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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
82998786X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-41040
Document type:
Monograph
Author:
Auspitz, Rudolf
Title:
Untersuchungen über die Theorie des Preises
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1889
Scope:
1 Online-Ressource (XXXI, 555 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

. 
Kakur 
189 
Kali 
eben, beliebig färben und, nachdem es in Wasser 
gelegen, auch biegen. 
Kakur (Kakaobohnen), die gelben Früchte 
der in Südwestafrika wachsenden Kukurbitazee 
Cucumis myriocarpus, ähneln einer großen 
Stachelbeere; die zahlreichen eiförmigen, fast 
weißen Samen werden von den Kaffem als Pur 
gier und Brechmittel benutzt. 
Kalabarbohnen (Gottesurteilbohne, lat 
Semen calabaris, frz. Feve dir Calabar, engl. 
Ordeal bean), die Samen eines an der Kalabar- 
küste in Westafrika heimischen, strauchartigen 
Hülsengewächses Physostigma veneno- 
sum, sind von nierenförmiger Gestalt, dunkel- 
his. «chwarzbrauncr Farbe und mit einer harten 
braunen Schale umgeben. Die etwa 4 g schwe 
ren, völlig gcruch- und geschmacklosen Bohnen 
enthalten zwei stark giftige Alkaloide: Physo 
stigmin und Kalabrin und werden daher 
in Afrika zu Ordalien (Gottesurteilen) benutzt. 
Das rein dargestellte Physostigmin, wie das 
alkoholische Extrakt der K. haben die Eigen 
schaft, die Pupille zu verengern, und finden daher 
in der Augenheilkunde zur Aufhebung der Atro 
Pinwirkung Anwendung, indem man mit Kalabar- 
extrakt getränkte Scheibchen von Gelatine oder 
Papier in das Auge einführt. Als fremde Bei- 
niengungen sind bisweilen die Samen von Mu- 
cuna cylindrosperma und M. urens, der sog. 
wilden K., oder Kalmusse beobachtet wor 
den. Da die K. in Pulverform an Wirksamkeit 
Verlieren sollen, werden sie nur in ganzem Zu 
stande aufbewahrt. 
Kalain, Calin, Legierung von Blei, Zinn und 
wenig Kupfer, welche die Chinesen in Form von 
Dlattmetall zum Auslegcn der Teekisten benutzen. 
Kala-Kurwali, ein dem Mahagoni ähnliches 
°stindisches Holz von Hymenodiction ex- 
’telsum, einer Rubiazee, eignet sich für die 
feine Möbeltischlerei. 
Kalfroom, ein aus Holland eingeführtes Prä- 
Parat, das angeblich der Magermilch zugesetzt 
Werden soll, um sie für die Kälberernährung 
brauchbar zu machen, tatsächlich aber zur Milch- 
Hlschung bestimmt zu sein scheint, stellt nach 
"omer eine gelbe Flüssigkeit von dicklicher 
Konsistenz dar und enthält neben 5,290/0 Wasser 
?> 2 4 %, Mineralstoffe, 4,56% Kasein, 45,470/0 
"aunuvollsamenöl und 31,940/0 Rohrzucker. K. 
8>bt beim Anrühren mit Wasser eine milchähn- 
dche Emulsion. 
Kali (Kali umoxyd). Das Wort Kali oder mit 
}9 r gesetztem arabischem Artikel Alkali ist ara- 
ö 'sch und bedeutet Pflanzenlaugensalz, denn 
Sc hon die Araber des 8. Jahrhunderts wußten, 
a . a ß sich aus Pflanzenasche mit Wasser Salz aus- 
dehen sowie durch gebrannten Kalk ätzend 
Aachen läßt. Daß zweierlei solcher Salze, K. 
Un d Natron, vorhanden, wurde erst viel später 
® r kannt. Jetzt versteht man unter K. nur die 
"auerstoffverbindung des Kaliummetalls (s. Ka- 
f ' Urn ). das Kaliumoxyd, K 2 G, eine weißgraue, 
^este, spröde Masse, bezeichnet im Handel aber 
deist die Verbindung des K. mit Wasser, das 
■mlihydrat(Kaliumhydroxyd,Ätzkali, kau-" 
^Dsches Kali, Kaliumoxydhydrat, lat. Ka 
u ‘d hydricum, Kalium causticum, Lapis causti- 
Us ’ Dz. Hydrate de potassiura, Potassc caustique, 
n H'l. Potassium Hydroxide, Potassium hydrate), 
mit dem gleichen Namen. Das Kaliumhydroxyd 
wurde längere Zeit als Element betrachtet, bis 
Davy 1807 nachwies, daß cs ein zusammen 
gesetzter Körper sei. In den Handel kommt 
das Ätzkali in verschiedener Form entweder fest 
als weißes Pulver (Kalium causticum siccum, Ka 
Hum hydricum siccum), als weiße, harte Stücke 
(Kalium causticum fusum in frustulis) und als 
runde Stengelchen (Kalium hydricum seu causti 
cum in baculis) oder in Lösung als Kalilauge, 
Ätzkalilauge (lat. Liquor kali caustici, frz. 
Solution d’hydrate potasse, Solution de potasse 
caustique', engl. Solution of potash). Letztere 
wurde früher durch Auslaugen von Holzasche 
mit Wasser und Zusatz von gebranntem Kalk er 
halten. Jetzt stellt man sie durch Kochen von 
wäßriger Pottaschelösung mit gelöschtem Kalk 
in einem blanken eisernen Kessel dar. Die Um 
setzung in Ätzkali und kohlensauren Kalk gilt als 
beendet, wenn eine filtrierte Probe der Flüssig 
keit beim Eintropfen in Salzsäure kein Auf 
brausen mehr bewirkt. Die Lauge wird nach dem 
Absitzen des Kalkes klar abgezogen und in einem 
blanken eisernen oder silbernen Kessel bis zur 
gewünschten Konzentration eingedampft. Die 
Kalilauge des D.A.B. (Liquor kali caustici purus) 
hat das spez. Gew. 1,140 und enthält 15% 
Ätzkali. Die Kalilauge des Handels (Liquor 
kali caustici venalis) ist unreiner, aber gewöhn 
lieh hochprozentiger. Der Gehalt wird mittels 
des Aräometers nach Graden Beaumü bestimmt 
Dip Kalilauge ist eine äußerst scharfe, sich 
schlüpfrig anfühlende, farblose oder gelbliche 
Flüssigkeit, die stark alkalisch reagiert und die 
Haut bei längerer Einwirkung zerstört. Das 
Kalium causticum siccum erhält man durch 
Eindampfen der Kalilauge unter Umrühren, bis 
ein herausgenommener Tropfen auf kaltem Por 
zellan erstarrt, und darauf folgendes Weiterrühren 
der vom Feuer genommenen Lauge bis.zum Er 
starren. Man gewinnt hierbei ein grobes Pulver, 
das etwa 20% Wasser enthält. Das Kalium 
causticum fusum wird erhalten, wenn man das 
Eindampfen der Kalilauge so weit fortsetzt, 
bis der Inhalt des Kessels ölartig ruhig schmilzt. 
Alsdann wird die wasserfreie, heiße Masse ent 
weder in eiserne, innen versilberte Formen ge 
gossen und so das Kalium causticum in baculis 
bzw. der Lapis causticus chirurgorum (Ätzstift) 
gewonnen, oder man gießt dieselbe auf Metall 
bleche aus und bricht sie nach dem Erkalten in 
Stücke (Kalium causticum fusum in frustulis). 
Das auf die eine oder andere Weise erhaltene 
feste Ätzkali bringt man sofort nach dem Er 
starren in trockene, warme Gefäße und ver 
schließt sie sorgfältig, da es an der Luft begierig 
Wasser und Kohlensäure anzieht und allmählich 
zerfließt. Eine besonders reine Sorte für analy 
tische Zwecke erhält man durch Behandeln des 
geschmolzenen Ätzkalis mit starkem Alkohol, wo 
bei die Verunreinigungen -— Kaliumsilikat, Pott 
asche, Chlorkalium, Eisenhydroxyd — in die 
untere wäßrige Schicht gehen. Die alkoholische 
Lösung wird abgezogen, der Alkohol abdestilliert 
und der Rückstand in einer Silberschale zum 
ruhigen Schmelzen erhitzt. Ein noch reineres 
Atzkali, das Kalium causticum purissimum, 
wird aus Ätzbaryt und schwefelsaurem Kalium 
gewonnen, Ätzkali und Kalilauge finden mannig
	        

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Volkswirtschaftliches Lesebuch Für Kaufleute. Verlag der Waldow’schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler), 1905.
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