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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

66 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes u. der Einkommensverteilung. [324 
Tauschmittel bestimmte Länge, Breite und Qualität zeigen. In Bezug auf die Metalle, 
die Edelsteine, die Pakete Thee oder Tabak konnte man, sobald Wage und Gewicht 
vorhanden war, Gewicht und Menge immer wieder' feststellen; man zahlte also mit 
der Wage in der Hand, sofern es sich um Kupfer-, Bronze-, Silberstücke oder solche 
Pakete handelte. Und ein Weiteres hat sich überall von selbst eingestellt: da diese 
bevorzugten Güter alle nebeneinander zu Zahlungen verwendet wurden, dabei häufig 
einander vertraten und dies konnten, so weit die einzelnen Exemplare sich im großen 
und ganzen glichen, so hat das rohe und einfache Wertbewußtsein der primitiven 
Menschen diese als Tausch- und Zahlmittel gebrauchten Güter nach Art und Maß in 
eine feste Wertrelation zueinander gebracht. Sie konnten sich nun gegenfseitig ver— 
treten, weil das ursprüngliche naive Wertbewußtsein viel mehr von objektiven Maß— 
stäben als von individuell subjektivem Urteil beherrscht wird. Die Pecunia der Ouellen 
des 5.-12. Jahrhunderts umfaßt alle diese bevorzugten Tauschmittel; in festen 
Tarifen ist bestimmt, daß die zur Zahlung verwendete Kuh nicht über acht Jahre alt, 
unbeschädigt an Hörnern, Schwanz, Euter und Klauen sein müsse, daß sechs Schweine 
gleich einem Rind, ein edles Pferd gleich einem Leibeigenen sei. Inama sagt, 120 Jahre 
lang schätzte man einen Modius Getreide und ein Denar bei den Germanen, noch 
länger einen Leibeigenen und zwölf Denare gleich. Und noch im 13.-14. Jahrhundert 
konnten im Osten Deutschlands ein Pfund Goldes oder 240 Denare bei Tausenden von 
Menschen und in allen Anschlägen für gleichbedeutend mit 24 Scheffel Roggen oder 
Gerste, 16 Scheffel Weizen, 12 Scheffel Erbsen, 48 Scheffel Haser und 120 Hühnern 
zelten. Natürlich nicht so, daß nun nicht abweichende Preise unter besonderen Ver— 
hältnissen einmal vorgekommen wären, sondern nur so, daß ein fester Grundstock 
iypischer wirtschaftlicher Schätzungen vorhanden war und in der Regel Anwendung fand, 
und daß das feste Rückgrat dieser Wertvorstellungen durch die beliebtesten Güter und 
das Wertverhältnis gebildet wurde, in dem sie untereinander und zu allen anderen 
Bütern standen. Durch diese Zahlen und die damit verknüpften Qualitäts- und 
Quantitätsvorstellungen war eine Wertfkala mit bestimmten Graden entstanden, und 
erreichte dieses Naturalgeld, wie wir es nennen können, eine viel größere Brauchbarkeit, 
eine gewisse rohe Teilbarkeit, Vertretbarkeit, als wenn nur Vieh, nur Pelze, als wenn 
beliebte Waren ohne Größen-, Qualitäts- und objektive Wertbemessung cirkuliert hätten. 
Deshalb treffen wir auch überall eine Reihe solcher Zahlmittel nebeneinander. 
Allerdings mit der Tendenz, daß der zunehmende Verkehr mehr und mehr einige 
wenige dieser Güter und zuletzt gar eines in den Vordergrund drängt, das Gut, das 
am häufigsten begehrt und genommen wurde, und das so zuletzt eine ganz eigenartige 
Stellung erhielt. Es ist ein sehr langsamer Differenzierungsprozeß, den wir so vor 
uns haben, der bei vielen Völkern lange Jahrhunderte und Jahrtausende dauerte, dessen 
letztes Resultat aber stets war, daß die Metalle, und besonders und zuletzt die edlen, 
an die erste Stelle unter diesen Tauschgütern rückten. 
Der Besitz und die Benutzung der Metalle, die Fähigkeit sie zu verarbeiten, bildet 
nach allen Seiten einen der wichtigsten Fortschritte in der wirtschaftlichen Entwickelung 
der Stämme und Völker (vergl. I18 81 S. 201). Mit Bronze, Kupfer und Eisen 
waren die Stoffe für alle Werkzeuge gegeben; die edlen Metalle waren das begehrteste 
Schmuckmittel neben Perlen und Muscheln; sie wanderten als Ringe und in anderer 
Zierform, bald aber auch in Nachbildung von Tieren, z. B. Stieren oder Stierhäuptern 
und in Klumpen, Scheiben, Schüsselchen und Platten von Hand zu Hand; sie wurden 
am frühesten mit der Wage gewogen, so dem Gewicht nach zu Zahlungen gebraucht 
und dann naturgemäß in bestimmte Stücke zu ein oder mehreren Pfunden hergestellt. 
Langsam hat so hier das Eisen und Kupfer, dort das Silber oder das Gold eine 
bevorzugte Stellung unter den Tauschmitteln erreicht; meist treten mehrere derselben 
zuerst nebeneinander auf, bis eines das Übergewicht erreicht, wie z. B. bei den Semiten 
Vorderafiens, den Agyptern und Griechen das Silber, bei den Latinern das Kupfer. 
Indem Maß und Gewicht naturgemäß auf alle diese Metallstücke angewandt 
wird, indem erst Kaufleute, dann besondere privale Probierer die Pfundstücke Erz oder
	        

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