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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

Full text: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Multivolume work

Identifikator:
1892063557
Document type:
Multivolume work
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1891-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1892064901
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-238006
Document type:
Volume
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Urzeit und Mittelalter
Volume count:
Abt. 1
Place of publication:
Freiburg im Breisgau
Publisher:
Heyfelder
Year of publication:
1904
Scope:
XIX, 488 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Elftes Buch
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

Die Kontrolle. 
203 
nicht unfehlbar; seine Tätigkeit kann vielmehr oft und leicht großen Schaden an- 
richten und damit die Wirtschaftlichkeit des Betriebes verschlechtern. Mit der 
zunehmenden Verwickeltheit der Großbetriebe wuchsen die Gefahren schnell an: 
ein einzelner konnte häufig nicht mehr die Arbeitsvorgänge in einem großen 
Betrieb übersehen, woraus sich leicht eine fehlerhafte Arbeitsordnung und -durch- 
führung ergab. Unfähigkeit, Unkenntnisse und Ermüdung von Betriebsange 
hörigen sind weitere Ursachen mangelhafter Ergebnisse. Dazu können Absiohts- 
fehler wie Diebstahl, Unterschlagung, Faulheit, oder Fahrlässigkeitsfehler, wie 
Unaufmerksamkeit, und schließlich persönliche und politische Spannungen Stö 
rungen in der Wirtschaftlichkeit hervorrufen. 
Die Kontrollen dieser Art erstrecken sich auf Pünktlichkeit, Anwesenheit, dann auf Arbeits 
tempo, -dauer, -leistung, -güte usw. Zum Teil erfolgen sie durch Kontrolluhren (Selbstkontrolle 
der Arbeiter), die dieser williger erträgt als durch einen Beamten. (Die Kontrolluhren waren in 
der Gegenwart Anlaß heftiger Angriffe; es wurde ihre Abschaffung gefordert: es sei eines 
deutschen Arbeiters unwürdig, kontrolliert zu werden, zumal auf diese Weise. Es ist jedoch 
zu vermerken, daß, wo die Kontrolluhren abgeschafft wurden, andere Kontrollen an ihre 
Stellen traten, so vor allem Betriebsappelle, da die Pünktlichkeit im Betriebe eben auf irgend 
eine Weise kontrolliert werden muß.) Besonders wichtig und eingehend muß die Kontrolle der 
nicht an einer gemeinsamen Betriebsstätte arbeitenden Betriebsangehörigen, der Vertreter und 
Reisenden, erfolgen. Sie erfolgt auf schriftlichem Wege durch Tagesberichte und durch be 
sondere Beiserevisionen. Im allgemeinen stellt bereits das Vorhandensein einer Kontrolle ein 
psychologisches Moment dar: ein Mensch, der weiß, daß er beaufsichtigt wird, erledigt seine 
Arbeiten gewissenhafter und auch schneller. 
Maschinen, Waren, Apparate, Schutzeinrichtungen, deren Arbeitsweise, Lei 
stung und Zustand gehören weiter zu den Dingen, mit denen sich eine Betriebs 
kontrolle beschäftigt. Kontrolliert werden hier mehr technische Eigenschaften: 
Betriebsstörungen, Roh- und Hilfsmaterialverbrauch, Wirkungsgrade und vor 
allem die Eigenschaften der Erzeugnisse. 
3. Die Kontrollmittel. Bei der Durchführung der Kontrollen sind zunächst zwei 
wichtige Unterscheidungen zu vermerken: es gibt mechanische Kontrollen und 
persönliche Kontrollen, oder, anders ausgedrückt, selbsttätige Kontrollen, die 
durch eine bestimmte Gestaltung des Betriebsablaufs wirken und Kontrollen durch 
Einsetzung besonderer Organe, die periodisch oder von Fall zu Fall eingreifen und 
die vorgesehenen Erhebungen anstellen. Vielfach ist jedoch eine klare Scheidung 
der Kontrollen in mechanische und persönliche nicht möglich, da die ersteren doch 
von Menschen überwacht, vermerkt und ausgewertet werden müssen; die mecha 
nischen Kontrollen sind also zumeist lediglich Hilfsmittel, die die ersten Grundtat 
bestände festhalten und bestenfalls bei Abweichungen alarmierend auftreten 
können. Die weiteren Schlüsse zu ziehen ist jedoch immer Sache einer Person. 
Zu den einfachsten mechanischen Kontrollhilfsmitteln gehören zunächst als unterste und 
einfachste Gruppe die Anzeigeinstrumente, wie Druck-, Temperatur-, Größen-, Verbrauchs-, 
Leistungsmesser, die mit Signalen zu Alarmzwecken verbunden sein können. Auch Tür 
schlösser, Stempel, Formulare u. a. gehören dazu. 
Zu den rechnerisch-mathematischen Kontrollen gehört letzten Endes das gesamte betrieb 
liche Rechnungswesen. Durch ziffernmäßige Aufzeichnungen werden die wertmäßigen Aus 
wirkungen des Betriebsablaufs festgehalten und die Größe und Zusammensetzung des augen 
blicklichen Vermögens erfaßt. Neben den Einsichten, die durch das Rechnungswesen in die 
Betriebsgebarung und die Betriebserfolge ermöglicht werden, was zu dem Aufgabengebiet der 
persönlichen Kontrollen gehört, bietet das Rechnungswesen auch mannigfache automatische 
Kontrollen: es sei nur an die Seitengleichheit von Soll und Haben der doppelten Buchhaltung, 
an die Übereinstimmung des Kontokorrentkontos mit den einzelnen Kontokorrenten erinnert. 
Dazu gehört auch die Betriebsstatistik: durch die Nebeneinanderstellung von Betriebs 
zahlen verschiedener Zeitabschnitte werden automatisch Abweichungen und Fehler des Be 
triebsablaufs kenntlich gemacht. Sie vermag mit klaren, übersichtlichen Hilfsmitteln (graphi 
sche Darstellungen, bildliche und Zahlenvergleiohe) sofortigen Aufschluß über den Istzustand 
gegenüber dem Sollzustand eines Wirtsohaftsbetriebes zu geben und zwar in allen Einzelheiten. 
Wichtig sind: die Personalstatistik, die Leistungsstatistik, die Kostenstatistik u. a. Teilweise 
als Hilfsmittel von Rechnungswesen und Statistik, dann aber auch als weitere automatische
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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