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Allgemeiner Überblick über die Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die Preisbildung der Produktionsfaktoren
  • Drittes Buch. Das Geld
  • Viertes Buch. Theorie der Konjunkturbewegungen
  • Fünftes Buch. Der internationale Handel

Full text

_- Kap. XX. Die handelspolitischen Systeme. 
befördern und damit die Grundlage für eine bestehende Kultur zu 
schaffen. Natürlich wird ein solcher Zollschutz die Lebenskosten für 
die Arbeiter der Goldgruben erhöhen. Es ist aber wahrscheinlich, daß 
diese Kosten in der Form von erhöhten Löhnen auf die Unternehmer 
abgewälzt werden. Vielleicht werden sogar die Realeinkommen der 
Grubenarbeiter gesteigert. Denn da nunmehr bessere Arbeitsgelegen- 
heiten in der Landwirtschaft geboten werden, muß sich eine verschärfte 
Knappheit an Arbeitskraft bei den Goldgruben geltend machen. Das 
Ergebnis ist, daß die Grubenausbeutung nunmehr einen kleineren Ge- 
winn liefert. Dies ist damit ‚gleichbedeutend, daß ein Teil der in der 
Natur vorhandenen Goldschätze die Kosten des Zollschutzes zu decken 
haben. Natürlich kann eine solche Zollpolitik den Abbau der Gold- 
gruben verlangsamen, aber dafür werden die Goldschätze des Landes 
länger ausdauern. Es liegt eben in der Natur der hier gedachten Politik, 
daß es wünschenswert ist, daß die Goldschätze so lange vorhalten, daß 
man während ihres Abbaus Zeit genug hat für die angedeutete wirt- 
schaftliche und kulturelle Entwicklung des Landes.. Natürlich würde 
in Übereinstimmung mit der Freihandelstheorie der Gewinn oder das 
Jahreseinkommen des Landes größer gewesen sein, wenn kein Zollschutz 
eingeführt worden wäre. Es ist aber gar nicht sicher, daß dieses Ein- 
kommen der Kapitalvermehrung des Landes gedient hätte. Es ist mög- 
lich und vielleicht überwiegend wahrscheinlich, daß ein großer Teil der 
rentenartigen Einkommen aus den Goldgruben zu Kapitalanlagen in 
fremden Ländern gedient hätten. Besonders ist dies der Fall, wenn sich 
die Goldgruben in der Hand einer ausländischen Unternehmung, sagen 
wir einer großen internationalen Aktiengesellschaft, befinden. Der 
Reichtumszuwachs des Landes wäre also nicht durch den Freihandel 
befördert. Das Endergebnis einer Freihandelspolitik wäre vielleicht, 
daß die Goldgruben ausgeleert wären, und daß das Land nachher ebenso 
arm und unentwickelt wie vor der Entdeckung der Goldgruben sein 
würde, während das Kapital, das die Unternehmer möglicherweise mit 
Hilfe der Goldschätze zusammengespart hätten, im Auslande angelegt 
sein würde. Mit Hilfe eines angemessenen Zollschutzes wäre es also in 
diesem Falle vollständig möglich, die wirtschaftliche Entwicklung des 
Landes zu fördern. 
Es dürfte nicht schwierig sein, in der Wirklichkeit Fälle zu finden, 
die im wesentlichen diesem konstruierten Beispiel entsprechen. Die 
schwedischen Verhältnisse sind in dieser Hinsicht sehr beleuchtend. Die 
größten Industrien Schwedens waren nämlich im letzten halben Jahr- 
hundert Extraktivindustrien, die von den Holzbeständen der Urwälder 
oder von den Eisenerzschätzen des Bodens lebten. Ein Zollschutz für 
die Landwirtschaft und für gewisse andere Industrien, sagen wir die 
Textilindustrien, kann also die Lage dieser Erwerbszweige und der in 
ihnen beschäftigten Arbeiter auf Kosten der genannten Naturschätze 
506
	        

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Theoretische Sozialökonomie. Deichert, 1927.
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