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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

312 Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen Lebens im ganzen. —[(1070 
Das Zollgesetz brachte nicht sofort die Verwirklichung der Ideale Steins von 
1814, die auf ein einheitliches deutsches Handelssystem gingen; das war bei der Ab— 
neigung Osterreichs und bei dem starken Seldständigkeitsgesühl der Mittelstaaten damals 
unmöglich. Aber schon der freie innere Markt für ganz Preußen war ein enormer 
Fortschritt. Eine gute Grenzbewachung, eine musterhaste Zollverwaltung sicherte den 
Erfolg, trotz der langgesteckten, schwer kontrollierbaren Landesgrenzen, welche die Kosten 
der Zollerhebung steigerten. Im ganzen Staate waren die alten inneren Zölle schon 
1816 beseitigt, bald verschwanden auch die Stapelrechte, die Flußschiffahrtsabgaben. 
Fast alle Ausfuhrzölle und -verbote, alle nichtsteuerlichen Einfuhrverbote waren 1818 
beseitigt. Der Zoll war nach Maß und Gewicht, in möglichst wenig Klassen festgesetzt, 
um die Erhebung zu vereinfachen. Die Finanzzölle auf Wein- und Kolonialwaren 
waren bei der Einfuhr auf etwa 80/5, die Schutzzölle für Fabrikwaren auf etwa 100/0, 
uur für Eisen und einige andere Metallwaren auf etwa 180/0 des Durchschnittswertes 
estgesetzt. Die Halbfabrikate und Rohstoffe der Gewerbe waren frei; ganz bescheidene 
Betreidezölle gegen die russisch-polnische Konkurrenz kamen erst in den zwanziger Jahren. 
Die Durchfuhrzölle waren aus finanziellen Gründen und als Pressionsmittel gegen die 
Mittelstaaten in ziemlichem Betrag beibehalten. Der einheitliche Gewichtszoll von 100/0 
für eine Warengattung, die pro Centner teils 100 teils 1500 Thaler wert war, hatte 
die Folge, daß der Schutz für die ordinären Waren ziemlich weit über 100/0, der für 
die feineren oft nur ein Minimum betrug. Doch schadele das nichts: die feineren Gewerbe 
waren in Preußen noch nicht erheblich. 
Trotz einzelner Fehler, wie sie jedes Tarifgesetz hat, war die Institution geradezu 
musterhaft; und fie war es, weil die maßgebenden Beamten nicht sowohl ihre theoreti— 
schen Uberzeugungen, als ihre praktischen Erfahrungen und Kenntnisse dabei zur Geltung 
gebracht hatten. Der Schutz genügte gerade, um die 1814-1818 sehr schwer auf 
Deutschland lastende englische Konkurrenz so weit abzuhalten, daß 1818 -1840 ein 
Aufblühen der Gewerbe möglich wurde; die dabei bleibende starke Konkurrenz des Aus— 
landes nötigte zu höchster Anspannung und zur Bevorzugung der Gewerbe, in denen 
der Staat besondere Vorteile voraus hatte. Die Entrüstung der deutschen Nachbarn über 
die Absperrung legte sich in einigen Jahren, wie die der neuen Provinzen über die 
neue scharfe Zollkontrolle. Ganz Deutschland lernte von 1818 —1852 einsehen, daß das 
preußische System das für Deutschlands Lage, Technik, Handel und Entwickelungsstufe 
richtige sei, daß es die übrigen deutschen Staaten mit Vorteil annehmen könnten. 
Die größeren unter ihnen, zumal die 1802 -1815 vergrößerten, haben 1750 bis 
1830 mancherlei Anläufe gemacht, ihre inneren Zölle zu beseitigen, sich nach außen 
durch eine Zolllinie abzuschließen. Auch die, welche Schutzzölle für nötig und heilsam 
hielten, mußten wegen der Kleinheit der Länder und der hohen Grenzbewachungskosten 
bdei niedrigeren Sätzen, als sie Preußen hatte, stehen bleiben; andere, wie Baden und 
Sachsen, hatten fast ganz freien Handel; nirgends erzielte man die erwünschten Ein— 
iahmen. Als 1818 —-1828 alle Versuche und alle Beratungen über gemeinsame deutsche 
dandelsmaßregeln gescheitert waren, einigte sich Bayern und Württemberg, sowie Preußen 
und Hessen-Darmstadt 1828 zu je einem Zollverein. Beide verschmolzen am 1. Januar 
1834 zum großen deutschen Zollverein, der sich dann 1842 -1854 auf den größeren 
Teil des nichtösterreichischen Deutschlands ausdehnte (nur die Hansastädte, Mecklenburg, 
Holstein waren nicht im Verein), obwohl England, Frankreich, Hsterreich alles thaten, 
das große Werk der volkswirtschaftlichen Einigung Deutschlands zu hindern. Palmerston 
hatte diesen Zollverein für eine gegen England gerichtete Makregel erklärt, gegen die 
man Reprefsalien ergreifen müsse. 
Der Zollverein, wie er 183421867 bestand, 1888—-1854 schon ein Gebiet 
bon 485 830 qkm mit 82,7 Mill. Menschen erreichte, war freilich keine vollendete 
Wirtschaftseinheit. Es fehlte ihm die einheitliche Gesetzgebung über Gewerbe, Nieder— 
lafsungs⸗ Patentwesen, indirekte Steuern; er war unbehülflich in seiner Entwickelung, 
da jede ÄAnderung seiner Gesetze und seines Tarifs die Zustimmung der kleinsten Re— 
Jgierungen und ihrer Kammern brauchte. Er war 1851 1858, wie 1862 -1866 von
	        

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