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Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung

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Bibliographic data

fullscreen: Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung

Monograph

Identifikator:
1885646178
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-253324
Document type:
Monograph
Title:
Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Dürr
Year of publication:
1908
Scope:
VI, 154 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vierter Abschnitt. Die preußische Städteordnung vom 19. November 1808
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erster Abschnitt. Die deutschen Städte im Mittelalter: Ihre Blütezeit
  • Zweiter Abschnitt. Die deutschen Städte im 16. und 17. Jahrhundert: Die Korruption der städtischen Verwaltung
  • Dritter Abschnitt. Die preußischen Städte im 17. und 18. Jahrhundert: Vernichtung städtischer Freiheit
  • Vierter Abschnitt. Die preußische Städteordnung vom 19. November 1808

Full text

76 
Trennung seine Familie. Am 16. Dezember verhängt Napoleon in Madrid 
über ihn die Ächtung: 
Kaiserliches Dekret. 
1. Ein gewisser Stein (De nommsé Stein), welcher Unordnungen in Deutsch— 
land zu erregen sucht, wird hierdurch für einen Feind Frankreichs und des Rhein— 
hundes erklärt. 
2. Die Güter, welche der genannte Stein, sei es in Frankreich oder im Gebiete 
des Rheinbundes, besitzen möchte, werden mit Beschlag belegt. 
Der genannte Stein wird aller Orten, wo er durch unsere Truppen oder die 
unserer Verbündeten erreicht werden kann, persönlich zur Haft gebracht. 
In unserem Kaiserlichen Lager von Napoleon. 
Madrid, am 16. Dezember 1808 
Der mächtigste Herrscher der Erde fürchtet den einzelnen Mann! 
Durch diese Handlung sind jetzt weithin die Blicke der Völker auf Stein 
gerichtet, der nun eine führende Stellung unter denen, die die Welt von 
der unerträglichen Tyrannei befreien wollen, einnimmt. Stein muß 
flüchten und das Land verlassen, dessen Dienste er dreißig Jahre seines 
debens mit der Glut seines Herzens gewidmet hatte. Er entschließt sich 
für Osterreich. Zu Wagen und zu Schlitten geht es nach dem Riesen⸗ 
gebirge zu. Über Sagan und Bunzlau ist in zwei Tagen Löwenberg 
erreicht. Nach kurz bemessener Ruhe geht es nachts 1 Uhr weiter. 
Nicht ohne Bewegung lesen wir die Schilderung des geächteten 
Mannes über diesen letzten Teil der Flucht: 
„Die Nacht war sehr schön, die Witterung milde, der Himmel bald bewölkt, 
bald hell, die Natur still und feierlich, die zahlreichen Wohnungen der Menschen, 
durch die man reiste, ruhig. Eine solche Nacht und solche Umgebungen gaben der 
Seele eine Stimmung, die alles Menschliche, und sei es noch so kolossalisch scheinend, 
auf seinen wahren Wert zu bringen bereit ist.“ 
Er erinnert sich dabei, daß er mit den geliebten Seinigen am letzten 
Neujahrstage Schleiermachers Predigt gelesen habe „über das, was der 
Mensch zu fürchten habe, und was nicht zu fürchten sei“. 
Nun ist er an der Grenze und in Sicherheit. Am 16. Januar 1809 
trifft er in Prag ein. — 
Mit seinen preußischen Vaterlandsfreunden bleibt Stein auch in der 
Verbannung in lebhaftem Verkehr. Er arbeitet unausgesetzt wie für sein 
Preußen, so auch jetzt für Österreich. 
Am 27. März 1812 schreibt ihm der Kaiser Alexander von 
Rußland: 
„Die Achtung, welche ich immer für Sie hegte, hat keine Anderung durch die 
Ereignisse erlitten, welche Sie von dem Steuer der Geschäfte entfernten. Es ist die 
Energie Ihres Charakters und Ihre ausnehmenden Talente, die sie Ihnen er⸗ 
worben haben. 
Die entscheidenden Umstände des Augenblicks müssen alle wohldenkenden Wesen, 
Freunde der Menschlichkeit und der freisinnigen Ideen, wieder verbinden. Es 
handelt sich darum, sie vor der Barbarei und der Knechtschaft zu retten, die sich
	        

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Entstehung Und Bedeutung Der Preußischen Städteordnung. Dürr, 1908.
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