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Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Bibliographic data

fullscreen: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

Monograph

Identifikator:
826719449
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-30888
Document type:
Monograph
Author:
Schuster, Richard
Title:
Die Social-Demokratie
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Steinkopf
Year of publication:
1875
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 236 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
  • Title page
  • Contents

Full text

87 
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Es wurde [Hon erwähnt, dak im allgemeinen die Loskaufszahluns 
gen, die die Bauern den SGutsbejigern zu 3Zahlen Hatten, bei der 
Bauernbefreiung überaus hoch, in vielen Fällen zu hoc) im DVer- 
Hältnis zum Werte des ihnen überlaffenen Landes feitgefeßt worden 
waren. Durd) die Wblöjungsfummen, die der Staat den Bauern vor- 
[HoB und den Gutsbejikern in Form von Staats[Huldidheinen einhändigte, 
erhielten bdieje, die ihre Güter bisher falt ganz ohne Verwendung 
von Betriebskapital und auf naturalwirt|dhaftliHer Grundlage bewirt- 
[Haftet Hatten, plößlid beträchtlidHe Kapitalien in die Hände. Diele 
hätten dem SGutsbejigerftand audy die Aufgabe, vor die er fidH nad 
der Bauernbefreiung geftellt fah, nämligH die Produktion auf einer 
ganz neuen, geldwirt/qHaftliden Baljis aufzubauen, zu erfüllen ermög- 
licht. Wber die ruflijden Gutsbefiker verltanden es nicht, den AUnforde- 
tungen der neuen Zeit gerecht zu werden; insbefondere gelang es nidht, 
eine Löfung für die Jofort in fHarfer Form auftretende Landarbeiter- 
frage zu finden. Die Folge war ein ununterbrodener Rüdgang des 
Sroßgrundbelikes, fowohl nad dem Umfange als aud) wirt|Hhaftlidh, 
und dieje Entwidlung Konnte audh dur) die zu feiner Unterfjtüßung 
ge[haffene Wdelsagrarbank nidht aufgehoben werden. Es fei hier übri- 
gens darauf furz Hingewiefen, daß der ruflijdhe GutsbefiHer in der 
Negel einen ganz anderen Iypus darftellte als der deutjdhe. Während 
leßterer mit feinem Lande verwachfen ijt, ihm feine ganze Arbeits» 
Fraft widmet, [ah der ruffildhe Gutsbefiker fein Land als nichts anderes 
als feine Rentenquelle an. Er lebte gewöhnlid in der Stadt, wo er 
jeine Befdhäftigung als Beamter oder au als Offizier Hatte und 
überließ die Bewirt/Haftung Jeines Gutes einem Verwalter, deffen 
Hauptaufgabe darin beftand, feinem Herrn Jahr für Jahr möglichijt 
große Geldmittel zur Verfügung zu jtellen. Eine mit dem Grund» 
bejig verbundene foziale VerpflidHtung wurde falt nirgends anerkannt. 
Schon häufig wurde vom Gutsbeliker aud) der fehr bequeme Weg 
be[dhritten, das ganze Gut in Meinen Stüden den Bauern zu ver= 
padten. Es liegt auf der Hand, daH der Grokgrundbefig unter [oldhen 
Verhältnijjen feiner Aufgabe, ein Iulturförderndes Element im Staate 
zu bilden, nicht gerecht werden Konnte. Wenn der Stand der Iand- 
wirt/dHaftlidHen Kultur auf den Gütern aud) in der Regel bedeutend 
höher war als auf dem bäuerliden Grundbefig, jo war doch auch hier 
don einer rationelen Bewirt/Haftung im modernen Sinne nur wenig 
zu [püren, und die Folge diejer Zujtände waren die nach weiteuropäi- 
{hen Begriffen erftaunlidh geringen Erträge der ruflijdhen Landwirt[dhaft. 
Neben der Landwirt[Haft bildet das Hausgewerbe in Grokrukland 
eine wichtige Erwerbsquelle der Bevölkerung. Der geringe Umfang 
der Seelenanteile am Gemeindelande macht es den meilten Bauern 
unmöalid, ihre volle Arbeitsiraft der Landwirtichaft zu widmen. Auch
	        

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