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Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

Monograph

Identifikator:
1801165386
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-185344
Document type:
Monograph
Author:
Reinhard, Rudolf http://d-nb.info/gnd/14316645X
Title:
Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde
Edition:
6., stark erw. und umgearb. Aufl
Place of publication:
Breslau
Publisher:
Hirt
Year of publication:
1929
Scope:
279 S.
zahlr. graph. Darst. u. Kt.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Allgemeine Wirtschaftsgeographie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde
  • Title page
  • Contents
  • Allgemeine Wirtschaftsgeographie
  • Allgemeine politische Erdkunde
  • Index

Full text

EINLEITUNG 
unter der Erdoberfläche liegenden leichtlöslichen Salpeterlager der 
Atacama konnten sich nur in einem Gebiet extremer Trockenheit bis 
zur Gegenwart erhalten. Das tropische Klima mit seinen hohen Tem- 
peraturen und seiner Wasserfülle, noch mehr das polare Klima sind 
für den Bergbaubetrieb ungünstig, der in hohen Breiten durch das 
Gefrieren des Bodens und die Schwierigkeit der Lebensmittelbeschaf- 
fung für die Arbeiter erschwert wird. Die Kohlenlager Spitzbergens 
und die Goldfelder Alaskas oder Ostsibiriens müssen unter viel un- 
günstigeren Bedingungen ausgebeutet werden als die Lagerstätten 
der gemäßigten Klimazonen, 
Endlich spricht bei der Frage, ob ein Minerallager „abbauwürdig“, 
also wirtschaftlich ausnutzbar ist oder nicht; auch seine bessere oder 
schlechtere Zugänglichkeit und seine Entfernung von den Haupt- 
bedarfszentren, also die Ortslage, mit. Die Lage in unwegsamen 
Hochgebirgen, in weiten extrem trockenen Wüstenräumen, in großer 
Entfernung von Bahnlinien oder brauchbaren Verschiffungshäfen kann 
ein an sich wertvolles Mineralvorkommen bis zur Nutzlosigkeit entwerten. 
Geographische Abhängigkeit der Industrie. Auch die die Roh- 
stoffe verarbeitende Industrie ist in ihrer Entwicklung an bestimmte 
geographische Voraussetzungen gebunden, wenn auch nicht so stark 
wie die Urerzeugung und meist nur mittelbar. Einzelheiten darüber 
geben der unten folgende Abschnitt über den Menschen in Ausübung 
der Wirtschaft und das Kapitel „Die Stätten der Industrie“ S. 149ff. 
Geographische Abhängigkeit des Verkehrs. Der geographischen 
Güterlehre steht als zweiter Hauptteil der Wirtschaftsgeographie die 
Verkehrsgeographie zur Seite. Der Verkehr, der die Bewegung 
der Güter vom Orte der Erzeugung nach dem des Verbrauchs voll- 
zieht, ist in gleicher Weise wie die Produktion den oben erörterten 
geographischen Bedingtheiten unterworfen. Boden und Klima, Ver- 
teilung von Wasser und Land, Verbreitung und Art der Flüsse und 
Seen sind maßgebend für die Lage, Dichte und Richtung der Verkehrs- 
wege, für die Wahl der verschiedensten Verkehrsmittel und für die 
Entstehung der Handels- und Verkehrszentren. Es erübrigt sich, dafür 
einzelne Beispiele aufzuführen. Jede länderkundliche Betrachtung ergibt 
deren die Fülle. Nur darauf sei noch einmal hingewiesen, daß auch für 
den Verkehr die Rücksichtnahme auf die klimatischen Verhältnisse des 
von ihm durchmessenen Erdraums in vorderster Linie steht und daß das 
Klima der gemäßigten und gemäßigt-subtropischen Zonen ihm die 
günstigsten Bedingungen bietet, während das polare Klima mit seinen 
niedrigen Temperaturen, seinem dauernd oder während des größten 
Teils des Jahres gefrorenen Boden, das extreme Wüstenklima mit 
seiner Wasserarmut und seinen bewegten Sandmassen, das Tropenklima 
mit seiner Überfülle der Feuchtigkeit und Vegetation, schwere, nicht 
selten unüberwindliche Hindernisse bereitet. Hindernisse, die oft viel 
ernsterer Natur sind als die der höchsten Gebirge, die die Technik 
durch Tunnel oder Drahtseilbahnen überwindet, oder die der sturm- 
bewegten Meere, denen der Mensch die zuverlässige Kraft seiner Maschine 
entgegensetzt.
	        

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Weltwirtschaftliche Und Politische Erdkunde. Hirt, 1929.
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