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Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

Monograph

Identifikator:
1801165386
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-185344
Document type:
Monograph
Author:
Reinhard, Rudolf http://d-nb.info/gnd/14316645X
Title:
Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde
Edition:
6., stark erw. und umgearb. Aufl
Place of publication:
Breslau
Publisher:
Hirt
Year of publication:
1929
Scope:
279 S.
zahlr. graph. Darst. u. Kt.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Allgemeine Wirtschaftsgeographie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde
  • Title page
  • Contents
  • Allgemeine Wirtschaftsgeographie
  • Allgemeine politische Erdkunde
  • Index

Full text

I. DIE KORNKAMMERN DER ERDE 
2 
Naturgemäß sind europäische Völker auch die Hauptverbrau- 
cher des Roggens, und zwar bevorzugen die Nordslawen und die 
Germanen das Roggenbrot, Engländer, Romanen und Südslawen das 
Weizengebäck. Die Weizen essenden Engländer erweisen sich darin 
Nicht als reine Germanen. 
Im Gegensatz zum Roggen kann der Weizen hinsichtlich seiner 
geographischen Verbreitung wie die Gerste als ein Weltgetreide an- 
gesprochen werden; denn er wird in den wärmer gemäßigten und 
subtropischen Landstrichen beider Hemisphären angebaut. 
In jenen Klimagürteln findet er über weite Strecken die günstigsten Be- 
dingungen für sein Wachstum: eine hohe Sommerwärme bei nicht allzu großen, 
Aber ausreichenden Niederschlägen. Innerhalb dieser Gebiete bevorzugt er die 
schweren, fetten Böden, wie sie die Anschwemmungsländer vieler Fluß- 
niederungen, die Schwarzerde Südrußlands, die unverbrauchten Steppenböden 
Australiens, Nord- und Südamerikas bieten. Als ehemalige Steppenpflanze ent- 
wickelt er auf diesen trockeneren Steppenböden auch die feinsten Qualitäten, 
den kleberreichen Hartweizen, der dem eiweißarmen, weniger gut backfähigen 
Weichweizen der feuchtgemäßigten Zone vorgezogen wird. 
In der Alten Welt erstreckt sich die Zone vorwiegenden 
Weizenbaus im Bereich der genannten Klimastriche vom Atlan- 
tischen bis zum Pazifischen Ozean. Sie fällt in Europa vorzugsweise 
in die diesen Erdteil westöstlich durchziehende Lößzone und umfaßt 
namentlich Frankreich, die Mittelmeerländer, Ungarn und das Schwarz- 
erdegebiet Südrußlands. Von Deutschland gehört ihr noch der Süden, 
namentlich der Südwesten an. Rußland baut vorwiegend Sommer- 
weizen!, das übrige Europa fast ausschließlich Winterweizen. In 
Asien sind dem Weizengürtel Vorderasien, Nordindien, Nordchina, Japan 
und die Mandschurei und jenseits des innerasiatischen Wüstengürtels 
noch Südsibirien zuzurechnen. Von den asiatischen Ländern führt Britisch- 
Indien beträchtliche, anscheinend jedoch langsam abnehmende Mengen 
aus, Das Kerngebiet der ganzen eurasischen Zone aber liegt im Norden 
und Westen des Schwarzen Meeres und umfaßt als den größten Produ- 
zenten Südrußland (die Ukraine), ferner Bulgarien und Rumänien. 
Da alle drei Gebiete auch wichtige Weizenausfuhrländer sind, so bilden 
sie als pontische Kornkammer die bedeutendste Weizenkammer der 
Alten Welt. An zweiter Stelle hinsichtlich der Weizenerzeugung stehen 
ünter den Staaten Europas Frankreich und Italien, doch sind beide 
Länder trotzdem noch auf Einfuhr erheblicher Mengen angewiesen, 
Im Norden der Neuen Welt liegen die großen Weizengebiete im 
nördlichen Teile der Union und im südlichen Kanada. Der Sommer- 
weizen findet die günstigsten Bedingungen in dem Raum zwischen den 
Großen Seen und dem Felsengebirge. Hier breiten sich unermeßliche 
Weizenfelder namentlich in den nördlichsten Präriestaaten der Union, 
Nord- und Süd-Dakota, und in den angrenzenden kanadischen 
Provinzen Manitoba, Saskatschewan und Alberta aus (Abb 1). Aus 
dieser nordamerikanischen Kornkammer erhält der Weltmarkt sehr 
beträchtliche Mengen. Aber während die Union nur einen verhältnis: 
1 Die dünne Schnecedecke gewährt in den harten Wintern dem Winterkorn nicht genügend 
Wärmeschutz.
	        

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Weltwirtschaftliche Und Politische Erdkunde. Hirt, 1929.
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