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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
829310452
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-69538
Document type:
Monograph
Author:
Rethwisch, Johannes http://d-nb.info/gnd/116449764
Title:
Die Deutschen im Auslande
Edition:
Zweite Auflage
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Karl Siegesmund
Year of publication:
1889
Scope:
1 Online-Ressource (192 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

* 4. Buch. V. Teil. Die Steuern. 
Ware selbst, die den Gegenstand der Steuer bildet, hat dieselbe 
auch den Vorteil, daß hier Steuerrückstände nicht vorkommen 
können; sie können aber freilich von seiten des Steuerzahlers gegen- 
über dem Fiskus vorkommen. 
Mit Rücksicht auf die kolossalen Bedürfnisse des modernen 
Staates bieten die indirekten Steuern den Vorteil, daß die Liste 
der Steuerobjekte fast unerschöpflich .ist. Die direkten Steuern 
gruppieren sich in einigen Hauptsteuern, die Kategorien sind leicht 
erschöpfbar, in den meisten Staaten vielleicht bereits erschöpft. 
Demgegenüber sind die Gegenstände der indirekten Steuern un- 
zählbar; selbst in der verzweifeltsten Lage ist es noch möglich, 
eines und das andere Objekt zu entdecken, das noch nicht in An- 
spruch genommen ist. Hierzu kommt die Kompliziertheit der 
Überwälzung der indirekten Steuern, die daraus folgende geheimnis- 
volle Natur derselben, welche jeden mit der Hoffnung schmeichelt, 
daß nicht er, sondern ein anderer die Steuer bezahlen werde, 
während die direkten Steuern ihrem Wesen nach nicht überwälz- 
bar sind. 
Einen wichtigen Charakterzug der indirekten Steuer bildet 
deren Anpassungsfähigkeit, deren Folge es ist, daß dieselbe sich 
allen politischen, wirtschaftlichen und finanziellen Systemen anzu- 
schmiegen vermag. Hauptsächlich diesem Umstande ist es zuzu- 
schreiben, daß dieselbe seit den ältesten Zeiten besteht, unter den 
verschiedensten Staatsformen, bei den verschiedensten Kulturgraden. 
Sie kommt ebenso in der griechischen und römischen Welt vor, 
wie in den mittelalterlichen germanischen Staaten; heute bildet sie 
ebenso eine der wichtigsten Einkommensquellen des auf der höch- 
sten Stufe der wirtschaftlichen Entwicklung stehenden Englands, 
wie der auf niedrigerer Stufe stehenden Balkanländer; in den Städten 
finden wir sie ebenso, wie in den ländlichen Agglomerationen, kurz, 
keine Periode, kein Kulturgrad, keine Wirtschaftsepoche, denen 
die indirekte Steuer unbekannt gewesen wäre, während die Eint- 
wicklung der direkten Steuer nur unter gewissen Umständen er- 
folgte. Dies beweist die Vielseitigkeit dieser Steuerart und hierin 
liegt ein Hauptvorteil derselben. Heute akkommodiert sie sich der 
Auffassung, daß die Steuer aus dem Einkommen zu bestreiten sel, 
in früheren Jahren fand sie ihre Rechtfertigung in anderen Mo- 
menten. Ich glaube nicht zu irren, wenn ich der Ansicht Ausdruck 
gebe, daß eines der ältesten Motive zur Einführung der indirekten 
Steuer der Umstand war, daß der Besitz gewisser Gegenstände 
wirtschaftliche Kraft bedeutete und diese insbesondere in den 
Händen jener besteuert wurde, die durch die Inverkehrssetzung 
248
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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