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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

901 
scheidet, und Unternehmergewinn zerlegt wird, so kann der Arbeits- 
lohn auf Kosten jener erhöht werden, und wir führten bereits aus, daß 
namentlich auf Kosten der Kapitalsrente und vor allem des Kapital- 
zinses, etwa auch auf Kosten der landwirtschaftlichen Grundrente, 
thatsächlich der Arbeitslohn in den letzten Dezennien gestiegen ist. 
Eine solche Verschiebung ist also nicht nur möglich, sondern durch die 
neueren "Thatsachen erwiesen. 
Welches waren nun die Elemente, welche hierauf den ent- 
sprechenden Druck ausübten? Wenn wir auch dieses erst ausführ- 
licher in der Volkswirtschaftspolitik darzulegen haben, so erscheint es 
doch am Platze, wenigstens mit kurzen Worten darauf Antwort zu erteilen. 
Es war vor allem die Arbeiterbewegung auf Grund der Koali- 
äonen, begünstigt natürlich durch den hohen Aufschwung von Handel 
und Industrie infolge der Verbesserung der Kommunikationsmittel, der 
Erfindungen etc., wodurch die Lohnentwicklung günstig beeinflußt wurde. 
Die reichlichere Arbeitsgelegenheit allein würde nicht hierzu ausgereicht 
haben, wie England seinerzeit bewiesen hat. Erst die Weckung des 
Selbstbewußtseins der Arbeiterbevölkerung zur geschlossenen Vertretung 
ihrer Interessen, sowie die Hebung der Intelligenz und Reife derselben 
haben das Ergebnis geliefert, und werden in den folgenden Dezennien 
noch in der gleichen Richtung wirken. Der Staat hat seinerseits vor 
allem durch die Arbeiterschutzgesetzgebung mit dazu beigetragen, 
speziell durch die Versicherungsgesetzgebung, welche unmittelbar den 
Arbeitgeber zwang, höhere Summen zu Gunsten des. Arbeiters aus- 
zugeben. Ebenso zwang die Fabrikgesetzgebung die Unternehmer im 
[nteresse des Arbeiters Anlagen zu machen, um seine Gesundheit 
zu schützen, sich mit kürzerer Arbeitszeit zu begnügen, die Kinderarbeit 
zu reduzieren, welches indirekt zu einer Lohnerhöhung beitragen mußte. 
Die Thatsachen haben mithin in der neueren Zeit unzweifelhaft 
dargethan, daß unsere ganze Kulturentwickelung der Arbeiterklasse 
zünstig ist, und die Arbeitsrente in erheblicherem Maße gestiegen ist 
als die Kapitals- und die ländliche Grundrente, Die Gegenwart liefert 
fortdauernd den Beweis, daß die menschliche Arbeitskraft nicht rein 
mechanisch, — naturgesetzlich — nach dem Verhältnis von Angebot 
und Nachfrage bestimmt wird, sondern soziale Momente mitwirken, 
die je nach der Kulturstufe einen sehr verschiedenen Einfluß ausüben. 
8 83, 
Der Unternehmergewinn. 
Pierstorff, Der Unternehmergewinn, Göttingen 1876. 
Wirminghaus, Das Unternehmen, der Unternehmergewinn ete, Jena 1886, 
Mataja, Der Unternehmergewinn. Wien 1884. 
4. Grofs, Der Unternehmergewinn. Wien 1884. 
Walker, Franz Amasa, The source of business profits, New York 1887. 
Wir haben bisher die drei Renten in ihrer Eigentümlichkeit er- 
örtert, wie sie aus der volkswirtschaftlichen Arbeit hervorgehen und 
sich aus den meisten Einzelwirtschaften ergeben. Diejenigen Einzel- 
wirtschaften, welche nun die Produktion für fremden Bedarf auf eigene 
Rechnung und Gefahr behufs Erzielung von Gewinn durchführen, 
nennen wir „Unternehmen“, wobei der Sprachgebrauch die Hinzuziehung Unter- 
einer größeren Zahl unselbständiger Arbeiter und eines erheblicheren nehmen und 
Kapitals voraussetzt. Es ist indessen hervorzuheben, daß die wirt- Unter- 
schaftliche Natur solcher Einzelwirtschaften dieselbe bleibt, ob sie in Cchmer. 
19*
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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